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Jaded Heart: Common Destiny

Ein einfach bärenstarkes Album
Wertung: 8,5/10
Genre: Hard Rock/ Melodic Metal
Spielzeit: 56:10
Release: 25.05.2012
Label: Fastball Music

Zurück nach Hause und doch irgendwie nicht, so könnte die Überschrift für die Ruhrpott-Rocker heißen, die einst ihr Heim in Duisburg hatten und nun eher zu einer internationalen Combo herangereift sind, denn mit Johan Fahlberg (ist der Kerl eigentlich auch noch mit Denied am Start?) ist die schwedische Stimme ja nun schon auf dem vierten Album dabei, und auch Gitarrist Peter Oestros malträtiert bereits seit 2006 die Gitarrensaiten bei Jaded Heart. Dazu kommt ja noch, dass sie dem italienischen Label Frontiers Records den Rücken gekehrt haben und nun eher auf kölsche Fastball-Music-Dynamik setzen.

Nicht immer scheinen deutsch-schwedische Aufeinandertreffen wirklich zu funktionieren, bei den Hard Rockern/ Melodic Metallern geht allerdings die Rechnung auf, denn in regelmäßiger Konstanz feilen sie an ihren Stärken und tischen nun mit „Common Destiny“ ihr elftes Studioalbum in knapp 21 Jahren Bandgeschichte auf. Hut ab dafür, zumal sie auf dem neuesten Album anscheinend einmal mehr ein wenig mehr Power auflegen und die hardrockige Grenze nicht nur immer wieder ausloten, sondern so manches Mal überspringen.

Ein beeindruckendes Statement liefern sie gleich mit dem Opener „With You“, welches nur kurz mit Hennings Keyboard eingeleitet wird; danach aber braten die Gitarren schon deutlich im melodischen Metal, dass die Jaded-Heart-Proberaumwände ordentlich gewackelt haben müssen. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Truppe sich glatt selbst produziert hat und sich lediglich Hilfe von Michael Voss und Chris Lausmann ins Haus holte – soviel Eier und Überzeugung am eigenen Material kann natürlich schnell in die Buchse gehen, hier aber ist es eher ein Zeugnis von „alles richtig gemacht“. Aber zurück zu „With You“, denn wie kann man den immer wieder übergestülpten Kuschelfaktor zurück in die Schranken weisen? Dezente Keyboardarbeit, fett riffende Gitarren, die härtegradtechnisch etwas zugelegt haben und vor allem eine fesselnde Gesangsmelodie ohne jeglichen Beifang von Piepsigkeit – kraftvoll, wie der John da ins Mikrofon röhrt.

Und ist man gerade fertig damit, sich verwundert die Kopfhaut wegen des klasse Openers zu kratzen, da legen sie mit einem harten „Saints Denied“ nach, sodass man schnell überprüfen muss, ob nicht eine andere CD im Schacht liegt – eindeutig eine härtere Variante Def Leppards tönt da aus den Boxen. Balladenhasser dürften sich sogar darauf einstellen, dass Jaded Heart komplett ohne auskommen, auch wenn sich „Into Tears“ erst so anhört, als wenn hier genau diese Baustelle bedient werden soll – aber weit gefehlt, denn der Bass-dominierte Track verzichtet ebenfalls nicht auf die ordentliche Gitarrenarbeit und liefert mit dem Refrain wohl die stärkste Performance auf der ganzen CD ab – vergesst die bisherigen Ohrwürmer, denn Jaded Heart liefern neuen Stoff für die Dauerbeschallung.

So, die ersten drei Tracks sind nun abgearbeitet, Jaded Heart haben bisher noch keinen einzigen Ausfall produziert, was angesichts des doch sonst so ausgelutschten Genres schon eine Überraschung darstellt, aber auch in der Folge machen sie genau da weiter, wo sie auf „Common Destiny“ begonnen haben. Besonders auffällig dabei ist, dass keiner der Herren Musiker auf dem Egotrip wandelt, da wird nicht auf den Tasten herumgeschwurbelt, bis der Arzt kommt, da fallen die Soli songdienlich aus und nehmen keine Malmsteen-Anleihen auf. „I Believe“ wird mit einem satten Hard-Rock-Groove ausgestattet, „Run And Hide“ wird wieder von einem leicht dominanten Bass getragen und das mit Keyboard-Spielereien eingeleitete „Fire And Flames“ verbindet einmal mehr das rockige Grundgerüst mit metallisch anmutenden Gitarren. Dazwischen packen sie mit „No More Lies“ gleich noch ein gesanglich sehr variables Stück, was andere Bands auf zwei Alben nicht hinbekommen und welches mit einem passenden Klavierabschluss endet.

Egal, ob es nun der Sverige-Effekt ist oder die Power aus dem Pott stammt, Multi-Kulti-Jaded Heart – mit dem Rhythmusgeber Axel Kruse aus dem Mad Max-Münsterländle – legen mit „Common Destiny“ ein einfach bärenstarkes Album vor, welches natürlich seinen kommerziellen Erfolg nicht verfehlen sollte, sich aber trotzdem mit einigen radiofernen Härtegraden aufmacht, um endlich ein bisschen mehr Erfolg einzuheimsen. Warum eigentlich, wenn man solch starke Alben wie z. B. auch den Vorgänger „Perfect Insanity“ veröffentlicht, haftet dem deutsch-schwedischen Konglomerat noch immer der Nimbus einer Supportband an? Harte Arbeit sollte sich endlich für Jaded Haert auszahlen, denn „Common Destiny“ gehört mit Sicherheit zu den Hard-Rock-Melodic-Metal-Perlen, die auch international viel zu selten an der Tagesordnung sind.

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