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Israthoum: Monument Of Brimstone

Recht vielseitige, folkige Black-Metal-Scheibe, doch es fehlt an Tightness
Wertung: 5.5/10
Genre: Black Metal, Folk Metal
Spielzeit: 45:14
Release: 29.05.2009
Label: Spikefarm Records / Soulfood

Schon wenn der erste Ton des Openers „Wearing You“ erklingt, könnte man annehmen, dass es sich bei Israthoum um eine Band aus dem hohen Norden handelt. Die typisch schwarzmetallisch klirrenden Gitarrenriffs, die sehr undergroundig produziert klingen, lassen ja immer gleich mal auf so etwas schließen.

Aber auch Düstersounds müssen nicht immer nur aus den wenig sonnigen Ländern Norwegen, Schweden oder Finnland kommen, sondern entspringen hin und wieder auch wärmeren Regionen, in diesem Fall Portugal. Obwohl sich die Combo bereits 1992 ebendort gründete, ist „Monument Of Brimstone“ nach „Black Scenery Avatar“ von 2004 erst das zweite Full Length-Album, nachdem man zuvor bereits einige Demos und die MCD „The Art Of Malice“ veröffentlichte.

Bei diesem nicht gerade besonders hohem Arbeitstempo könnte man natürlich verlangen, dass die jeweiligen Outputs dann auch wenigstens besonders stark werden, doch stehe ich dem Endresultat eher zwiespältig gegenüber. Die Band ist sichtlich bemüht, vielfältig zu klingen, bringt neben den relativ überzeugenden Screams von Frontmann Israth auch vereinzelte klare Gesangspassagen in den Sound, setzt auf Tempowechsel und sporadische atmosphärische Keyboardsequenzen. So überzeugt beispielsweise die Klavierpassage am Ende von „Soul Funeral“, die ziemlich überraschend kommt, aber gelungen eingebaut wurde. Auch der wegen einiger gut gesetzter Tempovariationen recht dynamische Opener „Wearing You“ gehört zu den besseren Momenten auf dieser Scheibe, ebenso wie das sich langsam aufbauende „Fire, Deliverance“, welches sich insbesondere am Anfang mit seinen Lagerfeuergeräuschen und der Akustikgitarre ziemlich Moonsorrow-artig anhört.

Überhaupt aber hat das gesamte Album einen sehr folkigen Touch, ein bisschen etwas von frühen Borknagar und Emperor hat das durchaus, wie das Label suggeriert, wenngleich die handwerklichen Fähigkeiten dieser beiden Bands nicht auch nur annähernd erreicht werden. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Insgesamt hört man doch zu viele Timingschwankungen heraus, die Gitarrenleads klingen oft öde und unsauber gespielt; man höre sich nur mal „The Slanderer“ an oder die ziemlich verstimmte Flöte im an sich gelungenen „Fire, Deliverance“. So oder so fehlt es an Melodien mit wirklichem Wiedererkennungswert. Dies lässt die ganze Angelegenheit trotz guter Ansätze irgendwie naiv erscheinen, zumal die Produktion naturgemäß sehr rumpelig ausgefallen ist, will heißen Moskitoschwarm-Gitarren, ein kaum zu hörender Bass und Pappkarton-Drums. Aber okay, da werden viele jetzt natürlich sagen, dass das das irgendwie zu der Musik passt und einen gewissen Undergroundcharme hat und da ist bestimmt auch etwas dran, sicherlich macht das die Gruppe in gewisser Weise authentisch. Ein bisschen mehr Wumms hätte jedoch wohl nicht geschadet.

Fazit: Die Ansätze sind zwar gut, man ist bemüht, Atmosphäre und Abwechslung in das Songmaterial zu bringen, was im Prinzip gelungen ist; in Sachen Tightness, Melodik und Hooklines allerdings gilt es noch eine ganze Menge nachzuholen.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann