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Iron Fate: Cast In Iron

Definitiv Geschmackssache
Wertung: 4/10
Genre: Heavy Metal, Power Metal
Spielzeit: 39:57
Release: 02.07.2010
Label: Massacre Records

Manowar haben’s vorgemacht und Tausende folgten: Power Metal ist überall, ob er aus Italien, Deutschland oder Albanien kommt, und er ist überall ähnlich schlimm. Anstrengend, irgendwie, aber auch künstlich, pathetisch und einfach too much. Dass ich Grindcore höre, und Power Metal als anstrengend betitele, mag wie eine Verhöhnung der Musik an sich klingen, ändert am gegenwärtigen Zustand allerdings gar nichts.

Wobei man hier helfend einspringen muss: Nein, Iron Fate sind lange nicht so schlimm wie Manowar, das wäre ja noch schöner. Dann wäre das Review an dieser Stelle schon zu Ende. Die Fünfercombo aus dem Harz macht ihre Sache eigentlich ganz gut, bleibt dem eingeschlagenen Weg konstant treu, und geht technisch versiert an die Sache ran. Und das bei einem Debüt-Album. Selbiges liegt uns nämlich vor, trägt den Namen „Iron Fate“ und orientiert sich sowohl an Iced Earth-mäßigen Gitarrensoli als auch am Gesang der alten Judas Priest beziehungsweise Iron Maiden – zwei Bands, die der Schreiberin dieser Zeilen noch nie zugesagt haben. Asche auf mein Haupt.

Wie gesagt, die Herren Wendler und Pflugmacher an den Gitarren, Jan Abraham am Bass und Drummer Sascha Wendler versehen die Songs mit dem nötigen Bumms, der Dramatik, der nicht abzustreitenden Dynamik – nur die Stimme von Denis Brosowski will nicht so recht in meinen Gehörgang. Das heißt, sie will schon, aber das könnte ihr so passen. Dabei führen uns die Herren ganz schön an der Nase herum: Los geht’s nämlich mit „The Arrival“ (kennt noch jemand den Film mit Charlie Sheen, der eine Begegnung der unheimlichen Art erlebt? Denkt mal drüber nach.) und einem gesprochenen, etwas bizarr anmutenden Intro – wobei die tief verzerrte Stimme nach einiger Zeit eher lustig klingt.

So weit, so gut, könnte man meinen – schon „Iron Fate“ zeigt uns allerdings, wie variabel Denis mit seiner Stimme ungehen kann. Mal erschreckend laut, mal erschreckend hoch – die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich. Dabei klingen die Drums wirklich gut, auch die Gitarren schreddern recht rasant vor sich hin – und wenn der Herr am Mikro nicht gerade in Sphären abdriftet, die höchstens noch Hunde hören können, klingt er auch gar nicht übel. Wenn es bei uns einen „Nicht-Anspieltipp“ gäbe, wäre es definitiv dieser Song, obwohl man im Refrain den Fuß vom Gas nimmt und eine durchaus ansprechende Gesangsspur zustande bringt.

„Lightnin Bolt“ gibt neue Hoffnung, startet es doch mit brachialen Instrumentals, Denis gibt mit etwas kratziger Stimme, die ihm sehr gut steht, seinen Text zum Besten, und sogar die hohen Aussetzer im Refrain kann man fast ignorieren. Dabei klingt der Sänger immer ein bisschen nach Bruce Dickinson, die klassischen Einflüsse der Band sind also unüberhörbar. Leicht kitschig, aber irgendwie episch kommt „Imagine A Better World“ daher, das mit einer einsamen Gitarre beginnt und langsam von selbigem Instrument weitergetragen wird. Der ruhige Gesang passt viel eher zu Denis’ Stimme, richtig angenehm mutet das Ganze jetzt an.

„Rage In A Cage“ bedient sich, zumindest titelmäßig, der „Reim dich oder ich fress dich“-Schemas, das ist dann aber tatsächlich schon das Interessantest an dem Song. Eine positive Überraschung am Ende stellt „Painful Sorrow“ dar, eine Ballade, die mich ein wenig an Iced Earth’s „Ghost Of Freedom“ erinnert und einen ähnliche Gänsehaut verursacht.

Fazit: Iron Fate haben auf ihrem ersten Album eine gute technische Leistung erbracht, nur an den Gesang kann und will ich mich nicht gewöhnen. Die Stärken des Sängers liegen in den ruhigen Songs, von denen es auf der Platte leider zu wenige gibt – mit dem Power Metal-Gesang kann ich für meinen Teil wenig anfangen, für jeden Fan des Genres dürfte die Platte aber sehr empfehlenswert sein.

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