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Jelonek: Jelonek

Ernsthafte Konkurrenz für Apocalyptica?
Wertung: 8/10
Genre: Neoklassik/Symphonic Metal
Spielzeit: 49:42
Release: 25.01.2010
Label: Mystic Productions

An der schwierigen Mischung aus hartem Rock oder Metal mit klassischer Musik versuchten sich schon zahllose Bands, doch nur bei wenigen stand die Klassik gleichberechtigt neben den verzerrten Gitarren oder dominierte gar die Musik. Ähnlich wie die populären Finnen Apocalyptica es seit vielen Jahren tun, wagt sich nun der polnische Geigen-Virtuose Jelonek an dieses Konzept heran – und macht dabei eine überraschend gute Figur.

Tatsächlich lässt sich das selbstbetitelte Debüt trotz metallischer Unterstützung mehr als Klassische Musik mit Hard Rock- und Metal-Einflüssen bezeichnen, denn gängige Songstrukturen lassen sich hier fast kaum finden. Dies ist es auch, was einen großen Teil der Faszination dieses Albums ausmacht, denn obwohl jedes Stück rein instrumental ist, kommt dank des abwechslungsreichen Songwritings und dem geschickten Aufbau der CD niemals Langeweile auf. Mal muten die Songs wie (manchmal augenzwinkernde) Verneigungen vor Werken klassischer Komponisten an, zu anderen Zeiten könnten sie glatt dem Soundtrack eines Rollenspiels entstammen. Gemeinsam haben die Stücke jedoch alle eines: In allen Kompositionen steckt hörbar viel Herzblut, so dass die Musik trotz der spaßigen Titel oft sehr emotional und energetisch ist.

Schon das eröffnende Stück „BaRock“ offenbart, dass der Ruf Jeloneks als einer der besten Violinisten Polens nicht unbegründet ist – nicht nur hier, sondern auch in den folgenden Songs zeigt der Mann, dass er ein Ausnahmetalent ist und eine riesige Bandbreite von Stilen beherrscht. Der genannte Track überzeugt dabei mit einer eher klassischen Melodieführung, die viel Dramatik beinhaltet und von dem gelungen Zusammenspiel von Geige und harten Gitarren profitiert. Nach diesem beeindruckenden Einstieg folgt der Song „B.East“, der seinen Namen zurecht trägt und auch ein solches ist. Das vermutlich härteste Stück der Platte begeistert mit einem Riff, das wohl kaum einen Hörer still sitzen lassen wird und lässt zwischenzeitlich auch einmal die Gitarre in den Vordergrund treten.

Ansonsten dominiert die meiste Zeit eindeutig die Geige das Geschehen; diese wird aber sehr vielseitig eingesetzt. Bei dem finsteren Opus „A Funeral Of A Provincial Vampire“ werden beispielsweise klagende Töne angestimmt, während in dem wunderschönen Stück „Beech Forest“ die Saiten gezupft werden und eine märchenhafte Atmosphäre erzeugen. Jedes dieser Werke hat einen ganz eigenen Charakter, so dass der Hörer immer wieder das exzellente Songwirting bewundern kann. Ob man nun „Akka“ nennt, wo orientalische Melodien erklingen, die dem Hörer nicht mehr aus dem Kopf gehen oder „Elephant's Ballet“, das mit überraschenden Tempowechseln aufhorchen lässt nimmt, man bewegt sich stets auf dem gleichen hohen Niveau.

Nennenswert sind dabei ohne Frage noch „War In The Kid's Room“ und „Mosquito Flight“: Während ersteres Stück den Hörer staunen lässt, wie viele Arrangements sich in einem Song unterbringen lassen, stellt „Mosquito Flight“ eine Hommage an den berühmten „Hummelflug“ dar, kommt jedoch deutlich rasanter und mit kreischenden Gitarren daher.

Überraschenderweise findet sich mit Jelonek wirklich ein Projekt, welches das Zeug dazu hat, mit Apocalyptica zu konkurrieren. Das Debüt erscheint sehr ausgewogen und bietet eine Menge Abwechslung, ohne aber zu anstrengend zu sein. Trotz aller Euphorie sollte man jedoch nicht vergessen, dass diese Art von Musik nach wie vor nur eine bestimmte Zielgruppe anspricht, denn eine gewissen Begeisterung für Violinen-Klänge und klassische Musik muss man schon mitbringen, um Freude an diesem Album zu haben. Wer diese Voraussetzung aber erfüllt, wird viel Spaß an dieser Angelegenheit haben, denn „Jelonek“ besitzt alles, was ein gutes Instrumental-Album haben sollte.

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