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Jamie's Elsewhere: They Said A Storm Was Coming

Härter ist besser
Wertung: 8/10
Genre: Post-Hardcore
Spielzeit: 37:58
Release: 16.02.2010
Label: Victory Records

Vergleicht man die beiden Studio-Alben „Guidebook For Sinners Turned Saints“ und „They Said A Storm Was Coming“ der kalifornischen Post-Hardcore-Formation Jamie´s Elsewhere miteinander, dann merkt man schnell, dass zwischen diesen beiden CDs Welten liegen.

Der Sound der Band ist deutlich härter geworden; waren die Songs damals noch stark vom Emocore beeinflusst, hat man sich inzwischen direkterem Post-Hardcore zugewandt und sich in sämtlichen Bereichen deutlich verbessert. Dass das 2010er Output „They Said A Storm Was Coming“ weitaus professioneller klingt, ist unter anderem selbstverständlich auf die weitaus bessere Produktion zurückzuführen, so klingt das Schlagzeug nicht mehr derart übertrieben dominant und mit überflüssigem Hall versehen, sondern satt und druckvoll, aber nicht zu übertrieben – es ist immer noch genug Platz für die abwechslungsreichen, angenehm hart abgemischten Gitarren und den Gesang, an dem stark gearbeitet wurde: Die klaren Passagen sind nicht mehr so weinerlich hoch, sondern energetischer, direkter, um einiges selbstbewusster, aber immer noch mitreißend und melodisch, während die Screams ebenfalls aggressiver und voluminöser geworden sind.

In Songs wie „The Mapmaker“ zeigen die Gitarristen, dass sie einige neue Raffinessen gelernt haben und wissen den Hörer mit schiebenden Breakdowns, aber auch schnell gespielten, kaum verzerrten Melodiebögen zu verzaubern, wie man sie unter anderem bei den Genrekollegen von Of Machines finden kann. Der Titelsong hingegen offenbart einen deutlich erwachseneren Umgang mit den Keyboards, die viel abwechslungsreicher, als man es von Jamie´s Elsewhere kennt, eingesetzt wurden und sowohl zum Groove, als auch zur Melodie und zur Atmosphäre einen großartigen Beitrag leisten. Ganz besonders erwähnenswert ist der Song „One Foot In The Grave“, der durch einen gekonnt aufgebauten Spannungsbogen überzeugt, nicht unbedingt neu, aber sehr clever brutale Shouts mit klarem Gesang kombiniert und letztendlich in einem epischen Finale resultiert, welches sich durch hohe Gitarren-Passagen und den immer emotionaler werdenden Gesang auszeichnet.

Mit „The Prodigal“ findet sich zudem eine obligatorische Ballade auf dem Album, die nur auf emotionalen Gesang und am Keyboard erstellte Instrumentalisierung aufbaut und einen direkten Gegenpol zu dem folgenden Song „Visions In Sleep“ darstellt, welcher vermutlich einer der bisher härtesten Songs der Bandgeschichte ist und nur spärlich klaren Gesang beinhaltet – aber trotzdem überzeugen kann. Zuletzt sei noch der Track „Wolves“ genannt, der sich hinsichtlich der energetischen, aber stets harmonischen Gitarrenarbeit und den stimmungsvollen Keyboards von den - qualitativ ebenfalls hochwertigen – übrigen Songs nochmals abhebt.

Der härtere Kurs steht Jamie´s Elsewhere enorm gut zu Gesicht und man hört auf diesem Album überdeutlich heraus, dass die Band an sich gearbeitet hat – und zwar erfolgreich, denn man merkt schnell, dass in sämtlichen Bereichen weitaus professioneller und kreativer gearbeitet wurde. Zwar nicht unbedingt neuartig, aber ein mehr als solides Album, dass Post-Hardcore-Fans keinesfalls missen sollten!

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