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Jack Starr's Burning Starr: Defiance

Hoch melodischer, in sich stimmiger Power Metal
Wertung: 7/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 53:58
Release: 05.06.2009
Label: Magic Circle Music

Jack Starr's Burning Starr ist nun wirklich nicht der kreativste Name, der mir je untergekommen ist. Mr. Starr selbst ist immerhin Mitbegründer von Virgin Steele und seitdem einer der wegweisenden Gitarristen im Power Metal geworden, auch wenn sein Name nie den großen Bekanntheitsgrad erreichte, der ihm zustehen würde. Im Jahr 2009 wagt er also mit seiner im letzten Jahr reformierten Band Burning Starr einen Neuanfang unter der Schirmherrschaft von Manowars Label Magic Circle Music. Wer die Reviews der letzten Tage verfolgt hat, wird merken, dass von diesem Label hauptsächlich Musik kommt, die eine gewisse stilistische Ähnlichkeit mit den „Kings Of Metal“ aufweist. Das trifft auch auf „Defiance“ zu.

Die Rahmenbedingungen stimmen, denn die Produktion ist bis auf den etwas dumpfen Sound ausgewogen und Jack Starr hat mit Todd Michael Hall einen wirklich guten Sänger in seinen Reihen. Musikalisch kann man das Ganze als eine gemäßigte Mischung aus Manowar und Virgin Steele beschreiben, wobei „gemäßigt“ auf keinen Fall mit „langweilig“ gleichzusetzen ist. Man darf nur keine pfeilschnellen Abrissbirnen der Marke „Wheels Of Fire“(Manowar) erwarten. Die Stärken der Band liegen im melodischen Midtempo, bei dem Jack Starr richtig auftrumpfen kann und Hall kann teilweise durchaus mit Eric Adams oder auch Halford mithalten, auch wenn er nicht dieselbe Kraft in den Stimmbändern hat. Als Beispiel sei „Once And Future King“ genannt, das verdeutlicht, was für eine variable Stimme er hat. In eine Liga mit Freddy Mercury (wie es das Label versucht) würde ich ihn nicht stellen, aber man fragt sich schon, warum er bisher nur in kleinen Bands in Erscheinung trat.

Im Verlauf der Scheibe wünscht man sich schon ein paar schnellere Nummern, wer aber über diesen Makel hinwegsehen kann, darf sich über Songmaterial freuen, welches teilweise auch früheren Savatage nicht schlecht zu Gesicht gestanden hätte. Der Titeltrack ist das erklärte Lieblingslied von Starr selbst und es ist gut nachvollziehbar. Der Chorus geht mächtig ins Ohr, die Riffs sind ohnehin klasse und nur das Drumming ist (wie auf dem ganzen Album) etwas zu monoton. Für dieses zeichnet sich übrigens größtenteils der ehemalige Manowar Kesselflicker Rhino verantwortlich.

Ein weiteres Highlight ist „Inquisitor“ mit seinem „Fear Of The Dark“-Gedächtnisriff, welches aber wie bereits erwähnt an der Produktion krankt, für die sich Joey DeMaio verantwortlich zeigt. Mit ein bisschen mehr „Schmackes“ in den Gitarren könnte aus „Day Of The Reaper“ ein wahres, stampfendes Monster sein, das Power-Metal-Fans nicht nur aufgrund seines ganz großes Chorus um den Verstand bringt. Man hört Jack Starr aber zu jeder Sekunde seine Erfahrung an, wie die starken US-Metal-Einflüsse bei „The King Must Die“ und das doomige „The Beast Inside“ beweisen.

Natürlich ist nicht alles auf „Defiance“ so gut gelungen, es haben sich auch einige Durchhänger eingeschlichen. Der Grundidee hinter „Indian Nation“ ist gut, denn außer „Spirit Horse Of The Cherokee“ von Manowar (welch Überraschung) fallen mir spontan (!) kaum Lieder mit diesem Bezug ein. Ob sie nun inhaltlich korrekt sind oder nicht, das sei mal dahingestellt, aber „Indian Nation“ verzettelt sich ein wenig zu sehr und ist nicht sehr abwechslungsreich. Die textliche Aussage, die sich gegen Rassenhass und Vorurteile richtet, ist natürlich über jeden Zweifel erhaben. Das zweite Lied, mit dem ich einfach nicht warm werde, ist „Black Clouds Of Thanos“. Der Grund dafür ist allerdings schnell erklärt: Es ist einfach nicht gut genug, um es auf fast zehn Minuten zu strecken.

Als glasklare Überraschung bezeichne ich „Catch The Rainbow“, denn seien wir mal ehrlich: Ein Lied aus der besten Zeit von Rainbow zu covern und seinem Sänger aufzubürden, Ronnie James Dio in seiner Hochphase nachzueifern, kann doch eigentlich nur mächtig daneben gehen. Coverversionen kann man nur auf zwei Arten machen. Erstens könnte man das Original völlig verändern (Nevermores „The Sound Of Silence“ Version) oder sich dem Original so gut wie möglich annähern. Das birgt aber immer die Gefahr, dass der Hörer sich fragt: „Warum höre ich jetzt eigentlich nicht das Original?“ Jack Starr's Burning Starrs Version von „Catch The Rainbow“ ist wider Erwarten richtig gut geworden. Das Trio hat es tatsächlich geschafft, eine meiner Lieblingsballaden so gut zu covern, dass ich oben genannten Gedanken zu keiner Sekunde hatte. Ein großes Lob geht deswegen an Todd Michael Hall, der schlichtweg fantastisch singt.

Fazit: Die Vorbilder sind stets zu hören, aber nicht ganz so omnipräsent wie beispielsweise bei Metalforce. „Defiance“ kann man sich ohne schlechtes Gewissen in den Plattenschrank stellen und immer wieder laufen lassen. Das Songmaterial wächst nämlich mit jedem Durchlauf und wenn beim nächsten Mal auch noch die Abwechslung und die Produktion stimmen, könnte es sogar zu einer richtig guten Bewertung reichen.

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