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Isolation: Closing A Circle

Der Kreis bleibt offen
Wertung: 4.5/10
Genre: Post-Rock, Black Metal
Spielzeit: 47:39
Release: 20.06.2011
Label: Eisenwald Tonschmiede

Nicht immer geht die Rechnung auf, sich einem florierenden Genre zuzuwenden und Teil des Hypes zu werden, ist die Welle auch noch so sehr auf ihrem Höhepunkt, wie es bei der Mischung aus Black Metal, Post-Rock und Shoegaze der Fall ist. Anfangs noch als einzigartig umjubelt und fast ausschließlich von talentierten Bands angeführt, springen inzwischen trotz stetig wachsender Fanbase immer mehr Musiker auf den fahrenden Zug auf, die den ursprünglich hohen Qualitätsstandards der Bewegung nicht mehr gerecht werden. Auch Isolation, die sich zuvor nicht ohne Erfolg dem depressiven Black Metal verschrieben, lassen ihre musikalische Vergangenheit mit ihrem Full-Length-Debüt „Closing A Circle“ weitgehend hinter sich und versuchen sich an einem Post-Rock-orientierten Sound.

Der Frage, ob das nun eine gute Idee ist, werden einige ob der vielversprechenden bisherigen Releases der Truppe vermutlich eher skeptisch gegenüber stehen, da das Trio laut eigener Aussage mit diesem Album aber seinen eigenen Sound gefunden hat, bleiben die hohen Erwartungen an das Erstwerk in voller Länge durchaus bestehen, denn bekanntlich ist Post-Rock noch immer ein Stil, aus dem sich viel herausholen lässt. Zumindest Artwork und Booklet machen erst einmal Hoffnung, denn angefangen beim Logo über das Cover bis hin zu den Texten scheint alles zu stimmen und ein harmonisches Bild zu ergeben – doch tatsächlich verhält es sich mit der Musik nicht ganz so einfach, denn trotz allem Bemühen will es dieser nicht gelingen, die mit der Verpackung vermittelte Stimmung zu erschaffen. Dabei gelingt es Isolation zunächst einmal, sich klanglich deutlich von anderen Bands dieser Sparte zu unterschieden und auch die musikalische Vergangenheit nicht außer Acht zu lassen, doch aus irgendeinem Grund schafft es keiner der Songs, wirklich zu zünden und das obwohl die Band durchaus nicht ohne Seele an die Musik herangeht.

Mit „Something And Nothing“ beginnt das Album noch recht vielversprechend, wenn geschickt ein Bukowski-Sample in die herannahenden instrumentalen Klänge verflochten wird und auch das anschließende Titelstück „Closing A Circle“ beginnt mit einem stimmungsvollen Riff, das weiter Spannung aufbaut – bis der Gesang einsetzt, der fraglos den größten Störfaktor auf dem Album darstellt. Dabei ist nicht einmal gesagt, dass die Stimme von Johannes Schmid nicht das Potential hat, mit genügend Übung einsatzfähig zu werden, doch auf dem jetzigen Level ist der Gesang leider völlig ungeeignet, so große Teile des Albums mitzubestimmen. Töne treffen ist hierbei nicht einmal wirklich das Problem, sondern vielmehr der nasale, aus einer gefühlten halben Oktave bestehende Tonfall, der weder Emotionen noch das beklemmende Gefühl von Apathie zulässt, das gelegentlich mit diesem Gesangstil angestrebt wird. Doch auch ansonsten herrscht im Song eher Monotonie der negativen Sorte vor, denn trotz einiger Tempowechsel und dem hervorragenden Bassspiel, das im Laufe des Albums in seiner Variabilität immer wieder auffällt, gelingt es partout nicht, Spannung aufzubauen.

An den technischen Fähigkeiten der Musiker liegt dies sicherlich nicht; sein jeweiliges Instrument beherrscht jedes Bandmitglied überdurchschnittlich gut, auch wenn stellenweise ein wenig aneinander vorbeigespielt wird, vor allem was den oftmals dominanten Bass angeht. So vermögen letztendlich auch die wenigen ohne Gesang auskommenden Songs wie das mehr als acht Minuten lange „Nomad“ das Ruder nicht herumreißen, obwohl man sich mit dem gemächlichem Aufbau zwischen cleanen Gitarren und ausladendem Riffing bis hin zu den zögerlichen Höhepunkten ziemlich genau an das bewährte Post-Rock-Reißbrettschema hält, zu unspektakulär klingen dafür die Instrumente gemeinsam, wenn auch für sich gesehen durchaus reizvoll. Einzig einige gelungene Shouts in „Never Enough“ und dem treibenden „Fan The Flames“ sowie das feingliedrige Riffing in „One Day“ lassen wirklich aufhorchen, ansonsten enthält „Closing A Circle“ unglücklicherweise kaum einprägsame oder fesselnde Momente.

Für Black Metal nicht verzweifelt genug, für Post-Rock nicht verspielt genug – so verarbeiten Isolation letztendlich keines der Elemente, die ihren Sound ausmachen, wirklich überzeugend und bleiben im knappen Mittelfeld hängen. „Closing A Circle“ tut definitiv nicht weh, leidet aber schwer unter dem gesichtslosen Gesang und fehlender Dramatik im Songwriting; hier würden komplexere Arrangements bei den Gitarren wahrscheinlich wahre Wunder wirken. Gänzlich abschreiben sollte man das Trio jedoch nicht, denn entgegen aller Schwächen besitzen die Musiker für sich gesehen fraglos Talent, zumal einige Songs hören lassen, dass hier noch mehr drin ist. So bleibt letztlich zu sagen, dass Isolation ihren fertigen Sound wider allem Suchen noch nicht gefunden haben – doch wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg.

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