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Isole: The Calm Hunter

Fesselt nach einigen Durchläufen
Wertung: 8.5/10
Genre: Epic Doom Metal
Spielzeit: 52:21
Release: 28.11.2014
Label: Cyclone Empire

Wie schon beim letzten Output „Born From Shadows“ haben die Schweden von Isole auch bei ihrem neuen Werk das Veröffentlichungsdatum in den Herbst gelegt, was für eine Doom-Metal-Band doch stets ziemlich passend erscheint. Die 2011er Scheibe war möglicherweise das bisher beste und reifste Album der Combo, präsentierte sie die Formation songschreiberisch und produktionstechnisch so stark wie nie zuvor. Dennoch konnte man den Jungs theoretisch den Vorwurf machen, nicht unbedingt Quantensprünge in ihrer Entwicklung vorzunehmen und sich immer ziemlich innerhalb eines bestimmten Rahmens zu bewegen, obwohl gerade „Born From Shadows“ sicherlich abwechslungsreicher als alles bisher Gebotene war.

Bei „The Calm Hunter“ allerdings sind etwas klarere Veränderungen auszumachen, zumindest wurde der Härtegrad noch einmal angezogen und in Sachen Geschwindigkeit hat man ebenfalls einen weiteren Zahn zugelegt. Sicher, es war schon immer ein Markenzeichen der Band, sich nicht wie andere Genrevertreter nur in unteren Temporegionen zu bewegen, sondern auch gerne mal amtlichst Rüben abzumontieren – trotzdem geht es auf der neuen Platte schon auffällig fixer zur Sache denn je. Das eröffnende Titelstück macht dies von der ersten Sekunde an klar; so ertönt gleich zu Beginn ein recht flottes Riff und auch die Doublebass wird sofort ausgepackt. Noch mehr auf die Tube wird bei „Perdition“ gedrückt, wo streckenweise ordentlich Blastbeats zum Besten gegeben werden.

Erwartungsgemäß versteht es die Truppe auch weiterhin ausgezeichnet, die Tempovariationen nachvollziehbar zu integrieren und auch bei den schnellen Passagen keineswegs an Stimmung und Atmosphäre einzubüßen. Wie sie das beherrschen, ist weiterhin sehr beeindruckend, wobei die wieder dezent platzierten Keyboards und nicht zuletzt Daniel Bryntses emotionaler, unter die Haut gehender (häufig gedoppelter) Gesang einen erheblichen Anteil daran besitzen. Die ausgezeichneten musikalischen Fähigkeiten der Protagonisten sorgen außerdem für einen lockeren Fluss in den Kompositionen, den man als eine gewisse Leichtigkeit bezeichnen könnte, wenn man damit nicht die Definition des Genres ad absurdum führen würde.

Allein wie im großartigen „Dead To Me (The Destroyer Part I)“ auf den epischen Refrain, der letztlich wie eine Befreiung erscheint und regelrecht majestätisch erstrahlt und zu begeistertem Mitsingen animiert, mit äußerster Dynamik hingearbeitet wird, ist einfach nur erstklassig gemacht. Genauso wie beim bereits angesprochenen „Perdition“, das langsam und ruhig beginnt, um sich immer mehr zu steigern und schließlich in einen wahnsinnig treibenden Part mit den schon erwähnten Blastbeats zu münden. Großes Kino! Ein weiteres Highlight bildet „The Eye Of Light“, das mit sowohl einem sehr geilen Midtempo-Riff in der Strophe, das automatisch zum Headbangen auffordert, als auch dem besten Refrain der Platte punkten kann.

Bei den letzten beiden Tracks geht man indes etwas basischer zu Werke: Der getragene, feierliche Endpart von „Alone In Silence“ sowie das Begräbnisstimmung verbreitende Finale „My Regret (The Destroyer Part II)“ sind Doom in Reinkultur – bei ersterem spricht ja allein der fast schon klischeemäßige Titel dafür. Beide Songs kommen ohne Growls aus.

Zusammengefasst ist „The Calm Hunter“ etwas schwieriger zugänglich als der unmittelbare Vorgänger, doch spätestens nach fünf, sechs Durchläufen fesselt das Material in jedem Fall und offenbart zudem seine vielen kleinen Details, sodass man ganz klar erneut von einem absolut gelungenen Album sprechen muss. – Im Kontext mit den oben genannten musikalischen Qualitäten des Quartetts sei übrigens darauf hingewiesen, dass „The Calm Hunter“ das letzte Album von Drummer Jonas Lindström mit Isole ist, der die Band verlässt. Er liefert wie gewohnt einen fantastischen Job ab und man kann seinem Nachfolger Victor Parri nur wünschen, dass er es schafft, ihn adäquat zu ersetzen. Wie – und ob – sich dieser Wechsel musikalisch auswirken wird, bleibt abzuwarten.

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