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James LaBrie: Impermanent Resonance

Führt die Richtung des Vorgängers fort
Wertung: 7.5/10
Genre: Progressive / Melodic Death Metal
Spielzeit: 49:46
Release: 26.07.2013
Label: InsideOut

2013 scheint ein wahres Festjahr für Fans von Dream Theater zu werden: Im September werden die New Yorker Prog-Könige ihr elftes Studiowerk in die Verkaufsregale wuchten, und zuvor bringt nun Frontmann James LaBrie seine neueste Studiolangrille unters Volk. Der Vorgänger „Static Impulse“ von 2010 war das härteste Album, das der Kanadier in seiner bisherigen Karriere abgeliefert hatte, war eindeutig im Melodic Death Metal verwurzelt und auf dem neuen Streich „Impermanent Resonance“ wird dieser Kurs fortgeführt. Kein Wunder, gab es doch keinen Wechsel im Line-Up, was zeigt, dass es sich hier um ein eingespieltes, anscheinend bestens funktionierendes Team handelt – bei einem Solokünstler ist ein konstantes Line-Up auch über zwei Platten ja nicht unbedingt der Standard.

Jedenfalls ist somit auch wieder Darkane-Schlagzeuger Peter Wildoer (welcher 2011 bei den Drummer-Auditions von Dream Theater vorspielte und dort immerhin unter den Top 3 landete) mit an Bord und neben dem Job an der Schießbude erneut für die gelegentlichen Growl-Einschübe zuständig. Diese wurden wieder sorgsam und wirkungsvoll platziert und verleihen den Stücken einen härteren Anstrich, ohne Alibi-mäßig zu wirken. Insgesamt geht man noch eingängiger als auf dem letzten Album zu Werke, was LaBrie bereits im Vorfeld angedeutet hatte, als er meinte, die Platte sei „stark, einprägsam, voller Hooklines (…)“. In der Tat laufen die Songs noch schneller rein, viele Refrains lassen sich schon nach dem ersten Durchlauf mitsingen, können zum Glück aber auch den Langzeittest bestehen.

Der zweite vorab im Internet zum Probehören bereitgestellte Song „Back On The Ground“ (erinnert anfangs ein bisschen an Dream Theaters „Wither“ oder auch „Beneath The Surface“) war allerdings doch ziemlich enttäuschend; eingängig ja, aber irgendwie auch recht belanglos mit Refrain von der Stange. Es ist ja stets ein schmaler Grat zwischen Eingängigkeit und Cheesiness bzw. Bedeutungslosigkeit. Auch bei „Undertow“ und „Slight Of Hand“ bewegt sich James sehr nah an der Grenze zur Standardware, was die Chorusse anbelangt, doch können diese Stücke dafür insgesamt mit besonders gelungenem Wechselspiel in Sachen Growls/Klargesang aufwarten. Bei Nummern wie „I Got You“, „Holding On“ oder „Letting Go“ versteht man ebenfalls bestens, was mit dem höheren Maß an Eingängigkeit gemeint ist: Die Refrains hier sind ebenso simpel, aber die Songs haben Biss und machen trotzdem Spaß. Enormes Hitpotential ist hier auf jeden Fall erkennbar und live macht das bestimmt tierisch Laune.

Auch der Opener „Agony“ war schon im Netz zu hören, bildet mit ordentlichem Drive (teils mit Blastbeats) einen guten Auftakt und war somit ganz klar der bessere der beiden Vorab-Tracks, „Lost In The Fire“ markiert einen schleppenden, aber schön groovenden Stampfer und selbst „Say You’re Still Mine“, dessen Titel eine Schmalzballade allerschlimmsten Kalibers befürchten lässt, entpuppt sich als gar nicht so üble, sich steigernde Komposition mit Breitwand-Chorus. Mit „I Will Not Break“ schiebt man am Ende dann einen amtlich Arsch tretenden Rausschmeißer nach, bei dem erneut eine kurze Blastbeat-Sequenz aufblitzt.

Seinen eigenen Stil hat James LaBrie mit „Impermanent Resonance“ spätestens etabliert. Wer mit den Growls auf dem Vorgänger nicht glücklich war, dem sei gesagt, dass sie zumindest etwas reduziert wurden, aber für James scheinen sie in seinem Soloprojekt nun einmal dazuzugehören und es ist gut zu sehen, dass er es im Gegensatz zu anderen Solokünstlern, die regulär in einer sehr bekannten Kapelle zocken, schafft, sich musikalisch von seiner Hauptband zu emanzipieren und sein eigenes Ding durchzuziehen. Natürlich sind die Keyboards ebenfalls wieder sehr präsent (James und Tastendrücker Matt Guillory sind schließlich die Songwriter) und verleihen dem Ganzen noch etwas mehr Farbe, Tiefgang und eine gewisse spacige, futuristische Atmosphäre. Entsprechend knackig und modern ist die Produktion ausgefallen, die der Musik absolut gerecht wird.

Ob die Platte besser oder schlechter als „Static Impulse“ ausgefallen ist, liegt im Auge des Betrachters, objektiv gesehen befinden sich beide wohl auf ungefähr demselben Level. In jedem Fall kann „Impermanent Resonance“ mit einigen starken Tracks glänzen (besonders in der Mitte des Albums), die die wenigen schwächeren Momente problemlos ausgleichen.

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