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Island: Yesterday Park

Britisch durch und durch
Wertung: 8/10
Genre: Alternative Rock, Indie Rock
Spielzeit: 40:46
Release: 25.06.2021
Label: Frenchkiss Records

Dass Island aus Großbritannien stammen, können sie wirklich kaum verbergen. Viel zu britisch klingt der Elektro-geladene Indie-Rock-Mix, den die Truppe schon auf ihrem Debüt „Feels Like Air“ aus dem Jahr 2018 servierte, und auch die aktuelle Platte „Yesterday Park“ schwitzt englischen Indie Rock; da wundert es dann auch kaum mehr, dass Produzent Mikko Gordon bereits mit Radiohead-Fronter Tom Yorke zusammen arbeitete.

Für ätherisch-fragile Songstrukturen haben die Insulaner ja schon ein Händchen bewiesen, auf der neuen Scheibe geht es nahtlos so weiter – im ersten Durchlauf mag da noch so manches irgendwie oberflächlich erscheinen oder zu flüchtig am Trommelfell vorbeifließen, mit der Zeit entfaltet sich aber eine schöne Palette: Angefangen beim perlig-flirrenden Opener „Octopus“, der auch dank leicht hallender Vocals von Fronter Rollo Doherty eher einen verträumten Eindruck macht, über das deutlich lautere und etwas grungig anmutende „Everyone‘s The Same“ mit seinem entnervten Gesang bis zum bärenstarken und vollends nostalgisch betitelten „Do You Remember The Times“, das nicht nur wahnsinnig tanzbar daherkommt, sondern auch noch bei der x-ten Wiederholung Eindruck macht – der Start ist den Briten schon mal sehr stark gelungen. Nicht viele Bands schaffen es, gleich zu Beginn einer Platte einen ganzen Strauß Anspieltipps unterzubringen.

Immer wieder blitzen bei dieser Scheibe, die eigentlich im ersten Durchlauf eher was zum „Nebenbeihören“ zu sein schien, kluge und spannende Arrangements auf; „We Used To Talk“ startet etwas kurzatmig, verfügt aber über einen bärenstarken Refrain, der sofort ins Ohr geht, während „The Lines We Follow“, das recht balladesk startet, Richtung Mitte dann doch noch ein bisschen an Masse zu legt und dabei einen erstklassigen Radiosong darstellen könnte.

Überhaupt, von ihren Coldplay‘esken Wurzeln haben sich Island nicht verabschiedet, im Gegenteil: Immer wieder perlen Klaviersamples und an die ungleich bekannteren Kollegen erinnernde Gitarren durch die Lautsprecher, dabei haben Island aber einen entscheidenden Vorteil: Rollo Doherty kann als Sänger deutlich mehr überzeugen als Chris Martin. Hier fällt nämlich das jammerig-schluchzende Klangbild weg, stattdessen weiß Doherty seine Emotionen authentisch zu transportieren ohne dass der geneigte Hörer sich fremdschämen müsste – und das trotz Songtiteln wie „When I Gave You My Heart“ oder „The Way We Love“. Danke dafür!

Hintenraus verlieren sich die Briten dann ein bisschen in atmosphärischem Geschwurbel, was gerade bei „This Part Of Town“ recht augenfällig wird; tanzen könnte man dazu aber immer noch ohne Weiteres. Die Tanzbarkeit und Radiotauglichkeit hat die Truppe also – bewusst oder unbewusst – ordentlich hochgeschraubt seit der letzten Veröffentlichung, anbiedernd kommen die zwölf Songs auf „Yesterday Park“ aber dennoch nicht daher. Stattdessen liegt hier eine Platte vor, die wirklich nahezu perfekt zum Sommer passt und auch nicht so schnell fad wird; auch wenn kleine Längen durchaus vorkommen und so ein halbes Pünktchen im Vergleich zum Debüt abgezogen werden muss.

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