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InTechnicolour: Big Sleeper

Hier hat sich das Warten für alle Rockfans wirklich gelohnt
Wertung: 9/10
Genre: Stoner Rock, Alternative Rock, Funk
Spielzeit: 50:48
Release: 21.02.2019
Label: Big Scary Monsters

InTechnicolour haben ihre Fans bislang ganz schön zappeln lassen: Bereits im Frühjahr 2018 wurden erste Appetithäppchen fallen gelassen, ein Debütalbum angekündigt, erste Videos veröffentlicht. Erst im November konnte ein weiterer Track online bestaunt werden, dann ging plötzlich alles ganz schnell: Die Tracklist, das Cover, der Titel – alles auf einmal klar und deutlich von den Pressemenschen kommuniziert! „Big Sleeper“ kommt nun also Ende Februar 2020 via Big Scary Monsters – endlich kann man sich die skurrile Mischung aus Stoner, Alternative Rock und Funk zu Gemüte führen ohne sich ständig fragen zu müssen, ob und wann die Platte denn nun das Licht der Welt erblicken wird.

Das Warten indes scheint sich doch tatsächlich gelohnt zu haben: Die Truppe hat auf knapp 50 Minuten Spielzeit einige bärenstarke Tracks, clevere Arrangements und spannende, wenn auch streckenweise etwas gewöhnungsbedürftige Vocals versammelt, die die Herzen so mancher Rockfans sicherlich höher schlagen lassen werden. Schon an der Startlinie geben sich InTechnicolour größte Mühe, die Fans für sich zu gewinnen: „Miami Funk“ und „Under The Sun“ bilden ein absolut geniales Starter-Doppelpack, angefangen beim unglaublichen Drive des ersten Tracks, der irgendwo zwischen älteren Foo Fighters und Queens Of The Stone Age pendelt und von Sänger Tobie Andersons auffälligem Organ mitgetragen wird, bis zum schweren Stampfrhythmus bei „Under The Sun“ bilden die beiden Tracks quasi einen perfekten Einstand.

Das gilt es nun zu übertreffen oder zumindest beizubehalten, damit scheint sich die Band aber nicht allzu schwer zu tun: Der Titelsong gestaltet sich als lärmiges Monster mit tightem Drumming, leicht verzerrtem Gesang und überraschend düsterem Riffing, das vor allem gegen Ende deutlichen Headbangfaktor aufweist. Bewegten sich die Songs bisher immer in der gewohnten Spielzeit von knapp unter vier Minuten, steht mit „Gallon Man“ dann ein pfundschwerer Siebenminüter auf dem Plan, bei dem vermehrt Klargesang eingesetzt wird, und der vor allem mit seinen niederdrückenden Instrumentalpassagen punkten kann. Gegen Ende legt das Stück noch mal deutlich an Gewicht zu – super, was InTechnicolour hier fabrizieren.

„Doomer“ straft seinen eigenen Namen dann Lügen, gerät der Song doch deutlich aggressiver und flotter als man es von einem handelsüblichen Doom-Song erwarten würde; auch hier finden wieder staubtrockene Riffs ihren Weg in den Track, wohingegen „Slow Moth“ fast ein bisschen zu besinnlich ausfällt für den Rahmen des Albums – großes Kino sind dann aber die Doppelvocals mit Screams im Hintergrund und dem dominanteren Klargesang, die gegen Ende des Songs noch mal für Punktefutter sorgen. Hier lohnt sich genaueres Hinhören und Konzentration!

Ein Schock für alle Liebhaber der kurzen und knackigen Songs ist dann sicherlich das fast elf Minuten lange „Tortoise“, das wie der Titelgeber des Tracks eine ganze Weile braucht, um aus dem Quark zu kommen; erst nach der Hälfte des Songs nimmt die Instrumentalfraktion ein bisschen Fahrt auf, auch Tobie stößt wieder deutlich dynamischer dazu, trotzdem hält der Track den Flow der Platte insgesamt ein bisschen zu sehr auf.

Meckern muss man bei „Big Sleeper“ aber eigentlich schon auf recht hohem Niveau, denn die Platte hat an sich alles was ein Rockfan sich wünschen könnte: einen verdammt coolen Sänger, ordentlich Groove, clevere Arrangements und ein absurd grelles Plattencover. Ich persönlich freue mich schon auf meine Vinyl, die sicherlich auch noch mal einige Umdrehungen aushalten muss.

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