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Jadis: Photoplay

Eintönig und gleichmäßig
Wertung: 5/10
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 60:22
Release: 24.02.2006
Label: InsideOut Music GmbH

Nicht einmal Jadis selbst können genau sagen, wann die Band denn nun genau gegründet wurde - dafür waren die Übergänge einfach zu fließend. Dass es die Band jedoch noch gibt, soviel ist sicher - meldeten sich die Briten um Gary Chandler jüngst erneut mit ihrem neusten Werk “Photoplay” zurück.

Nachdem die Band 87 noch IQ supportete, gelang erst durch den Line Up-Wechsel fünf Jahre später die Veröffentlichung der erste Platte mit Drummer Steve Christey und dem Keyboarder Martin Orford von IQ herauszubringen, die vorerst noch von John Jowitt als Gast und Bassist unterstützt wurde. Das Gleichstellen dieser beiden Bands war und ist für Chandler dennoch nicht möglich - für ihn ist Jadis immer noch etwas „völlig Selbstständiges“ - und nicht automatisch mit IQ in einen Topf zu werfen.

Es folgten neben der Auszeichnung als „Beste Band des Jahres“ durch die Classic Rock Society auch die Ehrung ihres folgenden Silberlings „across the water“. Nach vier weiteren Alben folgt nun das seit drei Jahren erwartete „Photoplay“, in dessen Zusammenhang dann auch wieder eine Europatournee mit kleineren Gigs in Deutschland geplant ist.

Doch nun zum Album selbst, das den Eindruck macht, als wolle Chandler mit allen Mitteln Stilbrüche und Disharmonien vermeiden. Wie schon auf den Vorgängeralben steht natürlich die Gitarre als Hauptinstrument im Mittelpunkt und wird zwar durch harmonisch in das Lied passende Soli immer wieder in diesen gerückt, überzeugt aber nicht gerade durch Facettenreichtum. Der Opener „Here‘s a light“ beginnt und endet mit der fast schon vorsichtig klingenden Gitarre, als wolle Chandler spielen und traue sich nicht wirklich, sich auszudrücken. Auch der Gesang fügt sich ebenmäßig ein, hebt sich nicht ab - ein durch und durch fast schon eingängiges Stück.

Auch die nachfolgenden Lieder “What Goes Around”, “Standsing Still” und “Please open your eyes” bestätigen den Eindruck eher, als dass sie das Gegenteil beweisen. Chandler, zwanghaft auf Harmonie aus, singt zwar herrlich klar und melodiös, aber nicht so kraftvoll, wie er könnte. Nach dem zweiten Lied hat man Probleme, die Songs auseinander zu halten, da sie sich vom Aufbau her wenig unterscheiden und es kaum Ecken und Kanten gibt, die dieses Album perfekt gemacht hätten. Es ist ein wenig zu viel des Guten, zu viel der Gleichheit - manchmal wäre es eben doch ganz schön, Gefühle und Emotionen aus Chandlers Stimme heraus zu hören. Man vermisst Empfindungen wie Wut, Zorn und Freude, stattdessen klingt seine Stimme nach beständiger Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit.

Lichtblick ist immerhin “I Hear Your Voice”, indem Chandler es vorzüglich schafft, seine Sehnsucht in den klagenden Refrain zu legen und man merkt: es geht auch anders! Warum denn nicht gleich so? Zwar machen eingängige Basslinien und gleicher Rhythmus diesen Erfolg wieder zu Nichte, doch dieses Lied hat Wiedererkennungswert. Auch “Need To Breath” führt diese Linie weiter - die Gitarren sind eindeutiger rockiger geworden, wenngleich man sich doch wieder mehr Gefühl im Gesang wünscht. Wer von lebenswichtigen Dingen wie dem Atmen singt, der sollte dies auch in die Stimme übertragen.

Das Album endet mit dem Akustikstück “Photoplay”, wobei sich hier die Frage stellt, ob das wirklich nötig war.

Photoplay kann man also als relativ eintönig und gleichmäßig betiteln - für Fans der Band dennoch wieder ein Muss.

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