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Josh Smith: Over Your Head

Ein Album mit so einigen Highlights, aber eben nicht nur
Wertung: 7/10
Genre: Bluesrock
Spielzeit: 61:47
Release: 30.04.2015
Label: Crosscut Records

Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es den Blues mittlerweile schon. Dass das Genre sich über all die Zeit stetig entwickelt hat, doch unverkennbar geblieben und auch heute noch immer lebendig ist, verdankt es der Kreativität ständig nachrückender, innovativer Künstler. Einem wie Josh Smith – zumindest wenn es nach dem Promozettel geht, welcher ihn als „Eines der Großen Talente der Szene“ und „Wegweiser für die Zukunft des Blues“ anpreist. Ein ambitioniertes Statement, dem der Output des Bluesgitarristen schlussendlich leider nicht vollauf gerecht wird. Aber der Reihe nach:

Der Beginn der Scheibe verläuft ein wenig schleppend. Beim Opener „How Long“ kommt zwischendurch tatsächlich die Frage auf, wie lange es denn jetzt noch dauert. Denn auch wenn das ruhige, unspektakuläre Songwriting einen gewissen Charme hat, lässt es zumindest die erste Nummer etwas lahm erscheinen.

Diese Problematik ist es auch, die im weiteren Verlauf des Albums zu leichter Ernüchterung führt. Denn so lange Josh Smith ausschließlich innerhalb der engen Genregrenzen operiert, wirkt das Ergebnis meist einen Tick zu statisch. Da helfen auch die klare Produktion und die geradlinig groovenden Riffs nur bedingt.

Für die Höhepunkte der Platte gilt es stattdessen, nach den Nummern Ausschau zu halten, bei denen unerwartete Elemente oder fremde Genreanleihen für den nötigen, letzten Kick sorgen. Der Mundharmonika-Part im späten „You’ll Find Love“, der jazzige Walkingbass in „Still Searching“ oder die Abkehr vom omnipräsenten 12-Takt-Schema auf dem Instrumentalstück „...And What“ zum Beispiel. Songs wie diese beweisen, dass der 35-jährige Gitarrist sein Handwerk durchaus versteht und Gastauftritte von Joe Bonamassa oder Kirk Fletcher machen sich nicht nur gut auf dem Cover, sondern sind natürlich auch ein cooles Extra, das den einzelnen Songs noch einmal ein bisschen mehr Pepp gibt.

Die fünf Extratracks, die es bei der uns freundlicherweise zur Verfügung gestellten Limited Edition gibt, braucht es hingegen nicht unbedingt. Auf die Radioversionen einiger der Songs kann man dann doch getrost verzichten, die zwei Livesongs hingegen sind schon ein nettes Extra, das man gerne mitnimmt, aber eben auch nicht unbedingt braucht.

Zeit ein Fazit zu ziehen: „Over Your Head“ ist ein gutes, wenn auch mainstreamlastiges Bluesrockalbum geworden, auf dem sich so einige Highlights verstecken. Dafür, dass sich manche der Nummern etwas ziehen und einige Kompositionen ein bisschen zu statisch daherkommen, gibt es dann aber doch leichte Punktabzüge. Vor allem Genrefreunden kann man das Album dennoch getrost empfehlen.

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