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Iris Divine: Karma Sown

Ein vielversprechendes Debüt, das aus der Masse heraussticht
Wertung: 9/10
Genre: Progressive Rock, Metal
Spielzeit: 48:58
Release: 20.03.2015
Label: Sensory Records/Al!ive

Der Begriff Progressive Rock fungiert in vielerlei Hinsicht und gerade auf den ersten Blick oft als Qualitätsmerkmal. Progressive Rock ist schließlich nicht gerade das simpelste aller Genres; von Musikern, die sich diesem Wagnis stellen, darf man also schon etwas erwarten. Soweit die Theorie zumindest, in der Realität findet man dann natürlich leider doch eine ganze Menge Möchtegern-Bands die sich nur hinter der Genre-Bezeichnung verstecken, mit ihrem Songwriting aber zu keiner Zeit überzeugen können.

Kein Grund zur Panik allerdings, denn in diesem Fall kann von unzureichender Qualität und langweiligen Kompositionen keine Rede sein. Iris Divine kommen zwar nicht ganz an die Bandbreite der im Promoschreiben als Vergleiche genannten Bands heran – die Liste reicht von Fates Warning bis Lamb Of God und schießt im Bestreben die musikalische Vielfalt der Kompositionen in Form von Bandvergleichen wiederzugeben dann doch ein bisschen über das Ziel hinaus – wissen aber nichtsdestotrotz mit interessanten Arrangements und einem für das Genre ungewohnt rotzigen Sound zu überzeugen.

Besagter Sound des amerikanischen Progressive-Trios dürfte zu einem großen Teil den stimmlichen Grenzen von Gitarrist und Frontmann Navid Rashid geschuldet sein. Die Band scheint sich dessen allerdings durchaus bewusst zu sein und schafft es tatsächlich, dieses Manko in einen Vorteil umzuwandeln, der der Platte einen besonderen Charakter gibt. Einen gewissen Charme hat Rashids Stimme nämlich schon und besagter Charme wird vom Gesamtsound gut unterstützt, maximiert und kommt somit auch beim Hörer an. Zentral hierfür ist vor allem Brian Dobbs charakteristisch aggressiver Basssound, der immer wieder in den Vordergrund gestellt wird.  

Bei Iris Divine ist aber nicht nur der Sound irgendwie anders – im positiven Sinne natürlich –, die musikalischen Arrangements sind es auch. Irgendwie gelingt es dem Trio, einen interessanten Mittelweg aus fast schon thrashigen, definitiv immer groovenden Riffs und komplexeren Strukturen zu finden. Zwar gibt es auch mal gesprochene Parts, die die Lyrics unterstützen sowie minutenlange Solopassagen, die Amis wirken aber nie zu verspielt, übertreiben es mit dem Gefrickel zu keiner Zeit und präsentieren ständig gute, neue und abwechslungsreiche Ideen, um ihre Kompositionen aufzulockern und allen erdenklichen Ermüdungserscheinungen effektiv vorzubeugen.

Die Songdienlichkeit der einzelnen Passagen spiegelt sich dann auch in der Länge der einzelnen Titel wider. Vom achtminütigen Abschlusssong abgesehen, besitzen die Kompositionen im Vergleich zum durchschnittlichen Popsong nur ein bis zwei Minuten Überlänge. Die Vielfalt, Abwechslung und der Ideenreichtum, den das Trio in diese Kompositionen packt, ist dennoch überraschend hoch.

Alles in allem ist „Karma Sown“ ein verdammt starkes Debütalbum geworden, auf dem Iris Divine ihren eigenen Weg gehen und einen charakteristischen Sound etablieren. Konstant zwischen den Genres springend, progressiv, aber nie zu verspielt, schaffen die Amerikaner, hier ein Werk das Lust auf mehr und die Band selbst zu einem Geheimtipp mit viel Potenzial für eine hoffentlich rosige Zukunft macht. Alle, die Spaß an Bands haben, die eben nicht wie der Großteil ihrer Genrekollegen klingen, werden hier definitiv fündig.

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