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Jeff Young: More Song Than Dance

Jeff Young an, Leben aus
Wertung: 8,5/10
Genre: Soul, Jazz, Blues
Spielzeit: 36:47
Release: 07.01.2013
Label: M2 Music

Mit „More Song Than Dance“ veröffentlicht der Singer & Songwriter Jeff Young sein neues Album. Mit namhaften Künstlern wie Bruce Springsteen, Alanis Morrissette und Sting stand er bereits auf der Bühne oder arbeitete mit ihnen im Studio zusammen.

Die Rezensentin hat bisher jedoch noch nichts von ihm gehört und fragt sich nun, nachdem sie sich ausgiebig mit diesem wundervollen Album beschäftigen durfte: „Warum eigentlich?“

Horizonterweiterung ist in der Regel etwas Feines, ständig in demselben Becken zu schwimmen, wird nach einer Weile auch langweilig. In der heutigen Zeit muss man mit anderen mithalten können, ständig über alles und jeden informiert sein, versuchen, mehr als nur 0,04% des Weltgeschehens mitbekommen und diese Einstellung macht auch vor Musik keinen Halt. Es wird gefordert offen für neue Dinge zu sein, und das ist auch gut so – doch was hat dies mit dem Review zu tun?

Jeff Young entführt den vielleicht gestressten Hörer in eine entspannte Welt voller Gefühle und leisen Tönen. Er schafft es, einen abzulenken, wenn man vom Alltag nichts mehr hören will; wenn der Wecker nicht klingeln wollte und man zu spät zur Arbeit kommt, man in einem stinkenden Bahnabteil zusammengequetscht herumlungern muss, der Leistungsdruck einem zu Kopf steigt und man vor Anspannung nicht mehr klar denken kann. Wir vergessen, zu leben und durch Musiker wie Jeff Young erinnern wir uns, in den kurzen ruhigen Momenten unseres Tages (z.B. mit dem Mp3-Player in der Bahn) wieder daran, zu genießen und die kleinen Dinge, die das Leben ausmachen, wieder richtig wertzuschätzen- simpel, ruhig und bewegend. Musik an, Welt aus.

Der Opener „Beautiful Loser“ ist klasse gewählt – die unaufdringlichen Töne der Gitarre, die verspielten Keyboardklänge und Mr. Youngs sanfte, aber kraftvolle Stimme verschmelzen in eine liebevolle Streicheleinheit für die Seele. Wenn zum Schluss noch die zarte feminine Stimme von Vonda Shephard (Banking Vokals) hinzukommt, ist man komplett aufgeschmissen und vergisst die Sorgen um einen herum.

Fast jeder Song hat etwas Melancholisches an sich, ohne dabei traurig oder gar deprimierend zu wirken („Hertache In The Heartland“, „Woman Of Soul“). Jeff Young schafft es, mit unglaublich viel Gefühl jeden seiner Songs überzeugend und sympathisch zu singen, läuft trotzdem nicht Gefahr, in diese „Schnulzen“-Schublade gesteckt zu werden. Wenn der Hörer spürt, dass der Künstler die Musik liebt und lebt, weiß man, dass man das richtige Album in den Händen hält.

Etwas mehr Abwechslung bietet „It's Gonna Rain“, welcher sich ziemlich nach 20er-/30er-Jahre-Stummfilm-Intro anhört und frech vor sich hindümpelt.

Mit „Life“ schließt sich der Kreis, eine stolze Ballade, die nichts für Klischees übrig hat und sicherlich beide Geschlechter gleichermaßen berühren könnte.

Dieses Album ist eine absolute Kaufempfehlung oder zumindest eine „Reinhör-Empfehlung“ für Liebhaber der Soul-/Jazz-/Blues-Schiene, für Menschen die Abwechslung vom Mainstreammüll brauchen, ohne direkt dem technischen Death Metal verfallen zu müssen, und selbstverständlich für all diejenigen, welche sich nicht in einem Genre einsperren lassen wollen, sondern offen für Neues sind.

Nun steigt man also aus der muffigen, warmen Bahn und ergibt sich dem kalten und schnellen Alltag. Hier ist kein Platz für leise Töne, für unaufdringliche Melodien und großen Emotionen. Musik aus, Leben an. Danke für die Pause Jeff Young.

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