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Japanische Kampfhörspiele: Bilder fressen Strom

Eigenwillig, aber auch eigenständig - eben JaKa
Wertung: 8/10
Genre: Grindpunk
Spielzeit: 42:26
Release: 29.01.2010
Label: Unundeux / Cargo Records

Japanische Kampfhörspiele war schon immer die etwas andere Grindcore-Band – schon der ziemlich coole Name lässt aufhorchen, doch wo bei anderen Kapellen derartige Auffälligkeiten nur über Unzulänglichkeiten musikalischer Art hinwegtäuschen (sollen), steckt bei den Krefeldern viel mehr dahinter. Von der Attitüde her punkig, vom musikalischen Gesichtspunkt wesentlich vielfältiger als so manche Genrekollegen – wobei die Band selbst ihren Stil als „Grindpunk“, beziehungsweise neuerdings teilweise sogar als „Popgrind“ bezeichnet, auch wenn von Pop selbstverständlich nicht wirklich etwas in der Musik zu hören ist –, und von den Texten her fernab aller Gore-, Splatter- und Porno-Klischees: Die Japanischen Kampfhörspiele sind schon sehr eigenständig und auch sehr eigenwillig.

Auch das neue Album „Bilder fressen Strom“ bietet wieder mehr als nur solide Grindkost; es wird nicht nur blind drauflos geknüppelt, vielmehr schreckt man nicht vor Experimenten zurück, spielt oft auch im groovenden Midtempo und glänzt durch abwechslungsreiche und intelligente Songaufbauten mit nicht selten rhythmisch recht komplexen Strukturen, was besonders bei den drei instrumentalen Tracks deutlich wird, die eben auch ohne Gesang (oder sagen wir eher ohne Gekeife und Gegrunze) sehr gut funktionieren.

Hier und da fließen Industrial-artige Elemente mit in die Stücke ein („Jochbeinbruch“), hin und wieder erklingt ein richtiges Gitarrensolo („Supermacht“, „Milchkrieg“) und auch das ein oder andere thrashigere Riff findet mal Platz („Effizienz“). Dennoch ist das Ganze im Gesamten betrachtet natürlich immer noch klar dem Grind-Genre zuzuordnen, was bei 27 Stücken in 42 Minuten ja ziemlich deutlich werden dürfte (der kürzeste Track ist „Der Arsch“ mit gerade mal acht Sekunden Spielzeit) – mal rasend schnell schnell mit dem Vorschlaghammer vorgetragen, mal zermalmend wie eine Dampfwalze.

Am interessantesten sind jedoch sicherlich mal wieder die Lyrics, die erneut allesamt aus der Feder von Schlagzeuger Christof Kather stammen. Wie schon in der Vergangenheit findet sich auch diesmal wieder allerhand Sozialkritisches, Provokantes und Kultiges (man erinnere sich nur an den Hammer-Titel „Im Schlafanzug zu Plus“ aus dem Album „Hardcore aus der ersten Welt“) in den Texten wieder. Ob man in schonungsloser Manier schildert, wie gnadenlos Tiere geschlachtet werden, bevor man sie zu Essen verarbeitet („Die Schlachtung“), unerträgliche Castingshows auf den Arm nimmt („Deutschland sucht den Superstar“), aufzeigt, dass der Deutsche halt nicht auf sein Auto verzichten will, so dumm dies auch ist, wenn es bedeutet, dass man letztlich länger arbeiten muss („Auto“), oder mit Touristen abrechnet, die sich peinlich im Ausland benehmen und dort billigen Sex gönnen („Rentnerparadies“) – JaKa halten der Gesellschaft wieder mal den Spiegel vor und das, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu wedeln. Ganz im Gegenteil, denn heuchlerische Moralapostel kriegen in „Links“ selbst ihr Fett weg, und sogar ein mittlerweile scheinbar ausgelutschtes Thema wie die Rolle der USA im Weltgeschehen kommt hier gut rüber.

Gerne wird auch mal ein bisschen provoziert („Goldene Mitte“, „Die Reinigung“), aber der JaKa-Humor ist eben meist schwarz und häufig auch selbstironisch – man achte beispielsweise nur mal auf die Textzeile „Wände mit Anarchie beschmieren/Bonys (zugegeben) nicht immer lustige Ansagen zensieren“ aus „Links“.

Fazit: Ein gutes Album, das die Krefelder hier vorlegen; musikalisch hat man sich weiterentwickelt und textlich ist man der Konkurrenz sowieso schon immer um Lichtjahre voraus gewesen. Weiter so!

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