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Judas Priest: Angel Of Retribution

Was bringt die Reunion?
Wertung: 7.5/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 52:44
Release: 28.02.2005
Label: Sony BMG

Anfang der 90er, nach dem Release des Meilensteins „Painkiller“ von 1990 war es aus mit der Zusammenarbeit von Rob Halford und Judas Priest. Das schwere Erbe Halfords nahm ein gewisser Tim Owens an, der nach dem Einstieg den Namen Tim „Ripper“ Owens trug. Mit Owens nahmen Priest insgesamt zwei Alben auf. „Jugulator“ von 1997 und „Demolition“ von 2001, jedoch schlugen Judas Priest neuere, modernere Töne an, die bei vielen Fans nicht akzeptiert wurden. So war es für viele die Nachricht des Jahres, dass Rob Halford und Judas Priest wieder eine Band formten. Ripper Owens durfte den Hut ziehen und stieg bei Iced Earth ein, da er dort das „The Glorious Burden“ – Album eingesungen hatte.

„Angel Of Retribution“ ist nun nach 15 Jahren die erste Veröffentlichung mit Rob Halford nach der „Painkiller“- Scheibe. Viele haben natürlich auf eine Fortsetzung dieser Platte gehofft, doch viele fragten sich auch, inwiefern die beiden Vorgänger mit Ripper Owens noch Einfluss auf das neue Album haben werden. Doch nach „Jugulator“ und „Demolition“ klingen Judas Priest anno 2005 nicht mehr. Sie klingen natürlich noch nach Priest, jedoch auch gelegentlich nach den Solo-Scheiben von Rob Halford. Die Produktion und das Mischen hat diesmal Roy Z übernommen, der auch für sämtliche Halford-Outputs und die letzten Dickinson – Scheiben zur Verfügung stand. Und wie gewohnt ist die Produktion wieder einmal eine Wucht. Roy Z ist jemand, der sein Handwerk versteht und sehr klare und druckvolle Produktionen abliefert.

Doch eine gute Produktion bringt nichts, wenn das Material nicht überzeugen kann. Kommen wir also zu den Songs.

„Judas Rising“ ist ein klasse Opener, man hört die Gitarren, die immer lauter werden, dann setzen die Drums ein und ein hoher Schrei ertönt. Judas Priest sind zurück! Halford singt aber mehr in mittlerer Stimmlage, Screams bekommt man nicht mehr ganz so häufig zu hören wie früher. Doch bei einem klasse Song wie „Demonizer“, der von Double-Bass getrieben und vom Riffing her einem Song der Owens-Ära am nächsten ist, kommen sie noch immer vor. „Deal With The Devil“ hätte auch auf einem Halford-Output stehen können, ein schöner Rocker. Dazu gehört auch „Revolution“, ein eher untypischer Priest-Song, besonders was die Vocals angeht. Denn hier wird von der Betonung her so rockig gesungen, es macht einfach Spaß, den Song zu hören. Tipton und Downing liefern sich auch wieder die von vielen so vermissten Soli-Duelle auf dem Album und man merkt, was für klasse Gitarristen beide sind. Mit „Worth Fighting For“, „Eulogy“ und „Angel“ stellen Judas Priest ihre Fähigkeit, ruhige Nummern zu schreiben, zur Schau. Wobei nur „Angel“ 100% überzeugen kann. Hier werden hauptsächlich Akustik-Gitarren benutzt und Halford singt sehr einfühlsam und macht aus dem Song eine wirklich schöne Ballade. „Worth Fighting For“ ist zwar gut, doch Priest können wesentlich mehr und „Eulogy“ ist eher ein Intro für das längste und letzte Stück des Albums. Das nennt sich „Lochness“ und ist ungewöhnlich langsam, lang und hymnisch. Ich mochte es erst nicht, da auf eine Spielzeit von fast 14-Minuten nicht allzuviel geschieht. Ich bin zwar immer noch der Ansicht, dass der Song zu lang ist, doch er hat einen coolen Refrain, aber von einem „Cathedral Spires“ von der „Jugulator“ ist er noch einige Meilen entfernt. Auch „Wheels Of Fire“ (nein, kein Manowar-Cover!) kann nicht wirklich überzeugen, er hat einen langweiligen Refrain und dümpelt in der Mittelmäßigkeit dahin, er ist nicht schlecht, aber mehr als „nur nett“ ist er nicht. Dagegen kann „Hellrider“ wie „Demonizer“ mit durchgehender Double-Bass und am Ende des Solos mit einer richtig gut geschaffenen Atmosphäre durch Halfords Gesang und der Riffmelodie überzeugen.

Die Erstauflage gab es in einem Digi-Book mit Bonus-DVD. Darauf befindet sich eine ca. 40-minütige Dokumentation mit Konzertausschnitten und Interviews mit Judas Priest, die im Rahmen der Reuniontour gemacht wurden. Ein ca. 40-minütiger Mitschnitt vom Konzert im spanischen Valencia von 2004 ist auch anwählbar. Definitiv ein weiterer Kauf-Reiz.

So klingen Priest also nach ihrer Reunion. Ich persönlich finde es schade, dass die Outputs mit Ripper Owens jetzt unter den Tisch fallen und auch live nicht mehr beachtet werden, aber trotzdem können Judas Priest mit „Angel Of Retribution“ ein gutes Album vorweisen. Leider sind auch Lückenfüller vorhanden, aber mit Songs wie „Judas Rising“, „Demonizer“, „Angel“ oder „Revolution“ können mich Judas Priest überzeugen. Sie spielen immer noch exzellenten Heavy Metal mit einem mehr als begabten Sänger Rob Halford. Ich hätte allerdings nichts dagegen, wenn Halford seine berühmten Screams wieder etwas häufiger verwenden würde. Trotzdem ist es Judas Priest mit „Angel Of Retribution“ gelungen, ein tolles Heavy Metal – Album zu veröffentlichen, das für Priest-Verhältnisse zwar schwächer ist, aber noch weit über anderen Heavy Metal-Outputs steht.

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