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Jamheads: Jam For Life

Fettes Rock'n Roll-Album, wie man es sich wünscht
Wertung: 9/10
Genre: Hard Rock, Heavy Metal, Rock'n Roll
Spielzeit: 32:31
Release: 07.07.2017
Label: Independent

Die Jamheads aus der alten Metal-Hochburg Velbert/Rheinland gründeten sich 1990 und spielten bis 1996 in der heutigen Besetzung mit Lemmy, Mick und Eulinger zwei Alben ein: "Don't Get Mad, Get Stupid" (1995) und "On The Loose" (1996), bevor sie sich auflösten.

Nach der Trennung waren die drei aber weiterhin aktiv. Lemmy, der als Mitbegründer von Violent Force und zeitweiliger Bassist und Texter von Living Death in den 80ern bekannt wurde, spielte bis zur Reunion der Jamheads ausschließlich in Coverbands. So u.a. bei den überregional bekannt gewordenen Rämouns und bis heute bei Ballroom Blitz. Auch Mick spielte immer weiter in diversen Bands und für acht Jahre mit Lemmy bei den Rämouns, während Eulinger seit 1998 bei den The Hellboys die Trommelfelle malträtiert, die ebenfalls schon in weiterem Umkreis Beachtung fanden.

Im Juni 2012 führte Eulinger die Jamheads noch einmal zusammen. Es ist dieser dreckige Rock'n Roll, diese Mischung aus alten Rock'n Roll-Elementen, klassischem Heavy Metal, Punkrock und Hard Rock, der den Jamheads ihren typischen Sound verleiht und eine kleine, aber treue Fangemeinde begeistert. Ein bisschen Motörhead, ein wenig Rose Tattoo, etwas Ramones und eine Prise AC/DC.

Was live schon damals erstklassig klappt, funktionierte bei den ersten beiden Alben auf Konserve nicht so perfekt: Beide Alben leiden ein kleines bisschen unter einer schwächlichen Produktion und können deshalb nicht den fetten Live-Sound herüberbringen. Das ist schade, denn das Songmaterial  kann sich größtenteils durchaus sehen (und wie ist das beim Hören?; Anmerkung d. Red.) lassen. Titel wie "On The Loose" oder "I Am What I Am" sind echte Hits und noch heute aus keiner Jamheads-Show wegzudenken.

Nach fünf Jahren fleißigem Touren und zahlreichen Gigs quer durch die Republik ist nun der neue Longplayer "Jam For Life" da. Zehn neue Songs, zehn Rock'n Roller allererster Güteklasse! Zehn eingängige Ohrwürmer, die hängen bleiben! Und das ganze in einer megafetten Produktion, die einem ordentlich die Gehörgänge freibläst!

Nach all den Jahren hat Lemmy's Stimme nichts von ihrer Aggressivität verloren. Wenn er gleich zu Beginn des Openers "So Much" in die Boxen brüllt, dann weiß jeder gleich, wo es lang geht. Lemmy ist ähnlich wie sein leider verstorbener Namensvetter sicherlich kein DIO oder King Diamond am Mikrofon. Ist er nie gewesen. Will er auch nicht sein, aber seine Stimme schneidet sich auf unnachahmliche Art und Weise durch die Songs. Das ist Rock'n Roll, so muss er klingen.

Wer die ersten beiden Alben der Band kennt, dem sei gesagt: Das sind genau die Jamheads, wie man sie kennt, nur fetter und noch besser! Diesen Silberling schiebt man am besten in den CD-Player im Auto, setzt die Sonnenbrille auf, dreht den Lautstärkeregler schön nach rechts und lässt sich durch die Gegend und über die Straße tragen. Klasse!

Lemmy's Gitarre rotzt die dreckigen Riffs und kurzen, aber knackigen Soli heraus, dass es eine wahre Rock'n Roller-Freude ist und die Rhytmusabteilung mit dem starken, zuverlässigen Mick am Bass und dem erfahrenen, spielfreudigen Eulinger an den Fellen geben dem ganzen den perfekten Rahmen.

Anspieltipps zu geben, fällt unglaublich schwer, weil alle Songs ein hohes Potential besitzen. Es gibt keine Pausenfüller, jedes Stück klingt eingängig und trotzdem nicht übertrieben kommerziell. Lemmy & Konsorten haben ganze Arbeit geleistet hinsichtlich Songwriting und Texten. Das langjährige Touren mit Coverbands und die Beschäftigung mit Klassikern anderer Bands scheinen Früchte getragen zu haben und den Jamheads 2017 zugute gekommen zu sein. Man beachte nur die mehrstimmigen Vocals an vielen Stellen. "Jam For Life" klingt reifer, erwachsener und viel, viel  satter als die beiden Vorgänger. 

Man soll ja immer vorsichtig sein mit Superlativen, aber dieses Album hat Potential, eines der Alben des Jahres zu werden.

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