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Jamie Lenman: Shuffle

Wird der Bezeichnung "Coveralbum" nicht gerecht
Wertung: 8,5/10
Genre: Punk, Rock, Crossover
Spielzeit: 39:54
Release: 05.07.2019
Label: Big Scary Monsters

Wenn ex-Reuben-Fronter Jamie Lenman ein Cover-Album vorstellt, kann man schon mal erwarten, dass hier nicht einfach Songs anderer Combos neu verwurstet werden. Stattdessen bedient sich der Musiker seiner eigenen Kindheit und Jugend, verarbeitet Lieblingssongs, -serien, - filme und -comics zu einem punkig-rotzigen Durchlauf, der mit der überaus noisigen und aggressiven Vorabsingle „Popeye“ durchaus passend eingeleitet wurde. Dass der gute Mann sich damit einen langgehegten Traum erfüllt, hört man an allen Ecken und Enden, da mag der ein oder andere Song noch so schräg daherkommen – irgendwie freut man sich jederzeit an dem Enthusiasmus des Briten.

Der Opener „Tomorrow Never Knows“ mag da noch etwas nervenzehrend und unübersichtlich daherkommen, schon bei „Killer“ erkennt man dann durchaus Strukturen; war doch schon das Seal‘sche Original ein Knallersong, wirft Lenman noch mal seine ganz eigene Gewürzmischung mit in den Topf und fabriziert einen eindringlichen, druckvollen Track, der sich gleich mal als Anspieltipp herausputzen darf. Überhaupt zeigt Lenman sich wandelbar und überrascht mit einer breiten musikalischen Geschmackspalette: Da breitet sich düster das beinah schon an Tool erinnerende „Coda“ vor dem Hörer aus, „She Bop“ entpuppt sich als sexy Rock‘n‘Roller und die Hommage an Wolverine, „Adamantium Rage“, könnte auch gut als Intermezzo auf einem Black-Metal-Album herhalten.

Zeit haben sollte man für „Shuffle“ in jedem Fall, nicht umsonst lag das gute Stück bei mir eine Weile brach: Was sich beim ersten und möglicherweise auch zweiten Durchlauf wie ein unsortiertes Stück Lärm ausnimmt, hält bei näherem Hinhören eine ganze Menge spannende Details bereit: Da liest Lenman auch schon mal aus dem Klassiker „Moby Dick“ („The Pequod Meets The Delight“) und macht dabei sogar eine sehr passable Figur, während passenderweise im Anschluss das traurige „A Handsome Stranger Called Death“ mit Akustikgitarre intoniert wird.

Unfassbar auch, dass ein Lärmbrocken wie der Beatles-Track „Hey Jude“ und das stille, fast besinnlich anmutende „The Remembrance“ von ein- und demselben Künstler verwandelt wurde. Allein der Vergleich dieser beiden Tracks zeigt einmal mehr auf, wie wandelbar Lenman sein kann, ohne sich dabei anzupassen; viel mehr wirkt der Mann wie ein verschrobener Großvater, der den Enkeln Geschichten aus der guten alten Zeit präsentiert, schockiert über deren Unwissenheit, aber doch gutmütig genug, um ihnen sanft zu erklären, dass es Musik, Computerspiele und Comics schon zu seiner Zeit gab. „Shuffle“ ist somit nicht einfach nur ein Coveralbum geworden und hat diesen Titel, der ja durchaus negativ behaftet sein kann, eigentlich auch gar nicht verdient. Vielmehr liegt hier ein Konglomerat der Achtziger- und Neunziger-Popkultur vor uns, das Lenman mit eigenen Erfahrungen und Erinnerungen gespickt hat. Wenn man sich auf „Shuffle“ einlässt, kann man hier so einiges entdecken.

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