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Irrbloss: Bloodline

Mehr als nur ein Irrlicht in einer verschneiten Nacht
Wertung: 8.5/10
Genre: Viking Metal, Black Metal
Spielzeit: 49:51
Release: 23.01.2009
Label: twilight Vertrieb

Über dem schwedischen Göteborg werden derzeit Himmelserscheinungen gesichtet. Irrlichter, auf Schwedisch Irrbloss genannt, sorgen aktuell für mächtig Aufsehen. Dieses Irrlicht hier stammt von den im Durchschnitt 22-jährigen Musikern Irrbloss (Vocals), Frid (Gitarre), Vettfall (Gitarre), Rym (Bass) und Isojärvi (Drums), die sich 2004 zusammen getan haben, mit „Hymns“ im Jahre 2007 ihr erstes Demo herausbrachten und nun ihre Debut-Full Length-Scheibe über twilight veröffentlichen.

Voll ungezügelter Leidenschaft steigen wir auf und reiten mit der „Norse Horde“ gen Sonnenuntergang. Das Tempo dieses Stückes - wie im ersten Satz beschrieben - weist bestens den Weg in diese Scheibe, doch auch Platz für ruhigere Elemente haben die Jungs gelassen. Zu keiner Zeit verblasst allerdings die bedrohliche Grundstimmung, welche die Musiker perfekt intonieren.

Eine so finster-bedrohliche Stimmung, wie sie in “Keep On Walking” zum Besten gegeben wird, habe ich bei ähnlichen Releases in jüngster Vergangenheit bitterlich vermisst. Dieses Stück ist in seiner ganzen schwarzmetallischen Pracht außerdem noch mit einem hübschen Gitarrensolo ausgestattet.

Unkitschiger Viking Metal wird in „As We Lived” zelebriert - samt Mainriff, das zwar nicht übermäßig in die melodische Schiene gerät, sich aber dennoch einen Platz im Gedächtniszentrum des Hörers sichern kann. Der ruhige Part nimmt die schwarzmetallische Raserei in seiner Gänze heraus, passt aber trotzdem in das Konstrukt.

Ganz ungewohnte Klänge für Irrbloss-Verhältnisse bekommt man eingangs “Gaze Upon Me” auf die Trommelfelle, denn dieses Stück startet im melodischen Midtempo und nur mittendrin geht es mal hinab in die Abgründe des rasenden Tempos. Aufgrund dieser unerwarteten Vielseitigkeit wird diese junge Band noch interessanter, als sie es ohnehin schon ist.  

Welche Assoziationen bekommt man bei “Irrbloss”? Nun, da wären die, dass man in einer Vollmondnacht im Schnee immer tiefer in einen Wald geht. Frostige und klirrend-kalte Bilder einer Landschaft, bedeckt durch den weißen Schnee, der im Mondlicht schimmert… Genug dieser Worte, hier geht es um Musik. Dies ist ein erstklassiges, schnörkelloses Stück Black Metal, das einen einerseits erschaudern lässt, andererseits aber wohlige Schauer über den Rücken all derjenigen laufen lässt, die sich von den guten Melodie-Arrangements gefangen nehmen lassen.  
 
Scheinbar schaffen es die jungen Musiker, sich mit jedem Stück ihres Debut-Albums weiter zu steigern, denn „Heresy“ führt nach einem sehr filigranen, ruhigen Beginn wieder hinab in die dunkelsten Gletscherspalten schwarzmetallischer Musikkunst. Sehr hochklassig - und wenn man sich noch einmal das junge Alter der Bandmitglieder ins Gedächtnis ruft, ist die Leistung, welche die Jungs auch mit diesem Song wieder an den Tag legen, umso bemerkenswerter.

Mittlerweile haben mich die Irrlichter, denen ich zu Beginn der Scheibe in meinem Gedanken des nachts zu einem Wald gefolgt bin, tief und immer tiefer in den Wald gelockt. “Midwinters Eve” stellt für mich ein Stück wunderschönen Black Metals dar. Frei von Assoziationen zu Hass gegen alles und jeden, geht es hier um die Gewalten der Natur; um Schnee, der in der Nacht ohne Unterlass vom Himmel fällt. Macht euch am besten selbst ein Bild. Ein wunderschöner Song.

Mit „Heritage“ werden die Jungs wieder etwas schneller und finsterer, was die musikalische Ausrichtung anbelangt. Außer den Vocals, die man im Refrain wie fast in jedem Song wirklich gut verstehen kann, finde ich zu diesem Stück leider keinen rechten Zugang.  
Der Titeltrack „Bloodline” ist das Meisterstück dieser Scheibe schlechthin. Wir finden hier zunächst akustische, sehr relaxte Töne, zu denen dann eine bedrohlich wirkende Melodie hinzu stößt, bevor es dann wieder richtig zur Sache geht. Und wie dann die ruhige Melodie vom unmittelbaren Beginn in das Gesamtkonstrukt eingebettet wird, ist schon sehr geschickt gemacht und weiß daher auch sehr zu begeistern.

Fazit: Haltet Ausschau nach den Irrlichtern, die sich aus Schweden aufmachen, die ganze Welt in ihre dunklen Wälder zu entführen und von dort nicht mehr wieder gehen lassen.

Irrbloss hinterlassen mit ihrem Debut „Bloodline“ weitaus mehr als nur das winzige Licht eines Irrlichts. Ihr Licht scheint meilenweit und findet immer neue Fans, die sie zweifelsohne mit ihrem Debüt gewinnen werden. Irrbloss bringen mit dieser wunderschönen Scheibe Licht ins Dunkel des Black Metal.

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