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John Jones: Rising Road

Zeit für Besinnung
Wertung: 8.5/10
Genre: Folk
Spielzeit: 44:25
Release: 28.08.2009
Label: Westpark Music

Manchmal muss es auch ruhiger sein: Zwar ist das Hauptprojekt von John Jones, die Oysterband, auch nicht gerade für laute Töne bekannt, so schaltet der Herr auf Solopfaden noch einen Gang zurück: Größtenteils besinnlich und nachdenklich sind die Lieder auf seinem ersten Soloalbum „Rising Road“ - dem ersten Soloalbum nach 30 Jahren Musik mit der Oysterband.

Zwölf Songs finden sich auf dem Silberling, sieben davon sind Jones' Neuinterpretationen von traditionellen englischen Folksongs. Doch allesamt, auch die fünf für das Album geschriebenen Songs, erzeugen eine Wirkung als laufe man durch weitläufige, flache, englische Landschaften und lausche dabei leichten Geschichten – eine Wirkung, die John Jones durchaus beabsichtigt.

Der Gesang steht hierbei jederzeit deutlich spürbar im Vordergrund: Die Instrumentierungen, die neben der Akustikgitarre und der Percussion auch aus Streichern, Mandoline, Bouzouki, Harfe und ähnlichen folkloristischen Gerätschaften bestehen, halten sich angenehm leise im Hintergrund und liefern eine angemessene Bühne für den Leadsänger John Jones.

Schon der Opener „Let Me Fall“ legt die Grundstimmung des Albums fest: Hier findet sich eigentlich nur die Melodielinie des Sängers, die minimal von einer Gitarre und einigen sphärischen Effekten unterlegt ist. „Let me take the glass with you / drink this, it is my blood“ - Textzeilen wie diese, oder auch das abschließende „Let me fall, so I might rise up / Let me fall, so I might rise up“ deuten auf eine weitere Inspiration von John Jones hin – neben der Leidenschaft für das Durchlaufen weiter Landschaften.

Eine andere musikalische Note schlägt „Litten Tree“ an: Auch hier dominiert zwar – wie überall – die Stimme von Jones, aber die Instrumentierung ist hier ausgeprägter, der Ton wird auch ein wenig lauter. Neben klaviergestützten Passagen findet sich dort ein sich aufbauender Refrain, der bei voller Ausprägung mit Gitarren und Klavier in positiver Manier an alte Zeiten zu appellieren scheint.

Unter den Songs mit traditionellen Wurzeln des Albums findet sich unter anderem „Fire Marengo“. Dieser Track an sich birgt einige Besonderheiten; er kann – gerade auch wegen seines getrageneren Tempos, welches zu schweren Bewegungen, wie zum Beispiel dem Lichten eines Ankers, passt – rhythmisch und von der Machart her gesehen durchaus als Shanty, also als Seemannslied, durchgehen, da dort ein vorgesungener Solopart durch mehrstimmig interpretierte Kehrzeilen gefolgt wird. Zwischen in dieser Art vokal dominierten Passagen finden sich Zwischenteile mit starkem Fidel-Einsatz, die dem Stück einige Beschwingtheit verleihen.

Mit „Rising Road“ präsentiert John Jones ein durchdachtes, gut produziertes erstes Soloalbum, auf dem die Stimmungen, die er vermitteln möchte, auch gekonnt richtig ankommen. Abwechslung ist geboten; die zwölf Songs des Albums sind in sich stark unterschiedlich – nicht nur durch das Zusammenkommen von sieben traditionellen und fünf neu geschriebenen Stücken –, passen aber in ihrer Durchführung doch zusammen. Langweile kommt nicht auf. Wer sich ruhigen, folkloristischen Tönen widmen will, ist mit „Rising Road“ gut bedient.

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