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Jamie Lenman: King Of Clubs

Die personifizierte Coolness
Wertung: 9/10
Genre: Crossover, Metal, Punkrock
Spielzeit: 23:36
Release: 25.09.2020
Label: Big Scary Monsters

Wir befinden uns gemeinsam mit Singer und Songwriter Jamie Lenman in einer Albumtrilogie, die nun ihr Ende findet: Beginnend beim etwas anstrengenden „Devolver“ aus dem Jahre 2017, über das absurd-geniale Coveralbum „Shuffle“, welches erst letztes Jahr erschien, spannen wir den Bogen zum aktuellen Mini-Album „King Of Clubs“, das Ende des Monats erscheint. Wer sich die physische Version zu Eigen macht, darf gar auf eine Doppel-EP hoffen, denn der gute Mann hat seine Fans mit einer Akustikversion der sieben vorliegenden Songs bedacht. Wir halten uns aber mal an die Basic-Ausgabe, die für viele Musikfans auch schon experimentell genug ausfallen dürfte – aber von Lenman erwartet man auch nichts anderes.

Überrascht wird man dann aber doch das ein oder andere Mal, sei es vom recht souverän vorgetragenen Rap-Part in „Summer Of Discontent (The Future Is Dead)“ oder dem unwahrscheinlich mahlenden Groove im massiv durch die Boxen rollenden „Sleep Mission“, bei dem man an alles mögliche denkt, nur nicht an Schlaf. Von Punkrock kann man bei dieser Platte eigentlich schon nicht mehr sprechen – Lenman suhlt sich in allerlei Metal-Genres, die ihm alle unfassbar gut zu Gesicht stehen. Selbst das lärmig-genervte „I Don‘t Wanna Be Your Friend“ mit der unsterblichen und bereits auf so vielen Kneipentouren als wahr empfundenen Zeile „If you‘re a dick when you‘re drunk, you‘re a dick all the time“ klingt einfach nur nach personifizierter Coolness.

Zu selbiger trägt natürlich immer wieder auch das mega-lässige Drumming bei; besonders schön fällt das bei einem eher zahmen Song wie „The Road To Right“ auf, der durch clevere Drumfills und ein im Verlauf wie aus dem Nichts auftauchendes, geniales Gitarrenriff ziemlich deftigen Groove transportiert und am Ende den gespannten Hörer doch noch mit einem stimmlichen Ausraster belohnt. Im verzerrten „Kill Me“ klingt der Meister durch fast geflüsterte Sprechpassagen dann beinah wie Marilyn Manson zu seinen besten Zeiten, live kann der Track mit seinen stampfenden Rhythmen und dem „Kill Me“-Mitsing-Part sicherlich den Putz von der Decke rieseln lassen.

Es ist unfassbar, mit welcher Nonchalance Lenman die doch recht unterschiedlichen Songs präsentiert, wie gekonnt hier verschiedene Stile verwoben werden, wie scheinbar souverän diese akustischen Experimente ablaufen. Am Ende scheint sich alles ineinander zu fügen; kaum zu glauben, dass noch vor drei Jahren der Sound des Singer/Songwriters von der Schreiberin dieser Zeilen höchstselbst als „chaotisch […], beinah zusammengestückelt [...]“ bezeichnet und mit nicht gerade schäbigen, aber – seien wir ehrlich – auch nicht gerade überwältigenden sieben Punkten bedacht worden war. Mittlerweile hat sich Lenman zu einem Namen gemausert, bei dem man hellhörig wird und sich nicht lange bitten lassen muss, um sich mit seinem neuesten Output näher beschäftigen zu wollen. Bis auf das leider „nur“ instrumentale, wenn auch hypnotische Titelstück liegen hier ausnahmslos bärenstarke Stücke vor, die unverhoffte Einblicke in die stilistische Vielfalt des Briten gewähren.

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