Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Insomnium: One For Sorrow

Die heimliche Spitze des Melodic Death Metal
Wertung: 8.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 53:11
Release: 14.10.2011
Label: Century Media

Obwohl Insomnium mittlerweile schon seit deutlich mehr als einer Dekade aktiv sind, will es den Finnen einfach nicht gelingen, in Sachen Popularität zu Szenegrößen wie Dark Tranquillity oder gar In Flames aufzuschließen – vielleicht liegt es daran, dass der Melodic Death Metal inzwischen seinen Zenit überschritten hat, möglicherweise daran, dass die Band dieses Genre in einer weitaus weniger modernen Variante als erfolgreiche Truppen wie Soilwork oder Scar Symmetry spielt, doch sicherlich nicht an der Qualität des Materials, denn „One For Sorrow“ stellt erneut unter Beweis, dass Insomnium wesentlich mehr Aufmerksamkeit gebührt, als sie zurzeit erhalten.

Grundlage des Sounds der Band stellt Melodic Death Metal der alten Schule dar - wie bei At The Gates oder In Flames in ihren frühen Tagen stehen melodische Riffs und die charakteristischen Lead-Melodien im Vordergrund, wobei die rohe Aggression skandinavischen Death Metals noch immer deutlich herauszuhören ist und wohl einen der größten Unterschiede zwischen Insomnium und dem Melo Death neuerer Prägung ausmacht, denn angefangen bei den rauen Growls bis hin zu den massiv rumorenden Rhythmusgitarren wirkt bei den Finnen das gesamte Klangbild wesentlich rauer und ursprünglicher als bei vielen Genre-Kollegen. Obwohl bei den meisten Bands diese Spielart ein wichtiges Charakteristikum, sind die Lead-Gitarren bei Insomnium ganz und gar stilprägend, denn ihr Einsatz ist auf „One For Sorrow“ wieder einmal ebenso exzessiv wie ungewöhnlich ausgefallen.

Dabei beginnt das Album mit „Inertia“ erst einmal untypisch für die Truppe und lässt zunächst vermuten, Insomnium seien unter die Post-Rocker gegangen: Flirrende, mit Effekten beladene Gitarren erzeugen mit zögerlich angeschlagenen Becken eine sanfte, erwartungsvolle Spannung, bevor allmählich die harten Riffs samt Schlagzeug-Beat einsetzen und eine sonore Erzählerstimme den Auftakt zum nächsten Song gibt, der zugleich die eigentliche Richtung des Albums vorgibt. „Through The Shadows“ lebt von den aufgeschichteten Lead-Melodien, die in beinahe singender Manier die Führung des wuchtigen Songs übernehmen, der nicht zuletzt dank des klar gesungenen Refrains zu den größten Ohrwürmern der CD zählt, auch wenn der melodische Gesang im Vergleich zu den grollenden Growls eher zweckdienlich erscheint.

Oftmals erzielen die guttural vorgetragene Passagen eine wesentlich eindringlichere Wirkung, wie sich beispielsweise in „Song Of The Blackest Bird“ zeigt, der Melo Death in Reinform bietet und die schnellen Strophen mit einem mächtigen Chorus anreichert, der gerade wegen der tiefen Growls umso majestätischer erscheint und später in eine lange, erhabene Instrumental-Passage übergeht, die dem Stück den letzten Schliff gibt. Insgesamt bewegt sich die Band fast durchgängig in diesem doch recht engem Rahmen, füllt diesen aber ohne Ausfälle qualitativ hochwertig aus, so dass das Album vor allem als Gesamtwerk zu begeistern versteht. Ein wenig Variation bringt dabei immerhin das entspannte Instrumental „Decoherence“ ins Spiel, doch auch innerhalb der anderen Songs wird durchaus variiert – in „Only One Who Waits“ lassen harte, groovende Riffs etwas von dem epischen Charakter der Musik ab und eine mit Synths ausgestaltete Bridge samt starkem Solo sorgt für leuchtende Augen, während das fast achtminütige „Lay The Ghost To Rest“ mit einem dramatischen Aufbau punkten kann, der sich über durchdringende Melodien bis hin zu dem klar gesungenen Finale erstreckt.

Der schleppende Titelsong rundet „One For Sorrow“ schließlich ab und lässt einen ungetrübten Eindruck zurück. Insomnium haben den für viele etwas angestaubten Sound des ursprünglichen Melodic Death Metals ohne große Modernisierung auf ihr neues Album lebendiger und atmosphärischer denn je gebannt und sich damit endgültig an die momentane Spitze dieses Genres gespielt – Freunde dieser Musikrichtung kommen um „One For Sorrow“ dementsprechend nicht herum und werden an diesem Album ihre helle Freude haben, doch auch all jene, die schlichtweg Metal zwischen Melodie und Brutalität im Allgemeinen schätzen, sollten sich das fünfte Werk der Schweden nicht entgehen lassen.

comments powered by Disqus

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend