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Joel Jerome: Cosmic Bear Jamboree

Auf CD gepresster Rausch
Wertung: 7/10
Genre: Psychedelic Rock, Folk
Spielzeit: 44:05
Release: 11.08.2017
Label: eliterecords

Es gibt Genrekombinationen, die sollten längst viel bekannter sein, so absurd sie auch sein mögen – ein schönes Beispiel dafür bietet der Ami Joel Jerome auf seiner neuen Platte „Cosmic Bear Jamboree“, auf der er gemeinsam mit seinen Kumpels The Cosmic Bears munter-verstrahlt Psychedelic Rock und Folkmusik zu einer drogenumnebelten Melange zusammenrührt, der man sich auch als nüchterner Mensch nur sehr schwer entziehen kann.

Allein das Cover, auf dem ein völlig bekiffter Bär sich durchs Weltall treiben lässt, versprüht schon so viel Charme, dass man selbst so plumpe Titel wie „I Was On Acid“ großzügig übergeht. Ob der gute Herr Jerome sich tatsächlich mit all dem zuballert, was auf „Cosmic Bear Jamboree“ propagiert wird, sei mal dahingestellt, sicherlich klingt die Musik entsprechend – allerdings gilt der Mann, und das wahrscheinlich nicht zu Unrecht, als Mastermind der Los Angeles-Indie-Producer-Szene. Qualitativ muss man hier also Gott sei Dank keinerlei Abstriche machen, wenn auch die Musik an sich recht gewöhnungsbedürftig durch die Boxen tröpfelt.

Da hat man beim Opener „Cosmic Dancer“ schon ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht, die flirrenden Gitarren erinnern gerne mal an die Siebziger, Jerome selbst gibt sich mit leicht verzerrter Stimme dem Flow hin, dabei entsteht sogar ein überraschend tanzbares Stück. „Complicated Man“ beinhaltet dann gar eine recht dramatische Gitarre und hier ist es ein bisschen schade, dass der Gesang so absurd verzerrt, lang gezogen und gedoppelt wurde, denn gerade das Leadriff beschwört doch eine unheilschwangere Stimmung herauf.

Ob im verspielten „Tell Me Things“ oder dem für Albumverhältnisse erstaunlich straighten Rocker „Errbody Wants Somebody“ – eigentlich macht der bärtige Herr immer eine gute Figur. Auf Dauer mag das viele Geschwurbel und der Hall auf dem Gesang ein bisschen anstrengend wirken und die Sinne vernebeln, aber sicherlich ist das die gesündere Rauschvariante. Gerade die Songs, die ohne diese mächtigen Verschwurbelungen auskommen, sind aber genau die, die am ehesten im Gedächtnis bleiben – das fast an die Fünfziger erinnernde, beinah romantisch zu nennende „Don’t You Ever Think I Cry“ beispielsweise, oder das mehr als nur einen Hauch The Doors versprühende „Alcohol“.

„Cosmic Bear Jamboree“ ist ein Fest für die Sinne, aus dem man keinesfalls unberauscht herauskommt. Die Platte bekifft zu hören, muss nicht sein, hilft aber sicherlich bei der Orientierung durch schwurbelige Keyboards, flirrende Gitarren und hallende Gesänge. Auf Dauer geht hier sicherlich die eine oder andere Hirnzelle flöten, die berühmt-berüchtigte Kurzweil hat die Platte aber in jedem Fall für sich gepachtet.

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