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Intronaut: Valley Of Smoke

Mehr als nur Schall und Rauch
Wertung: 8.5/10
Genre: Sludge Metal
Spielzeit: 53:49
Release: 19.11.2010
Label: Century Media Records

Sludge-Fans sind Intronaut spätestens seit dem starken 2008er-Werk „Prehistoricisms“ ein Begriff, auf dem die Kalifornier Experimentiertfreudigkeit und überragendes technisches Können zu einem explosiven Gemisch vermengten, das selbst für ein Album aus diesem Genre nicht gerade einfach zu verdauen war - mit „Valley Of Smoke“ beschert die Band diesem nun einen Nachfolger, der ein ebenso unzugängliches, aber gleichzeitig auch mit einer schwindelerregenden Tiefe ausgestattetes Sounduniversum beherbergt.

Neben den häufigen Wechseln zwischen klaren, oft mehrstimmigen Gesangslinien und aggressiven Shouts gehört auch nach wie vor die sehr komplex und häufig in jazzigen Muster agierende Rhythmusfraktion, die für so manche Überraschung sorgt, zu den Markenzeichen der Band – nicht zuletzt darin liegt die Vertracktheit des Materials begründet, die erst nach vielen Hördurchgängen wirklich zu durchdringen ist. Von wütenden Hardcore-Ausbrüchen über sphärische Lead-Melodien bis hin zu psychedelischen Einflüssen verarbeiten Intronaut alles nur Erdenkliche in ihrem Sound und lassen das Gemisch dabei so klingen, als hätte es schon immer so zusammengehört. Zwar geht die experimentelle Schiene, die die Band fährt, auf Kosten einprägsamer Melodien, was jedoch nicht ausschließt, dass diese zumeist sehr gelungen sind und sich perfekt in die abgehobene Atmosphäre des Albums einfügen.

Natürlich sind trotz aller Experimente die Wurzeln des Quartetts zu fast jeder Zeit noch deutlich hörbar, denn die rohe Aggressivität und Schwere des Sludge haftet der Musik stets an, auch wenn die vielen verträumten, schwebend wirkenden Passagen den Songs einen eigenständigen Charakter verleihen. „Elegy“ kommt als eröffnendes Stück noch verhältnismäßig konventionell daher und wechselt zwischen tiefen, malmenden Riffs samt wütenden Shouts und melodiösen Parts mit rauem Gesang, wobei auch hier schon die häufigen Tempo- und Rhythmuswechsel auffallen. Obwohl der Song fraglos einen starken Einstieg darstellt, legt die Truppe erst mit „Above“ so richtig los und lässt der Experimentierfreudigkeit freien Lauf: Komplexes und hochpräzises Drumming trifft auf ätherischen Klargesang und atmosphärische Leads, während auch die raffinierten Basslines eindeutig zur Klasse des Stückes beitragen und den härteren Momenten noch zusätzliche Wucht verschaffen.

Im Albumkontext straighte Songs finden sich insgesamt neben dem Opener nur wenige, auch wenn „Sunderance“ eventuell noch in diese Kategorie eingeordnet werden könnte – stattdessen tobt man sich beispielsweise in „Miasma“ mittels verwinkelter Riffs und Psychedelic-Elementen aus, während in „Below“ der wabernde Bass für ein spaciges Ambiente sorgt. Besonders beeindrucken kann „Core Relations“, das als Stück mit vielen instrumentalen Passagen Erinnerungen an Post-Rock-beeinflusste Acts wie Isis oder Pelican wach werden lässt – ausgeklügelte Lead-Melodien führen geschickt durch den Song und bauen langsam Spannung auf, die sich in harten Momenten entlädt, nur um kurz darauf wieder von ruhigen Instrumental-Parts abgelöst zu werden. Die ungewöhnlichsten Minuten werden jedoch im Titelstück „Valley Of Smoke“ geboten, das wie eine irre Jam-Session anmutet und gänzlich ohne Gesang auskommt. Reichlich Jazz-Einflüsse werden in den wirren, aber spektakulären Rhythmuswechseln zelebriert und auch das Tempo sowie der Härtegrad variieren stets, so dass den Hörer ein hochinteressanter, sehr experimenteller Song erwartet, der zu dem Besten gehört, was die Band bisher veröffentlicht hat.

Mit „Valley Of Smoke“ ist es Intronaut gelungen, ihr letztes Werk an Vielschichtigkeit und Komplexität noch einmal zu übertreffen und so ein Album zu erschaffen, das sich kein Genre-Fan entgehen lassen sollte. Durch die jazzigen Rhythmen und Breaks erhält die Melange einen individuellen Touch, der die Kalifornier von ähnlich ausgerichteten Truppen abhebt und der Musik eine noch progressivere Note verleiht, als dies ohnehin schon der Fall ist. Zwar kommt zugunsten der vielen Ideen ab und zu die Aggressivität, die vergangene Releases der Band auszeichnete, abhanden, die flirrende Atmosphäre der Stücke entschädigt dafür jedoch allemal und macht „Valley Of Smoke“ zu einem der facettenreichsten Sludge-Alben des Jahres.

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