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Involution: Evolution Of Thoughts

Ordentlicher Einstand
Wertung: 7,5/10
Genre: Heavy Metal/Power Metal/Melodic Metal
Spielzeit: 46:52
Release: 30.10.2014
Label: Eigenregie

Nicht gerade die neueste Veröffentlichung, die wir hier besprechen, aber es wäre doch schade, sie unter den Tisch fallen zu lassen, zumal es sich hier noch um eine komplett in Eigenregie eingespielte und auch veröffentlichte Debüt-Scheibe handelt. Gemeint sind die aus dem sauerländischen Menden kommenden Involution, die 2011 mit „Higher Reach“ eine erste 6-Track-Demo ablieferten und nun über die volle Spiellänge „Evolution Of Thoughts“ hinterherschieben, wobei sie gleich mit „Inner Denial“, „A Search“ und „Up From The Dust“ drei Nummern der Demo auch hier wieder verwenden. Inwieweit sich die Nummern nun verändert haben, ist leider nicht zu eruieren, ist mir die Demo doch ansonsten völlig unbekannt.

Aktuell ist der Status der Band auch zu hinterfragen, denn wenn sich gut neun Monate nichts auf ihrer sozialen Netzwerkeseite tut, scheint sie schon längst nicht mehr aktiv und deswegen dahingeschieden zu sein. Schade, denn mit dem Debüt liefern sie eine feurige Platte irgendwo in der Schnittmenge von (progressivem) Power Metal, Melodic Metal und auch (ein wenig symphonischem) Heavy Metal ab, die gut ins Ohr geht und als empfehlenswertes Kleinod aus deutschen Landen punkten kann.

Legen wir also erst einmal den Fokus auf diese drei neuen Altsongs. Den Auftakt davon macht die straighte Power-Metal-Nummer „Inner Denial“, die schon fast ein wenig thrashig daherkommt, mit sauberer Gesangsleistung (auch in den höheren Lagen) glänzt, wobei gerade durch den Gesang im Hintergrund noch an Kraft gewonnen wird, dazu ein feines Solo fernab standardisierter Kost, was dann insgesamt ein griffiges Gesamtbild mit viel wummernder Double Bass ergibt. Bei „A Search“ spielen Involution gerade im Refrainbereich mit der Epik, holen sich hier aber ein paar blaue Flecken, reizen sie ihre Handfertigkeiten nicht wirklich aus, auch wenn der Power-Melodie-Quotient erneut sehr hoch ist. Im Intro „Evolution Of Thoughts“ deuteten sie ja auch schon an, dass sie sicherlich ein wenig Epik mit Hang zum dramatischen Bombast einflechten werden, was sich dann auf der CD allerdings nicht bestätigt.

Dagegen setzen sie gleich zweimal auf eine Halbballade. „Up From The Dust“ startet mit einer netten Klaviereinlage, Zug um Zug setzen sie natürlich dann kräftemäßig zu und glänzen gerade bei den solierenden Gitarrenarrangements, doch leider wird die Emotionsebene nur angeritzt, denn einschneidend ist die Nummer nicht, da der balladeske Gänsehauteffekt sich nicht wirklich einstellen will – am Ende der CD hätte man sich eh lieber einen erneuten Power-Metal-Kracher gewünscht. Bei der anderen Halbballade, „Rise“, darf dann die Akustikklampfe ran, die Nummer wird langsam aufgebaut und gewinnt immer mehr an Fahrt, aber auch hier lassen sie den ganz großen Emotionstiefgang vermissen.

Ganz großes Kino dagegen ist in der Mitte der CD mit „A Kind Of Satellite“ zu finden. Die hochmelodische und vor allem aber auch progressive Nummer reizt mit abwechslungsreichem Riffing und vor allem der wohl besten Gesangsleistung durch Frontmann Erdmann Görg (ex-Mortal Illusion). Und wenn sie schon selbst die Savatage-Einflüsse angeben, dann sind sie in dieser kraftvollen Nummer besonders zu hören. Etwas aus den fröhlicheren („The Random Arrow“) bzw. verspielteren Parts („My Own Mind“) heraus ragt dann der durch das schwermütige, aber nicht depressive Streicherintermezzo „A Torch In The Dark“ eingeleitete Track „ Another Torch“, denn auch hier wird erst schwermütig, dann mit immer mehr treibender Kraft und dem ständigen Anfeuern durch die Double-Bass ein großartiger Song hingezimmert, und gerade weil sie hier auf die ganz große Ohrwurmmelodie verzichten, mutiert die Nummer zum Anspieltipp ohne den ganzen Blinde-Wächter-Bombast.

Inwieweit man jetzt Involution noch eine Chance geben kann, indem man sich „Evolution Of Thoughts“ zulegt, sei mal dahingestellt, zumindest aber legt man sich ein handwerklich gutes, absolut echtes Album aus dem heimischen Underground zu. Acht Euro zzgl. Port und Verpackung sind da sicherlich sehr gut angelegt.

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