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Jaakko Aukusti: Mountain

Einfach wahnsinnig gut!
Wertung: 9/10
Genre: Indie Pop, Electro
Spielzeit: 31:32
Release: 20.01.2017
Label: VILD Recordings

Der Name Jaakko Aukusti dürfte  in den letzten paar Monaten durch diverse unbekannte und bekannte Blogs gegeistert sein, hat der junge Finne doch im Januar sein Debütalbum “Mountain” herausgebracht, schön auf Vinyl übrigens – und damit kurzerhand die Indie-Gemeinde auf den Kopf gestellt und vollkommen begeistert. Der Multi-Instrumentalist und Träumer hat mit „Mountain“ nicht einfach nur Indie Pop geliefert, sondern mit einer halbstündigen Wand aus Synthies, Gitarren, Percussion und einer meist verzerrten, abgehobenen Stimme eine Platte geschaffen, mit der er sich die Messlatte für zukünftige Veröffentlichungen sicherlich meilenweit nach oben gelegt hat.

Angefangen hat das alles bereits vor zwei Jahren, als der Gute seine Debüt-EP „Volcano“ veröffentlichte – einige der aktuell zu hörenden Songs stammend sogar noch aus dieser Schreibphase. Scheinbar hat bereits die EP die Gemeinde erweckt und in Begeisterungsstürme versetzt, mir war die Arbeit des jungen Finnen bisher nicht bekannt – was sich aber mit dem aktuellen Album ändern wird. Im Voraus hatte bereits die Single „Oasis“ quasi aus dem Stand die Dauerrotation beansprucht, ein weich perlender Track mit fast schüchternem Gesang und einem im krassen Kontrast stehenden Keyboard, das förmlich zum Tanzen einlädt – ein Track, bei dem man einfach lächeln muss und dem man mit zehn Punkten nicht mal annähernd gerecht werden würde.

„Himalaya“ zeigte sich als zweite Single da schon deutlich komplexer, vor allem im Hintergrund passiert viel, was im ersten Durchgang von den spacigen Vocals ein wenig überlagert wird. Da muss man sich schon Mühe geben und den einen oder anderen Durchlauf aushalten, um den Song ganz erfassen zu können. Faszinierend ist dabei, wie naturgebunden die Songs trotz all der elektronischen Spielereien daherkommen – gerade „What If All Else Fails?“ gehört dann sicherlich mehr in die Electro-, denn in die Indie-Schublade, wirkt aber alles andere als künstlich, vielmehr wähnt man sich fast in einem Wald oder auf einer wilden Wiese, wo man die Wolken über sich hinweg ziehen sieht. Diesen Spagat schafft der Finne scheinbar ohne größere Schwierigkeiten, wie überhaupt alles auf „Mountain“ eine unnachahmliche Leichtigkeit versprüht.

Einen kurzen Einbruch gibt es bei „Bioluminescent“, ausgerechnet hier hat Jaakko ein bisschen zu tief in die Synthie-Kiste gegriffen und man wähnt sich für einige Intro-Schrecksekunden in einer Mischung aus Neunziger-Blase und Schlagerhorror. Als wollte der Mann seinen Faux-pas wieder ausgleichen, röhrt „自宅 (Space Cowboy)“ dann richtig deftig aus den Boxen, nur um mittendrin von einer fast romantischen Klavierpassage abgelöst zu werden.

Die Höchstzahl verbaut sich der Finne mit dem Durchhänger bei „Bioluminescent“ selbst, aber auch das finale „Turmoil“ trägt da eine Spur zu dick auf. Insgesamt ist die Debüt-Full-Length aber ein herausragendes Werk geworden, über Wiedererkennungswert muss man hier gar nicht sprechen; auch Menschen, die sich nicht pauschal als „Indie-Fans“ klassifizieren, sollten hier definitiv ein bisschen Zeit für eine Listening Session einbauen. Vielleicht auch zwei oder drei…

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