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It.Is.Imperative: Immer Weiter und Weiter

Kantig, experimentell und verdammt interessant
Wertung: 8/10
Genre: Post Hardcore/Screamo
Spielzeit: 18:58
Release: 01.05.2007
Label: Glasstone Records

Avantgarde Hardcore? So oder so ähnlich könnte man sicherlich die EP „Immer weiter und weiter“ der Berliner Schreihälse von it.is.imperative bezeichnen, wenn es denn so etwas überhaupt gäbe. Gemeinhin als Post Hardcore aus dem Screamo kommend verschrien, öffnet die Band aber allerlei Türen zu anderen Bezeichnungen, sodass die CD-Verkäufer bei der Kategorisierung ihre liebe Not haben werden, die Band sich allerdings frei von Genregrenzen verkaufen kann. Den Fan dieses Berliner Geheimtipps interessiert dies sowieso herzlich wenig, denn was zählt, ist ja die Musik und die übertragenen Gefühle. Schade wäre es nur, wenn dieses durch Glasstone Records veröffentlichte Stück ungewöhnlicher Hardcore-Musik nicht die richtigen Ohren träfe, allgemeinverträglich sind it.is.imperative nämlich beim besten Willen nicht.

Man gründete sich im Oktober 2004, woraufhin die ersten Demos aufgenommen wurden. Im Mai 2007 ist die Debüt-EP „Immer weiter und weiter“ fällig. Viel gibt es zur Bandgeschichte also nicht zu sagen. Aber warum soll man sich auch mit seitenlangen Lobhudeleien aufhalten, die den Anspruch nur in die Höhe treiben. So können it.is.imperative ganz entspannt auf Zuschauer- und Pressereaktionen warten. Das grafische Konzept von „Immer weiter und weiter“ kann auf jeden Fall überzeugen.

Die Berliner mischen klare unverzerrte Gitarren kunstvoll mit stark durch den Mixer gedrehten solchen und garnieren das mit einer harten Dosis Bass und Schlagzeug. Der Gesang, sowohl gesprochen als auch herausgeschrien, ist nicht zu präsent, sodass die EP „Immer weiter und weiter“ wie aus einem Guss daherkommt. Ein Händchen für aufrüttelnde Melodien haben sie allemal.

„Two Curtain Paradise“ wartet mit abstrakten Text und höchst emotionalen Schreiattacken auf, während die Gitarren eher harten Indie offenbaren. Der zweite Song „Estranged“ hat ein bisschen mehr Frickelei und Härte zu bieten. Selbstverständlich alles brav verzerrt. Kraftvoll und mit klaren Rhythmen will der Song überzeugen, denn auch in den ruhigen Momente wissen it.is.imperative klar zu begeistern. „Someday“ bietet ein paar klarere Strukturen, obwohl man des charakteristischen Sounds wegen immer noch ganz genau hört, wer hier musiziert.

Der zweite Teil der zwanzigminütigen EP ist in deutscher Sprache verfasst und wirkt daher auch gleich ein wenig familiärer. Die Parallelen sind aber weniger bei Kollegen wie Narziss zu suchen, sondern eher bei Turbostaat, wie ich meine. Nichtsdestotrotz ist „Stillstand=R/ckschritt“ immer noch im i.i.i-Stil geschrieben. „Arbeitstitel:Geldfetisch“ arbeitet mit Samples und ist mit seinen 2 Minuten der kürzeste, aber auch der härteste und groovigste Song der EP. Der abschließende Titel „Erinnerung an Max Frisch“ fährt auf der gleichen Schiene wie die vorhergegangen Songs, nur steht hier das gesprochene Wort im Vordergrund und auch die Melodien wirken eine Spur melancholischer.

Fazit: it.is.imperative treffen garantiert nicht den Geschmack des gemeinen Screamo-Jüngers, aber Musikfreunde ohne Schreiabneigung sollten sich dieses experimentelle und kantige Stückchen Post Hardcore mit jeweils einer Prise Screamo und Indie nicht entgehen lassen. Auch die Texte sind so geschrieben, dass sie viel Raum zur Interpretation lassen. Was braucht es mehr für den modernen, aufgeschlossenen und aufgeklärten Fan?!

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