Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Jäger 90: Fleisch Macht Böse

Grundsolides drittes Album
Wertung: 6.5/10
Genre: EBM
Spielzeit: 40:09
Release: 12.08.2011
Label: Out Of Line

„Fleisch Macht Böse“ ist die Botschaft, die einem entgegen knallt, sieht man das neue Werk der Jäger 90. Es ist bereits die dritte Veröffentlichung der Electronic-Body-Popper und soll nun neue Fans überzeugen und die schon vorhandenen bekräftigen. Ist es eine Provokation für alle, die Fleisch essen und eine Bestätigung all derer, die sich entschieden haben, vegetarisch oder gar vegan zu leben? Ob die Frage eine Antwort findet, wird sich finden.

Lautlos und schleichend beginnt das Album mit dem Track „Stärker Als Du Meinst“. Man meint wirklich, den herannahenden Jäger kommen zu hören. Der Schuss allerdings bleibt dann aus. Es kommt nichts Außergewöhnliches und so bleibt dies eher ein schwacher Einstieg.

Auch die nächsten Tracks, von denen es insgesamt elf auf der neuen Platte gibt, kommen minimalistisch daher, schleichende Beats, stereotype Bässe und deutsche Lyrics. Jäger 90 kommen mit dem Wenigen aber gut aus und die Lyrics werden ebenfalls ruhig und sachlich vorgetragen und behandeln Themen wie Schwitzen, Sex, Krieg und das allgemeine Durchdrehen der Menschen. Besser kann man diese Themen nicht aufgreifen in einer Welt, in der oftmals nur Schreien und Krachmachen zählt. Den Weg über ruhige Takte zu wählen, ist gar nicht so verkehrt, um Gesellschaftskritik zu verbreiten.

Einen tieferen Blick kann man auch in den fünften Track des Albums riskieren. „Wenn Es Euch Nicht Passt“ beginnt langsam, fast zögerlich, um dann in den Jäger-90-typisch stereotypen Rhythmus zu verfallen. Die Vocals erinnern an dieser Stelle einmal mehr an die Neue Deutsche Welle. Sind die ersten zwei Minuten noch ok, wird es dann aber anstrengend, weiter zu hören, aber wie der Song schon sagt: „Wenn Es Euch Nicht Passt“, dann lasst. Was hier nun gelassen werden, soll bleibt offen. Auf jeden Fall ist es eine interessante Art, Themen aufzugreifen.

Mit Witz geht es bei „Der Sägefisch“ weiter. Allein die Vorstellung eines Sägefisches, der um einen Tisch kreist, lässt einen schmunzeln. Ähnlich wie die Kreise, die dieser Fisch ewig zieht, ist die Melodie hier wieder angepasst, es gibt keine Überraschung den anderen Tracks gegenüber. Und so werden Jäger 90 ewig ihre Kreise ziehen.

Aber was man sich auch von einem EBM-Album wünscht, ist, dass es Stücke zum Tanzen gibt, dass man sich bewegen will und gerade Texte, die nicht nur aufzeigen, sondern mehr enthalten. Davon gibt es hier wenig.

„Ein Neuer Tanz“ sticht dann ein wenig hervor. Weg von den monotonen Beats, von eintönigem Sprechgesang, bietet das Stück das bisschen Power, was den übrigen definitiv fehlt. Man hat sich auch lange durch die CD gequält, um an dieses Goldstück zu kommen. Ein bisschen fühlt man sich nun wie ein Minenarbeiter, der gegenwärtig dreckig und staubig und doch glücklich den Diamantensplitter hochhält. Das Wort „endlich“ taucht vor dem inneren Geiste auf und nun darf getanzt und nicht mehr nur gewippt werden.

Es ist nicht falsch zu verstehen, das Album ist nicht schlecht gemacht, es fehlt ihm einfach ein bisschen Pepp und nach den Vorgängern war die Erwartung einfach viel größer. Ob Fleisch nun böse macht, wird auch nicht wirklich beantwortet.

comments powered by Disqus

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte

Kurzweiliger Abend mit kleinem Vorgeschmack auf das kommende Album

Wenn es im August schneit und trotzdem alle schweißgebadet nach Hause gehen

Fantastisches Open-Air, bei dem alle um die Wette strahlen

Familiäre und friedliche Metalparty am Kanal, Take 17

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging