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Jorn: Dio

Lieber eine Best-Of des Originals oder Jorn, das ist hier die Frage
keine Wertung
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 66:48
Release: 02.07.2010
Label: Frontier Records

Einen viel schlechteren Zeitpunkt hätte Jorn wohl nicht treffen können mit seinem Dio-Tribute-Album. Am 16. Mai 2010 ist der Meister gestorben. Also kocht schon eine Diskussion hoch, die da von Leichenfledderei und ähnlichem spricht. Das wird dem Ganzen aber in keinster Weise gerecht. Schon vor zwei Jahren kündigte Jorn Lande auf der Bühne ein Tribute-Album für Dio an, also auch schon deutlich vor der offiziellen Bekanntgabe seiner Krankheit. Außerdem wäre es schon sehr schwierig, in weniger als einem Monat das Album soweit fertig zu stellen, dass es veröffentlicht werden könnte, auch wenn das sicher irgendwie möglich gewesen sein könnte.

Auch in seinen alten Veröffentlichungen kamen, natürlich zu Recht, immer wieder Vergleiche seiner Stimme zu Dio und David Coverdale (Whitesnake) auf. Auch hat er immer wieder einmal Songs live gecovert. Allein deshalb müsste eigentlich jedem klar sein, dass hier wirklich eine persönliche Vorliebe zu spüren war.

Als Eröffnung dient der einzige selbst komponierte Song „Song For Ronnie James“. Ein kleines Meisterwerk, welches mit Zitaten aus den Texten von Ronnie gespickt ist. Das macht Laune und hat etwas Erhabenes. Da tritt zu jedem Zeitpunkt die Verehrung für diesen wunderbaren Künstler hervor. Einen derart guten Song hat Jorn schon lange nicht mehr veröffentlicht. Dieser Song hätte von der Qualität her auch locker auf jedem Album des verstorbenen Altmeisters stehen können. Da es die einzige Eigenkomposition ist, bleibt dies auch der einzige Anspieltipp.

Danach wird in erster Linie dem „Holy Diver“-Album gehuldigt. Ganze fünf Songs („Invisible“, „Shame On The Night“, Stand Up And Shout”, Don`t Talk To Strangers” und Straight Through The Heart”). Da kann man musikalisch halt nichts falsch machen, zumal sich Jorn auch sehr stark an die Originale hält. Hinzu gesellen sich noch vom „Dream Evil“-Album „Night People“ und „Sunset Superman“, sowie die Songs „Lord Of The Last Day („Magica“-Album), „Push“ (vom Killing The Dragon“-Album) und natürlich der Titeltrack von „Sacred Heart“. Also eine qualitativ hochwertige Mischung aus Evergreens und vielleicht nicht jedem bekannt, zumindest wenn man kein richtiger Fan ist.

Aber Dio hat ja nicht nur seine Solokarriere bestritten, nein, er hat ja auch Black Sabbath und Rainbow eine zeitlang begleitet. Aus diesen Phasen wurde von letztgenannten „Kill The King“ (vom „Long Live Rock'n'Roll“-Album) gecovert. Die Black Sabbath-Ära wurde mit einem Medley aus „Lonely Is The Word“ („Heaven & Hell“-Album) und „Letters From Earth“ (“Dehuminizer”-Album) gehuldigt. Allesamt stark dargeboten, trotzdem wirft so eine Ein-Group-Coveraktion immer die Frage auf, ob es dafür ein Publikum gibt, denn es wurde wie oben schon erwähnt sehr stark auf die Originale geschaut. Kauft man sich nun die Coverversionen oder eine Best Of-Compilation, die man im Zweifelsfall per offiziellem MP3-Download auch noch selber zusammengestellt hat?

Fazit: Genau die eben aufgegriffene Frage ist letztendlich der Knackpunkt. Jorn Lande kommt mit seiner Goldkehle sehr nah an das Original dran. Aber da schwingt natürlich der unzerstörbare Kultstatus noch mit. Irgendwie kommt dann nämlich letzten Endes doch wieder der Gedanke an Geldmacherei hoch. Ein Künstler covert einen Künstler. Das hat dann nur noch wenig mit Tribute zu tun, meiner Meinung nach. Da sieht die Sache anders aus, wenn mehrere Bands Songs auf einem Album von irgendwelchen Helden covern. Das ist halt der Ritt auf Messers Schneide, den Jorn Lande reitet. Nur stärkt er damit diejenigen, die ihn zu Unrecht nur als einen Coversänger von eben Ronnie James beziehungsweise David Coverdale halten. Eine sehr schwierige Sache, die ich hier nicht bewerten kann und auch gar nicht gewillt bin, dies zu tun. Musikalisch ist das Vorliegende aber auf hohem Niveau und als gelungen zu bewerten.

Edit: Hierzu passt auch der Aufruf von Ronnies Witwe auf der offiziellen Dio-Homepage vom 16.06.2010, in dem sie Veröffentlichungen kritisiert, die lediglich die Taschen der Bands bereichern und nicht dem "Stand Up And Shout Cancer Fund" zugute kämen. Lassen wir das einfach mal so stehen.

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