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Jan Dorn: Ungebraucht Zurück

Psychedelic Punkhardrock
Wertung: 7/10
Genre: Punk- Metal- Hardrock
Spielzeit: 46:40
Release: 28.05.2010
Label: Roughtone-Records

Die Mischung aus Punk, Hard Rock, Metal und Psychedelic Rock, die von den Berlinern der Gruppe Jan Dorn geschrieben wurde, wird polarisieren, so viel ist sicher. Deutsche Texte sind nichts für jedermann, diese Lyrics dürften aber für viele aus der Rock-, Metal-, und Gothicszene genau das richtige sein. Durch den musikalischen Minimalismus, der hier betrieben wird, verdichtet sich die bedrückende Stimmung noch mehr und Gänsehautfeeling ist garantiert. Negativ fällt leider die Produktion auf, der Sound klingt recht blechern und es fehlt der Druck von unten.

Gleich mit „Goldfisch“, dem ersten Lied der CD, definieren Jan Dorn ihr Spielfeld. Klare Basslines, harte Gitarren und Psychodelic-Keyboards bestimmen den Sound des Quartetts. Recht einfach gehaltene, aber durchaus funktionierende Breaks teilen den Song in seine Einzelteile. Das gibt ihm eine klare und gut verständliche Struktur.

Mit „Ungebraucht Zurück“ folgt an zweiter Stelle der Titeltrack des Longplayers. Markant sind hier die verzerrten Shouts und der ebenfalls verzerrte Bass von Dave. Eines der besten Lieder der CD.

„Das Glück ist eine Diva“ gehört definitiv auch zu den bemerkenswertesten Stücken der Band. Hier kommen so richtig die Psychedelic-Keyboards von Debo zur Geltung. Auch Frontmann und gleichzeitig Drummer Lubi beweist hier, dass er durchaus stimmtechnisch wandlungsfähig ist.

Der Titel „Sommer“ beschränkt sich auf das Midtempo. Große musikalische Abwechslung gibt es nicht, doch ist der Text recht interessant. Eine schöne Melodie und ein gut arrangierter Refrain sorgen für die nötige Veränderung, um „Sommer“ nicht langweilig werden zu lassen.

„Quadriga“ dürfte eines der härtesten Lieder auf „Ungebraucht Zurück“ sein. Die Hommage an die verschiedenen Facetten unserer Hauptstadt zeichnet sich durch einen harten Refrain und teilweise cleane Strophenparts aus. Auch hier ist die sozialkritische Ader von Jan Dorn deutlich herauszuhören. Die Gesangsparts wirken bisweilen sehr erzählerisch und langweilen nach mehrmaligem Hören dann doch durchaus.

Mit einer Spielzeit von 2:33 min ist „Schere“ der zweitkürzeste Song des Albums. Interessant machen ihn vor allem seine kurzen zweistimmigen Gesangsparts.

Die musikalische Erzählung „Siddharta“ wertet das Album deutlich auf. Die Gitarre und das Keyboard verschmelzen zu einem Melodienfluss. Die Female Vocals-Einlagen gliedern sich gut ein und lockern das Ganze auf.

„Zusammenhalt“, „Pawlowscher Hund“ und „Sandmann“ gliedern sich nahtlos in den Reigen ein. Durchaus hörbar, aber auch keine großen Reißer. Das Intro zu „Soldat“ lässt aber gleich wieder aufhorchen. Dieses Stück ist nun wahrlich eine Abwechslung und prägt sich sofort ins Gehör.

Mit „Falling Aeroplane“ steht dann an letzter Stelle der einzige englischsprachige Titel auf der Liste. Auch dieser fügt sich nahtlos ein, fällt aber durch seinen anderssprachigen Text sofort auf.

Für Mainstream-Rockfans wird Jan Dorn „Ungebraucht Zurück“ wahrscheinlich kaum in Frage kommen. Freunde experimenteller Musik und Deutschpunkfans sollten durchaus ein Ohr riskieren. Wenn man mal über die Produktionsqualität hinweg sieht, wird dieser Longplayer durchaus beim einen oder anderen länger im CD-Schacht verweilen.

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