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Jack Slater: Extinction Aftermath

Solide
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 34:21
Release: 26.02.2010
Label: Cargo Records / Unundeux

Deutschlands Death Metal-Kapelle Jack Slater hat schon so manches Mal für Schlagzeilen gesorgt, sei es dadurch, dass sie sich bei dem Online-Auktionshaus eBay für einen Auftritt versteigert haben oder vom Bonner Express ganz glanzlos als „Bonns ekligste Band“ bezeichnet wurden, was die Band jedoch weitaus mehr mit Humor als mit Missfallen zur Kenntnis nahm.

Die neuesten Schlagzeilen zu dem fünfköpfigen Gespann sind weniger exzentrisch, sondern befassen sich hauptsächlich mit ihrem jüngsten Output, dem zehn Songs umfassenden Album „Extinction Aftermath“. Auf allzu große Experimente hat man sich nicht eingelassen, vielmehr ist der Sound der Band nur noch direkter und konkreter geworden. Dem Hörer werden nach wie vor brachiale Death Metal Riffs um die Ohren geschlagen, die einen ordentlichen Grad an Brutalität aufweisen, aber auch immer wieder durch melodische Ausflüge überraschen können. Technisch befinden sich die Bandmitglieder allesamt auf einem respektablen Level – grade das Drumming ist äußerst variabel und dynamisch ausgefallen, doch auch die Männer an den Saiteninstrumenten nutzen ihr Talent und Können, so sind von komplizierten Rhythmen bis hin zu frickeligeren Solopassagen vielerlei Beweise für die Qualifikation der Band vorhanden. Sogar der Bassist kann – besonders gut beim starken Opener „Pheromon“ zu vernehmen – sich ab und zu in den Vordergrund spielen und mit wuchtigen Klängen auftrumpfen, ohne dabei aufdringlich zu klingen. Eine kapitale Produktion tut dazu ihr übriges, denn die Instrumente sind überaus gut aufeinander abgemischt.

Jack Slater verstehen es, keine Langeweile aufkommen zu lassen und bieten dem Hörer einiges an Variation an, so ist der vierte Song „Funkenflug“ über fünf Minuten lang und offenbart viele tragende, langsame Passagen, die im krassen Gegensatz zum folgenden Stück „Happy Hour“ stehen, denn bei diesem knapp ein-minütigen Intermezzo wird ohne Rücksicht auf Verluste im Uptempo drauflosgeprügelt. Bei dem Track mit dem Titel „4 8 15 16 23 42“ handelt es sich um ein Instrumental, bei dem vor allem die Rhythmusfraktion der Band nicht zu leugnende Core-Einflüsse verarbeitet, die während des ganzen Albums immer wieder aufblitzen. Als Anspieltipp ist der abschließende letzte Song und gleichzeitig Titelsong des Albums, „Extinction Aftermath“ noch zu nennen, der ein wahres Fest an Groove, Aggressivität aber auch melodischen Parts abfeiert.

Die Vocals bewegen sich größtenteils im tiefen, gegrowlten Bereich, allerdings offenbart Frontmann ‚Horn‘ mehr als einmal, dass er auch in höheren Lagen gekonnt zu schreien vermag. Die deutschen Lyrics sind sicherlich nicht jedermanns Sache – aber Hand auf’s Herz: Wenn man die Musik nur nebenher hört und sich nicht allzu sehr konzentriert, fällt es nicht auf, dass die Texte in deutscher Sprache verfasst sind. Wenn man sich allerdings die Texte zum Mitlesen parat hält und aufmerksam zuhört, sind die Vocals durchaus über weite Strecken noch verständlich.

Mit „Extinction Aftermath“ untermauern Jack Slater ihre Stellung in der deutschen Death Metal-Szene und wirken um einiges erwachsener als zuvor. Ohne ihren Tampon, sprich, den roten Faden zu verlieren, präsentieren die Jungs hier auf technisch hohem Level zehn Stücke, die durch cleveres Songwriting überzeugen können.

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