Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Island: Island

Eine Traumreise
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Rock, Post Rock
Spielzeit: 56:56
Release: 22.02.2010
Label: Zeitgeister Music

Eins vorweg: Ich kenne das vorige Full-Length-Album „Orakel“, welches das Debüt von Island darstellte, nicht, aber wenn man sich den hier zu besprechenden Nachfolger anhört, kann man zunächst kaum glauben, dass diese Band darauf Death Metal gespielt haben soll, wie uns das Label wissen lässt, da hier in sieben größtenteils überlangen Songs Musik, die sich irgendwo zwischen Progressive- und Post Rock bewegt, geboten wird.

Andererseits weiß ich noch, dass ich vor ein paar Jahren mal Leuten, die nun wirklich nicht mit Death Metal vertraut waren, Opeths „Damnation“ vorgespielt habe und diese meinten: „Och, das klingt aber hübsch“, ihnen allerdings die Kinnlade herunterklappte, als ich später dann den Song „Godhead’s Lament“ auflegte, mit den Worten: „Das ist dieselbe Band!“.

Und da Zeitgeister-Chef Florian Toyka, der bei Island ebenfalls mitmischt, schon bei Klabautamann bewies, dass er problemlos in der Lage ist, harte und ruhige Mucke unter einen Hut zu bringen – so wie eben Opeth das tun – warum sollte er dann nicht genauso wie die Schweden fähig sein, diese Elemente auch zu trennen?; wenn auch in diesem Fall mit seinem Kumpel Christian Kolf, der im Übrigen die Texte auf dem letzten Album „Merkur“ von Klabautamann verfasste und dort auch einen Gastauftritt hatte. Man merkt also, dass es bei den Bands, die bei Zeitgeister unter Vertrag stehen, ziemlich inzestuös zugeht – doch warum nicht, wenn es sich dabei um exzellente Musiker handelt, die gerne experimentieren, und wenn dabei stets trotzdem etwas Innovatives und Neues entsteht?

So auch hier, denn das, was Island auf ihrer selbstbetitelten zweiten Scheibe zelebrieren, ist vom Allerfeinsten. Tatsächlich werden hin und wieder Assoziationen mit Opeth erweckt (gerade was die Akkordarbeit bei den Gitarren angeht), aber auch mit Pink Floyd, Anathema oder aufgrund der behutsam aufgebauten, flächigen cleanen Gitarrenwände diversen Post-Rock-Bands wie Long Distance Calling, Mogwai oder Godspeed You! Black Emperor.

Dennoch gibt es ja Musik, die man mit Worten nur schlecht beschreiben kann und dazu gehört sicherlich auch „Island“. Fest steht jedoch, dass man sich für dieses Album Zeit nehmen und es ganz in Ruhe hören sollte. Interessant ist bei dieser Platte auf jeden Fall, dass sie zwar sicherlich mehrere Durchläufe benötigt, damit der Hörer die Struktur der wie erwähnt hauptsächlich überlangen Stücke erfassen kann, man sich auf der anderen Seite aber auch einfach nur von der verträumten, unheimlich atmosphärischen Musik treiben und tragen lassen kann.

Den Leuten, die geneigt sind, gleich die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, weil hier kein Death Metal wie zuvor gezockt wird, sei gesagt, dass es zumindest im fünften Track „Origin“ gegen Ende ein paar leichte Growls und härteres Riffing gibt. Außerdem sollte jeder den Mut anerkennen, einen solchen Stilbruch zu vollziehen, und vor allem in erster Linie diese wunderschöne Musik genießen, die unheimlich viel zu bieten hat: Seien es die auf superbe Weise integrierten Blechbläser, die grandiosen Songaufbauten, die Traumreisen gleichen, das herrlich smoothe, leichtfüßige Jazz-Drumming oder die vielen überraschenden, tollen Wendungen. Hier kann es nur heißen: Licht und Handy aus, Augen zu und Ohren auf.

Und alle, die jetzt immer noch jammern, seien beruhigt: Auf der neuen EP von Island, die bereits fertig produziert ist, soll es wieder härter zur Sache gehen. – Ach ja: Anspieltipps schenke ich mir, wie man sich nach dieser Beschreibung denken kann.

comments powered by Disqus

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands

Spektakulärer Abend, der kaum zu übertreffen ist

Das Wochenende klingt mit Volldampf aus

 

 

„Das ist genau der Punkt, kein erhobener Zeigefinger“

Perfekter Tour-Abschluss, der mehr Zuschauer verdient hätte