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Jonathan Davis And The SFA: Alone I Play/Live At The Union Chapel

Eine schöne Abwechslung zum sonstigen KoRn-Treiben
Wertung: 8/10
Genre: Nu Metal, Crossover
Spielzeit: 82:00
Release: 26.08.2011
Label: Music In Motion/Intergroove

Als Sänger in einer Band hat man bei Liveshows selten die Gelegenheit, seine persönlichen Vorlieben unterzubringen. Das dachte sich wahrscheinlich auch KoRn-Sänger Jonathan Davis und nistete sich bereits im Sommer 2008 in der Londoner Union Chapel ein, um zusammen mit einer zusammengewürfelten Truppe von Musikern unter dem Namen Jonathan Davis And The SFA eine Liveshow abzuziehen, die nicht nur die Herzen der KoRn-Fans erwärmen dürfte. SFA, das sind die Simply Fucking Amazings – allein der Name beweist schon: Die Herren können etwas (sollten sie zumindest) und das wollen sie auch gerne unter Beweis stellen.

Dabei wurden die Instrumente, wie es scheint, ein wenig passend zur Location ausgewählt. Neben einem Kontrabass und verschiedenen Percussion-Instrumenten wartet Violinist Shenkar auch mit einer extrem skurril aussehenden zweihälsigen Geige auf, die begeistert eingesetzt wird. Weil das Album als Doppelpack mit CD und DVD daherkommt, halten wir uns hier einmal hauptsächlich an die DVD, weil man dabei Audio- und optisches Vergnügen in einem hat.

Die Songauswahl dürfte einige Fans überraschen: Klar gibt es hier auch KoRn-Klassiker wie „Got The Life“ und natürlich das Tournamen gebende „Alone I Break“, aber abgesehen davon hat sich Davis die Arbeit gemacht, sehr selten bis gar nicht live gespielte Songs der Band auszugraben, sowie einige Tracks des „Königin der Verdammten“-Soundtracks auf die Bühne zu bringen, den er seinerzeit mitgeschrieben und –produziert hatte. Auf dem Soundtrack von Disturbeds David Draiman, Static-X-Sänger Wayne Static oder Marilyn Manson vorgetragen, passen die „Verdammten“-Songs auch ziemlich gut zu Davis’ doch recht gewöhnungsbedürftiger Stimmfarbe. Besonders „System“ sticht hier als Show-Opener hervor; Davis verbringt den Song (wie auch die folgenden) auf einem eleganten Holzthron und wirkt dabei ein bisschen wie ein Manischer, den man festgeschnallt hat; dass er nicht mitten im Song aufspringt, verwundert ein bisschen, aber vielleicht hat der gute Mann sich eine Verletzung zugezogen und ist nun zum Sitzen gezwungen.

Bei „Forsaken“ herrscht ein ähnliches Bild: Wie von der Tarantel gestochen gestikuliert der Mann herum, bleibt aber trotzdem sitzen – ein fast typisches Bild des Sängers, bei dem man automatisch grinsen muss. Ganz schön ist auch, dass hier ab und an das Publikum eingeblendet wird, wie es entweder völlig faszinierend gen Bühne starrt oder aus voller Kehle mitsingt. Und Davis scheint hier richtig Spaß zu haben: Mit einem breiten Grinsen (und das muss schon etwas heißen) plaudert der Kalifornier mit den Fans und beteuert mehrfach, wie viel Spaß er bei seinem Soloauftritt habe.

Überhaupt gibt das Ganze ein sehr stimmiges Bild ab: Alle Musiker (neben Davis immerhin fünf an der Zahl) tragen Anzüge oder Hemden mit Westen darüber, Davis selbst hat sich in Nadelstreifen geworfen – solche Outfits passen natürlich perfekt zur Location und geben Songs wie „Alone I Break“ tatsächlich nochmal den letzten Schliff. Inwieweit Live-Alben noch sinnvoll sind, bzw. inwieweit es Sinn macht, CD und DVD herauszubringen, statt sich nur auf DVD zu konzentrieren (zumal auf beiden die exakt gleichen Lieder vertreten sind), bleibt natürlich strittig – hier hat man jedenfalls das volle Package in auffällig silberner Verpackung. Mit 15 Songs ist die Setlist natürlich gut gefüllt, aber als Fan fällt einem im Nachhinein sowieso immer noch der ein oder andere Songs ein, der unbedingt noch hätte gespielt werden müssen. Immerhin: Mit „Got The Life“ und „Falling Away From Me“ bietet die Truppe am Ende der Show noch zwei regelrechte Dauerbrenner aus dem KoRn-Repertoire, die dementsprechend euphorisch vom Publikum aufgenommen werden.

Fazit: Als Fan der Band und der Arbeit des Sängers sollte man sich „Alone I Play“ in jedem Falle zulegen. Nicht nur, dass Jonathan Davis hier wesentlich gelöster wirkt als bei KoRn-Auftritten, man bekommt auch einen kleinen Einblick in seine musikalischen Vorlieben. Außerdem ist die Performance natürlich top, wenn sie auch nicht ganz an die „Unplugged“-Show von vor ein paar Jahren heranreicht. Dennoch: Ein Auge und Ohr kann und sollte man hier auf jeden Fall riskieren.

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