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Ira: These Are The Arms

Bedächtig mitten ins Herz
Wertung: 8/10
Genre: Post-Rock, Indie Rock
Spielzeit: 30:35
Release: 30.09.2011
Label: Golden Antenna Records

Eine interessante Frage stellen sich Ira mit ihrem Album „These Are The Arms“: Was folgt eigentlich auf Post-Rock, Post-Hardcore und all die anderen mit diesem Siegel versehenen Genres? Gibt es noch unerforschte Bereiche, von denen aus man die Wurzeln der Rockmusik nur noch schemenhaft erkennen kann? Auf einer halbstündigen Reise versucht die ehemals in deutlich aggressiveren Gefilden beheimatete Band die Antworten zu ergründen und hält sich dabei von Grenzen fern, ohne diese zu überschreiten, so dass ein eigener und doch vertrauter Sound entsteht.

Obwohl die teils im Hardcore verwurzelte Vergangenheit der Band nicht einmal mehr zu erahnen ist, spielen bewährte Puzzleteile wie Post-Rock-lastiges Gitarrenspiel und sparsam platzierte Build-Ups weiterhin eine nicht zu unterschätzende Rolle im ansonsten eher schwer zu klassifizierendem Klangbild der Truppe um Sänger und Texter Tobias Hoffmann, der mit beiden seiner Aufgabenbereiche das Album stark prägt. Mancher mag die melancholischen, beschaulichen Songs als Indie Rock mit Hang zum Experimentellen bezeichnen, doch mehr als grob umreißen tut man die Ausrichtung Iras nicht – tatsächlich schwanken die Songs zwischen überlangen, behutsam ansteigenden Strukturen und eingängigen Melodien nahe an gewöhnlichen Schemen, die aber aufgrund ihrer wehmütigen Stimmung alles andere als anbiedernd wirken, wobei in jedem Fall die sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch vorgetragenen Texte eines der herausragendsten Qualitätsmerkmale des Albums darstellen und viel Tiefe bieten.

Gleich zu Beginn lässt sich diese auch in der Musik spüren, wenn „Katapult“ in mehr als acht Minuten die meisten Facetten des bandeigenen Stils aufblitzen lässt: Ruhig und gleichmäßig wird das Stück von cleanen Gitarren und milden Synths eingeleitet, zu denen sich nach kurzer Zeit die hohen „These Are The Arms“-Gesänge des Frontmanns hinzugesellen, der mit seiner glasklaren Stimme dem Charakter der Musik sehr gut gerecht wird. Obwohl der Song zunächst unscheinbar wirkt, merkt man IRA eine gewisse Erfahrung zweifelsfrei an, wenn der zögerliche Aufbau plötzlich von einem bedeutungsschwangerem Spoken-Word-Einschub auf Deutsch zum Einsturz gebracht wird, um dann einen volleren Sound mit hoffnungsvollen Melodien anzusteuern, die sich bis zum Schluss stetig auftürmen.

Dieser doch eher komplexen Vorgehensweise stehen neben den zwei stimmigen Interludes „EPK“ und „Score“ in der Mitte des Albums zwei deutlich kürzere Songs entgehen, die trotz ihrer Spielzeit zwischen drei und fünf Minuten durchaus Tiefe besitzen, jedoch im emotionalem Sinne - „A New Profile“ berührt so mit ebenso melancholischen Textzeilen wie Melodien im gleichen Maße wie das eröffnende Stück, wobei vor allem die schwermütigen Strophen durch Mark und Bein gehen. Ein wenig fallen lassen Ira diese Linie hingegen mit „The Gift“, das in deutlich unbeschwerterem, fast schon fröhlichem Ambiete daherkommt, aber stets eine subtile Hintergründigkeit beibehält, die sich letztendlich in einem schönen Schlusspart noch ein wenig mehr zeigt. Den Abschluss der nur wenig mehr als dreißig Minuten bildet das wieder deutlich länger geratene „Hydrophobia“: Nachdenklich und schwebend beginnend, sind nach einer Weile das erste Mal härtere Riffs auf der CD zu vernehmen, die sich nahtlos in das Klangbild einfügen und zu einem surrendem, durchdringendem Klimax führen, nach dem der Song in verzerrtes Grummeln zusammenbricht und schlussendlich eine letzte, beeindruckende Spoken-Words-Einlage rezitiert wird.

Ohne wirklich völlig neue Wege zu beschreiten, ist es Ira mit „These Are The Arms“ gelungen, einen eigenständigen und unverbrauchten Sound zu erschließen, der irgendwo zwischen den Stühlen sitzt und doch erkennbare Muster verfolgt. Was das Album allerdings am meisten auszeichnet, ist der persönliche, intime Charakter der Musik, der „These Are The Arms“ zu einer äußerst gefühlsbetonten Angelegenheit macht und getrost über die doch recht kurze Spielzeit hinwegsehen lässt – wer sich nicht an dieser stört, bekommt in dieser halben Stunde ein kurzes, aber einen bleibenden Eindruck hinterlassendes Werk zu hören, das vor allem in seiner Natürlichkeit sympathisch ist.

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