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Iron Maiden: A Matter Of Life And Death

Klasse Album
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Metal
Spielzeit: 72:6
Release: 25.08.2006
Label: EMI Music

Ich hätte nie gedacht, dass es mir so schwer fallen würde, dass neue Iron Maiden-Album zu rezensieren. Das liegt keinesfalls an dem Material. Ich kann eigentlich in jedem Maiden-Werk seine Berechtigung finden und ich bin wohl einer der wenigen, dem die Bailey-Ära wirklich gut gefällt. Warum fällt es mir nun so schwer? Das ist ganz einfach, denn ich empfand den Vorgänger „Dance Of Death“ als ein klasse Album und im Zuge der „A Matter Of Life And Death“ wurde das Album doch ziemlich in den Dreck gezogen. Alles sei nun besser als das „verkorkste“ Vorgängeralbum und ich hatte von vorneherein einen Hals auf „A Matter Of Life And Death“ und habe Sachen bemängelt, die mich wohl sonst nicht gestört hätten.Doch meine exakte Vergleichswut hat sich nun gelegt und ich kann mich ans Review machen.

Was ich zugeben muss ist, dass die Produktion besser ist als beim Vorgänger. Nicht das sie schlecht war vorher, aber alles klingt frischer und auch der Bass ist schön zu hören, etwas, dass ich bei Maiden sehr schätze. Und auch die Tatsache, dass die Songs mehr auf drei Gitarren aufgebaut sind, ist eine großartige Sache, die die Songs beim Hören noch interessanter gestalten. Das und der Fall, dass die Songs im Schnitt länger ausgefallen sind, lassen das Album komplexer werden, aber unter progressiv fällt dieses Album wirklich nicht.

Los geht’s mit „Different World“, ein toller Opener und er gefällt mir auch besser als der Opener der letzten Platte. Recht flottes Tempo und mehrstimmige Gitarrenmelodien, wie es sich für Iron Maiden gehört, plus klasse Gesangsarbeit von Dickinson geben einen tollen Einstieg in die Platte. Das nachfolgende „These Colours Don´t Run“ ist von vorne bis hinten typisch für Maiden, vor allem beim Refrain und der dortigen Gitarrenarbeit. Allerdings hätte man den Song an ein paar Stellen kürzen können, gerade an den Stellen, die die gekonnten Soli einleiten. Das Riffing von „Brighter Than A Thousand Suns“ ist einfach nur klasse, ein leicht versetzer Rhythmus plus einem rockigen Zwischenriff, klingt einfach nur super. Auch der Rest des Songs kann mich begeistern. „ The Pilgrim“ ist versetzt mit orientalischen Melodien, und auch das klingt in Maiden-Form bestens, der Gesang ist auch sehr gelungen,nur eine Gesangslinie finde ich nun nicht so prickelnd. Die Gesangsqualität ändert sich auch nicht wirklich. Bruce singt auf dieser Platte durchgehend erstklassig. Dann folgt „The Longest Day“, der den D-Day thematisiert. Der Aufbau mit dem Gesang ist gut gelungen, wie der Rest des Songs auch, nur finde ich den Refrain nicht so toll, vor allem ist er viel zu fröhlich für ein Thema wie dem des D-Day. Der nächste Track stammt unter anderem von Dickinson und das merkt man sofort. Eine Halbballade mit einfühlsamer Gesangsmelodie und einem Ohrwurm-Refrain sondergleichen. Kommt „Tears Of The Dragon“ doch sehr nahe. Die Single „The Reincarnation Of Benjamin Breeg“ dürften ein paar schon kennen, auch ein sehr cooler Song, mit langsamen Aufbau und einem totalem Rockriff versehen, auch die Bridge und der Solopart haben eine Menge davon abgekriegt. Wirklich eingehen kann man auf die Songs im Einzelnen eh kaum, da sie halt sehr lang und abwechslungsreich ausgefallen sind. So können auch die letzten drei Songs der Platte mehr als nur überzeugen. „For The Greater Good Of God“ ist für mich DER Song der Platte, geniale Melodien, genialer Gesang, der wohl geilste Pre-Chorus/Chorus-Teil der gesamten Platte, ein absoluter Über-Song durch und durch. „Lord Of Light“ hat einen super Aufbau, wie Gitarre für Gitarre kleine Feinheiten hinzufügt klingt wunderbau, vielleicht finde ich als Gitarist solche Feinheiten sowieso toller als andere. Nur finde ich auch hier den Refrain ein bisschen uninteressant, obwohl der Rest wirklich klasse ist, vor allem das Riff nach dem Refrain. Abgeschlossen wird die Platte durch „The Legacy“, einem sehr mit Akustikklängen versehener Song, der Anfangs so rein gar nicht nach Maiden klingt. Sehr pompös stellenweise bis er in einen stampfenden Rhythmus mündet. Die Gesangsmelodie hat vom Refrain etwas von „Mother Russia“ von der „No Prayer For The Dying“ und auch die Bridge lässt alte Tage wieder aufleben. Ein erstklassiger Song gegen Ende, der ein paar ungewohnte Elemente beinhaltet und trotzdem unverkennbar Maiden ist, lässt „A Matter Of Life And Death“ nach einer langen Spielzeit von 72 Minuten ausklingen...

In der limited Edition bekommt ihr eine DVD mit 30 Minuten Making Of, dass Studioarbeiten und zum Teil sehr witzige Stellungnahmen zu jedem einzelnen Song seitens der Bandmitgliedern beinhaltet, einer Photo Gallery und zwei Videoclips.

Die DVD endet mit einem Akustik-Jam mit ZZ Top´s „Tush“, bei dem Dickinson eine ziemlich alberne Mütze aufhat.

Ihr seht an der Länge des Reviews, dass ich mir schon Gedanken gemacht habe zur 14ten Platte der Engländer. Und ich bleibe dabei, es ist eine verdammt schwierige Entscheidung, diese Platte zu bewerten. Sie ist die logische Fortführung von „Dance Of Death“, denn dort waren die besten Songs auch die längsten. Nun gibt es hier beinahe ausschließlich Songs mit Überlänge zu hören. Der Vorteil, den „Dance Of Death“ allerdings hat, ist der gelegentliche kurze knackige Song, der zwischendurch mal eingeworfen werden sollte. „A Matter Of Life And Death“ hat wirklich klasse Songs, aber auch eben sehr lange, wo es kein Wunder ist, dass auch mal ein Teil des Songs abschwächt gegen den Rest. Das ist hier zwar nur in den oben genannten Stellen der Fall, aber trotzdem sind mir solche Stellen beim Vorgänger nicht so aufgefallen.

Dennoch ist „A Matter Of Life And Death“ ein klasse Album geworden, denn Murray/Smith/Gers haben es Gitarrentechnisch einfach nur raus und sind für jeden Gitarristen eine Freude, Dickinson ist einer der besten Sänger überhaupt und auch sonst ist Maiden für mich eines der Heavy Metal Bands.

Aber diesen Riesen Vorsprung zum Vorgänger den so viele sehen wollen, seh ich einfach nicht. Es sind beides Alben, die ich mir immer wieder anhören werde, nur verstehe ich bis heute die Aufregung nicht.

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