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J.B.O.: I Don't Like Metal - I Love It

"Wisst ihr, was das "T" in M.E.T.A.L. bedeutet? Knick knack..."
Wertung: 4/10
Genre: Comedy Metal / Rock
Spielzeit: 46:18
Release: 14.08.2009
Label: Megapress / Soulfood

Eins muss man bei einem Review von J.B.O. von vornherein klarstellen: Ist der Schreiberling Fan der Band oder nicht? Wenn man mit dem Humor der Franken nichts anfangen kann, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Bewertung nicht hoch ausfällt. In meinem Fall ist es so, dass ich die selbst ernannte „Rosa Armee Fraktion“ durchaus unterhaltsam finde, auch wenn mir Songs wie „Hose runter“ doch etwas zu platt ausgefallen sind. Nun ist es also wieder soweit, das rosa Quartett versucht nach den durchwachsenen letzten Alben mit „I Don't Like Metal – I Love It“ wieder Boden gutzumachen.

Los geht es mit dem Titeltrack, der natürlich ein Cover vom 10cc Hit „Dreadlock Holiday“ ist und richtig gut funktioniert. Textlich mit einer netten Aussage versehen, folgt der Song der simplen und erfolgreichen J.B.O.-Formel einen bekannten Smasher leicht auf Rock oder Metal zu trimmen und mit einem eingängigen Text zu versehen. Dementsprechend gut sollte „I Don't Like Metal“ auch auf der Bühne funktionieren, wo die Band ohnehin ihre größten Stärken hat.

Mit „M.E.T.A.L.“ wird fröhlich weitergecovert, diesmal muss „D.I.S.C.O.“ dran glauben – ein Song, der mir persönlich tatsächlich rein gar nichts sagst, was bei J.B.O. eher selten vorkommt. Deswegen übt das hier auch keinerlei Reiz auf mich aus und textlich wird es auch wieder mal sehr plump. Oder wusstet ihr, dass das „T“ in Metal für „Titten“ steht? Haben wir mal wieder was gelernt.

Generell kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man dieses Album nach einigen Bieren wesentlich besser finden dürfte. Gut, das war auch bei vorherigen Veröffentlichungen so, aber die Frühwerke „Explizite Lyric“ und vor allem „Meister der Musik“ kann man auch auflegen, wenn man die CD noch nicht dreifach sieht. Heutzutage hat die Band ihr Händchen für wirklich gute Cover anscheinend größtenteils verloren, denn „Angie“ („Jeanny“ von Falco – ohnehin eine Sünde, den Song zu covern) und „Glenn Leipzig: Mudder“ („Mother“ von Danzig) eignen sich höchstens zum Fremdschämen.

Wie das Danzig-Cover andeutet, treiben J.B.O. auf dieser Platte ihren Schabernack auch mit den altbekannten Ossi/Wessi-Klischees und scheren sich nicht darum, dass sie damit schon ein paar Jahre zu spät sind. „Der Ossi sucht das Glück“ („Herr Rossi“-Titelmelodie) und „Wessi Girl“ („Jessie's Girl“) tun keinem weh und schmeicheln sich aufgrund der bekannten Melodien direkt ins Ohr, sind aber kaum härter als die Originale. Von all den Covern auf dieser CD reicht neben dem Opener nur „Geh mer halt zu Slayer“ noch an den Unterhaltungswert alter Tage heran. Denn aus dem allseits bekannten Stimmungskracher „Vamos A La Playa“ einen Song zu machen, der textlich vielen Metallern aus der Seele spricht, ist so stumpf, dass es wieder genial ist.

Das war es aber auch mit den Lichtblicken, denn wie immer versuchen sich die Franken an einigen Kompositionen, was häufig daneben ging und nur selten Brauchbares abwarf. Machen wir es kurz, Lieder wie „Das Eine“ oder „Der böse Gott“ sind öde Rohrkrepierer, die höchstens Leute witzig finden, die auch eine Dose Thunfisch für eine lustige Angelegenheit halten. Der Tiefpunkt wird aber beim musikalisch nervtötenden „Hitler hatte keinen Sex“ erreicht, obwohl es natürlich immer löblich ist, sich gegen die braune Brut zu positionieren (nicht, das J.B.O. das nötig hätten!). Wenn man aber ehrlich ist, ist das beste Lied, in dem leicht humoristisch aber dennoch mit den nötigen Ernst an dieses Thema herangegangen wird, schon 1992 von Die Ärzte geschrieben worden und heißt „Schrei nach Liebe“.

Fazit: J.B.O. führen ihre Reihe an schwachen Alben munter fort. Irgendwann kann man einfach nicht mehr über schlüpfrige Witze und verstaubte Klischees lachen. Zwar verbergen sich auch diesmal wieder zwei künftige Live Kracher auf „I Don't Like Metal – I Love It“, aber ob das den CD-Preis wert ist, darf angezweifelt werden.

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