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Isole: Born From Shadows

Der perfekte Soundtrack für den November
Wertung: 9/10
Genre: Epic Doom Metal
Spielzeit: 55:29
Release: 28.10.2011
Label: Napalm Records

Isole aus dem schwedischen Gävle (der gleichen Stadt, der auch die Retro-Proggies von Beardfish entstammen) sind schon ein Phänomen. Bereits 1990 unter dem Namen Forlorn gegründet, nahmen sie zunächst zahlreiche Demos auf, doch erst mit der Umbenennung in ihren jetzigen Namen kam der Stein ins Rollen. Plötzlich ging alles ziemlich zügig und es folgten von 2005 bis 2009 mit „Forevermore“, „Throne Of Void“, „Bliss Of Solitude“ und „Silent Ruins“ innerhalb von fünf Jahren vier Full-Length-Platten, die allesamt völlig zurecht sehr gute Kritiken erhielten. Trotzdem wird man bei der Band irgendwie das Gefühl nicht los, dass ihr, obwohl sie bislang nur hohe Qualität abgeliefert hat und ohne Zweifel eine der besten Doom-Formationen überhaupt darstellt, nie so ganz die Anerkennung zuteil wurde, die sie verdient gehabt hätte.

Mal sehen, ob die Schweden mit dem neuen Longplayer „Born From Shadows“ ihren Bekanntheitsgrad erhöhen können; fest steht, dass auch hier wieder Epic Doom Metal vom Allerfeinsten geboten wird. Was Isole besonders auszeichnet, ist die Tatsache, dass sie im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen nicht nur im Zeitlupentempo agieren, sondern gerne auch mal Mid- und Uptempo-Passagen integrieren, die allerdings völlig schlüssig eingebaut sind und in denen trotzdem stets das erhabene Doom-Feeling erhalten bleibt. Im Gegensatz zu den Vorgängern spielt das Quartett sogar noch etwas mehr mit Tempovariationen und hat außerdem ein paar mehr Growls (von Bassist Henrik Lindenmo vorgetragen) als früher am Start, wodurch die Scheibe noch abwechslungsreicher erscheint.

Ansonsten sind die Veränderungen eigentlich eher überschaubar und trotzdem können die Jungs auch mit ihrem fünften Album voll und ganz überzeugen. Man weiß gar nicht genau, wie sie es machen, aber Fakt ist, sie liefern eine Killerscheibe nach der anderen ab. „The Lake“ ist ein typischer Isole-Opener mit ruhigem Beginn und mächtiger Steigerung bis hin zu Doublebass-Passagen und durchdacht platzierten Growls, während man das folgende „Black Hours“ als Doom in Reinkultur bezeichnen kann: Hier bleibt das Tempo die ganze Zeit über eher gedrosselt und es herrscht eine elegische, düstere Atmosphäre vor. Die endgeilen Harmoniegitarren bleiben sofort in den Gehörgängen haften und Daniel Bryntses fantastischer, gedoppelter Klargesang steht im Vordergrund und sorgt für eine nahezu majestätische Stimmung. Die emotionalen, ätherischen Vocals des Frontmannes waren allerdings wohl schon immer eines der wichtigsten Standbeine für den Sound von Isole.

Den Vogel schießt die Band jedoch mit dem neuneinhalbminütigen Titelsong ab. Hier wird alles geboten: Von großartigem, mahlendem Düster-Riffing über Wechselspiele zwischen Growls und Cleangesang, bis hin zu Blastbeats (!) und überraschenden dynamischen Wendungen – und dies jederzeit unaufgesetzt und nachvollziehbar. Ein paar dezente, clever eingesetzte Keyboard-Farbtupfer verstärken die Epik außerdem noch zusätzlich. Dieses Stilmittel zieht sich allerdings durch das gesamte Album und kommt besonders auch beim dramatischen „Come To Me“ und „My Angel“, dem mit über zehn Minuten längsten Track, zum Tragen. Letztgenanntes Stück mag zwar nicht so spektakulär wie die Titelnummer sein, ist dafür aber noch trostloser, verlorener und trauriger geraten – zweifellos ebenfalls eines der großen Highlights auf „Born From Shadows“.

Etwas härter zur Sache geht es bei „Condemned“, wo die Growls ziemlich im Vordergrund stehen, und „When All Is Black“ (viel doomiger kann ein Titel wohl kaum sein) markiert das schleppende Finale einer erneut absolut hervorragenden und amtlich produzierten Scheibe aus dem Hause Isole – vielleicht sogar die beste und abwechslungsreichste der Schweden bisher. Und obwohl all die kleinen Details nach und nach ergründet werden wollen, weiß „Born From Shadows“ übrigens bereits nach dem ersten Durchlauf zu begeistern – ganz klar darf diese Band sich problemlos in die Riege großer Doom-Metal-Bands des Kalibers Candlemass, Solitude Aeturnus oder My Dying Bride einreihen, hätte eben nur genauso viel Aufmerksamkeit wie diese Acts verdient. Doom, der Genre-bedingt traurig, dunkel und schwermütig klingt und trotzdem ein wohliges Gefühl hinterlässt. Der perfekte Soundtrack für einen Monat wie November.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann