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Iron Fire: Metalmorphosized

Auch im zehnten Jahr lässt der große Durchbruch auf sich warten
Wertung: 7/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 58:10
Release: 01.10.2010
Label: Napalm Records

Quasi zum zehnten Bandgeburtstag veröffentlichen Iron Fire mit „Metalmorphosized“ ihr sechstes Studioalbum, wenn man mal das UFO-Tribute-Album außen vor lässt. Wirklich was aus ihnen geworden ist eigentlich nicht. Das Debüt erntete überschwängliche Kritiken, um dann beim Nachfolger aber eher einen Satz heiße Ohren verpasst zu bekommen. Inzwischen hat man sich auf einem soliden, aber eben nicht unbedingt mitreißenden Niveau eingependelt. Dies soll sich nun mit dem 2010er Epos ändern. Na, dann hören wir doch mal rein.

Mastermind Martin Steene am Mikro sorgt erstmal für den ersten Stirnrunzler. In kürzester Zeit wechselt er zu Beginn die Stimmlagen und erste Überlegungen, ob man in diesem Alter noch einen Stimmbruch haben kann, kommen auf. Ja, das war böse, aber genau diese Gedanken kamen mir in den Sinn. Glücklicherweise handelt es sich hierbei aber auch nur um die Eröffnungssequenz des Songs, der im Folgenden nämlich schön kräftig daher donnert. Ein ganz großes Lob an Produzent Tommy Hanse, der bei diesem Album mal wieder beste Arbeit geleistet hat.

„Nightmare“ drosselt etwas das Tempo. Das stört überhaupt nicht, denn man kann auch in diesem Rhythmus kräftig headbangen. Zwar verzettelt man sich im Mittelteil mit dem Solopart ein wenig und zerstört die aufgebaute Spannung geringfügig, aber dennoch ist es ein Song, der im überdurchschnittlichen Bereich liegt.

„Still Alive“ kann da zwar auch keine Steigerung anbieten, aber neben der gelungenen Instrumentenbehandlung kristallisiert sich immer mehr heraus, dass der für den Beginn gescholtene Martin Steene das große Plus der Band ist. Mit nur einer Gitarre von Kirk Backarach bewaffnet, zockt die Band guten Power Metal.

„Back In The Fire“ macht da auch keine Ausnahme. Absolut solide zockt man gefällig durch die Strophen, ohne sich aber eine wirklich Vormachtstellung zum Beispiel auf Grund ihres einzigartigen Stiles zu erkämpfen. Man steckt im Sumpf von unzähligen Power Metal-Kapellen, wobei man qualitativ trotzdem in der oberen Hälfte angesiedelt ist.

Das ändert sich mit „The Underworld“ dann ein wenig: Mit Growls garniert entwickelt sich ein erster echter Höhepunkt des Albums. Das starke Drumming von Fritz Wagner wird von einem prächtigen Bassspiel (Martin Lund) flankiert und so ist der gelungene Klangteppich für einen großen, starken Refrain verlegt. Klar, auch den hat man schon einmal ähnlich gehört, aber er frisst sich unweigerlich ins Gehirn und führt da ein Eigenleben. Starkes Stück!

„Crossroad“ ist dann eine Power-Ballade, die sich gewaschen hat. Im Duett mit einer mir unbekannten Sängerin verzaubert Martin Steene den Hörer, ohne zu schwülstig zu klingen. Das macht Spaß und gute Laune. Schade, dass die Band anscheinend erst zur Mitte des Albums ihre Glanzstücke auspackt. Die tolle Gitarre sorgt für zusätzliches Entzücken.

Damit aber auch nun wirklich keine falschen Gedanken aufkommen, donnert dann „Riding Through Hell“ mit kräftigem Double-Bass-Drumming durch die geschundenen Ohren. „Fasten Seatbelts“ hätte man vorher rufen sollen. Vielleicht ist dies aber ein wenig zuviel Kontrast, direkt nach der Ballade den zügigsten Song zu zocken.

„Left For The Dead“ stampft dann deutlich moderater daher. Gelungener True Power Metal der headbangenden Art ist hier angesagt. Insgesamt kann sich der Song allerdings nicht wirklich im Gedächtnis festsetzen und man denkt unwillkürlich an die ersten Tracks dieses Albums. Wäre da nicht der starke Gesang und der sehr gelungene Sound, würde die Band böse abgestraft.

„The Graveyard“, „My Awakening“ und auch „Drowning In Blood“ versauern dann immer mehr im Mittelmaß. „My Awakening“ ist zwar ein wenig heavier als die anderen, aber selbst kurz aufflackernde kleine Sangeshighlights helfen den Songs nicht wirklich weiter. Zu austauschbar ist das Ganze geraten. Schade, denn in der Band steckt deutlich mehr Potential als hier gerade geboten wird.

Den Abschluss darf dann das fast zehnminütige „Phantom Symphony“ bilden. Sehr schön, wie sich der Song zu Beginn entwickelt. Das klingt nach großem Ohrenkino. Auch wenn man manchmal hart an der Grenze ist, Teilstücke zu lang zu ziehen, so gelingt dann doch immer im letzten Moment, bevor es ins Langweilige abdriftet, ein musikalischer Themenwechsel. Sie können es doch, die Dänen. So bleibt das Stück immer interessant und sorgt auch im zehnten Durchlauf immer noch für Freude.

Fazit: Iron Fire beweisen, dass sie eine überdurchschnittliche Band sind, aber das reicht bei der vorhandenen Konkurrenz nicht aus. Das absolut unverwechselbare Element fehlt ein wenig. Die Songs rutschen auch mal in bedrohliche Nähe zum Prädikat Lückenfüller. Schade, vielleicht wäre es gut, wenn man auf einen Zwei-Jahres-Rhythmus der CD-Veröffentlichungen gehen würde, damit man mehr Zeit hat, die Songs weiter zu veredeln. Der große Durchbruch lässt weiter auf sich warten, leider.

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