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Invertia: The Crimson Screen Vol. 1

Die Idee? Genial! Die Umsetzung? Eher mau.
Wertung: 4,5/10
Genre: Industrial Metal
Spielzeit: 14:29
Release: 26.10.2017
Label: Eigenproduktion

Das US-amerikanische Duo Invertia hat es sich mit seiner aktuellen EP “The Crimson Screen Vol. 1“ zur Aufgabe gemacht, die Anfänge des Horrorfilmgenres musikalisch zu beleuchten. Ein hehres Ziel, zumal Tim Winson und David Coppola, die bereits 2013 ihr Debüt „Invertia“ veröffentlichten, es seitdem nicht zu einem besonders großen Bekanntheitsgrad gebracht haben. Dafür ist die Mischung aus Death, Black und Industrial Metal, welche die beiden Herren da fabrizieren, aber auch vielleicht ein bisschen zu speziell – wir werden sehen, wie gut die sterile Brutalität der Musik sich mit dem Thema Horrorfilm verbinden lässt. Bei „Vol. 1“ soll es definitiv nicht belassen werden, die Herrschaften haben bereits eine ganze Reihe Horror-Industrial-Scheibletten geplant.

So minimalistisch und roh produziert die Horrorklassiker zum Teil aus heutiger Sicht anmuten mögen, so roh kommen auch die vier Songs auf „The Crimson Screen Vol. 1“ daher. Man arbeitet mit viel Verzerrung vor allem bei den teils sehr düsteren Vocals, außerdem werden Sprach- und Soundsamples im Hintergrund genutzt, die dafür sorgen, dass die Tracks ein bisschen wie Ausschnitte aus einem Soundtrack daherkommen. Schon der Opener „Lykanthropos“ beschäftigt sich dabei mit dem uralten Horrorthema des Werwolfes, der bereits in den 1920ern auf Leinwand gebannt wurde (angeblich gibt es bereits 1913 mit „The Werewolf“ einen Stummfilm, der den ersten filmischen Auftritt eines Lykanthropen darstellen soll) und sicherlich Anfang der Achtziger mit „American Werewolf“ den ersten richtig großen Erfolg feiern durfte und eine wahre Sintflut an Werwolf-Filmen startete. Entsprechend animalisch werden vor allem die Vocals aufbereitet, immer wiederkehrende tiefe Growls sorgen für entsprechendes Horrorfeeling.

Schon bei „Cast No Shadow“ wird das Ganze aber relativ schnell stumpf und langweilig, obwohl zumindest der Refrain überraschend zum Headbangen einlädt. Eher der Industrial-Seite zugewandt ist dann das noisige „Face On His Face“, bei dem auch deutlich mehr Samples eingesetzt werden, die aber in Kombination mit den kreischenden Gitarren eher für Nervenflattern als für Nervenkitzel sorgen; der Finger zuckt nach kurzer Zeit zur Skiptaste, obwohl immerhin eine gute Portion Groove mit in den Topf geworfen wurde.

Man darf vermuten, dass sich das finale „Created From Cadavers“ mit einem weiteren Klassiker, nämlich Doc Frankenstein und seinem Monster, befasst, fast ein wenig dem Grindcore entliehen wirkt der Gesangseinstieg nach einem überlangen und leider recht verzerrten Spoken-Word-Intro, dabei wird im Verlauf sogar fast so etwas wie ein Gitarrensolo eingesetzt – bisschen weniger Verzerrung hätte hier, wie auch auf dem Rest der Scheibe, allerdings ganz gut getan, zumal gerade im Finale kurze Gesangspassagen bei genauerem Hinhören eher nach Daft Punk mit Schluckauf denn nach Metal klingen.

So machen Invertia einem die Bewertung also nicht wirklich einfach, im oberen Bereich kann sich die EP aber schon mal definitiv nicht ansiedeln; zu wenig hat das Industrial-Duo aus diesem wahnsinnig genialen und spannenden Thema gemacht, zu gleichförmig und stumpf kommen die Songs, die sich doch so vieler unterschiedlicher Charaktere bedienen, aus den Boxen; dennoch ist man ein bisschen gespannt, wie und ob die „Crimson Screen“-Serie weitergeht.

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