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Insomnium: Heart Like A Grave

Wenig Neues, trotzdem überzeugt auch Album Nummer acht
Wertung: 8,5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 61:02
Release: 04.10.2019
Label: Century Media

Spätestens mit ihrem kleinen 2016er Geniestreich „Winter’s Gate“ haben sich Insomnium an der Spitze finnischer Metalbands eingereiht – schon beeindruckend, wie sie es geschafft haben, einen einzigen Song von 40 Minuten Länge spannend und kompositorisch schlüssig zu gestalten, und dabei sämtliche Band-typischen Trademarks beizubehalten. Insgesamt hat die Truppe allerdings auch zuvor stets mindestens verlässliche Qualität abliefern und einen unverkennbaren Stil etablieren können. Mit „Heart Like A Grave“ kehren die Melodic Deather zurück zum klassischen Albumformat und haben wieder mehrere kürzere Stücke in einer guten Stunde Spielzeit vereint.

Mittlerweile ist das Line-up auf fünf Mann angewachsen; da Gitarrist Ville Friman wegen seiner Tätigkeit als Evolutionsbiologe an der Universität New York zeitlich eingeschränkt ist und in Sachen Touren kürzer treten muss, entschloss man sich kurzerhand, mit Jani Liimatainen einen weiteren Axtschwinger in die Band zu holen. Dass Friman seinen Posten bei Insomnium nicht gleich ganz aufgeben wollte, ist verständlich – gerade als Gründungsmitglied dürfte da natürlich eine Menge Herzblut dabei sein.

Bei dem wabernden und reichhaltigen Soundwall, den die Finnen auffahren, erscheint die Maßnahme, einen dritten Gitarristen zu verpflichten, ohnehin nicht völlig abwegig, und dass die Wahl auf Liimatainen fiel (u.a. vor allem bekannt für sein jahrelanges Engagement bei Sonata Arctica), ist ebenso logisch, da dieser bereits in der Vergangenheit hier und da live aushalf. Plus einen weiteren Songwriter und Cleansänger in der Band zu haben, kann gewiss nicht schaden.

So heißt es denn auch im Promoschreiben, der Sound der Formation sei nun „üppiger und vielfältiger als jemals zuvor“ – tatsächlich kann Liimatainen mit seinen hohen technischen Fähigkeiten an der Klampfe und seiner Stimme ein paar weitere Farbtupfer in das Gesamtklangbild einbringen, songschreiberisch liefern Insomnium jedoch nicht wirklich allzu viel Neues. Die Weite des Nordens, die wundervollen Landschaften Finnlands tauchen beim Hören aber auch hier wieder automatisch vor dem inneren Auge auf.

Sehr klassisch fällt der Beginn aus, mit dem Intro „Wail Of The North“, das mit einer sanften Klavierpassage eingeleitet wird und sich rasch steigert (auch Niilo Sevänens Growls kommen bereits hier zum Tragen) sowie dem anschließenden „Valediction“, welches mit flottem, eingängigem Riffing startet, das sich alsbald mit hübschen, cleanen Gesangsmomenten abwechselt und auch die so urtypischen Gitarrenharmonien bietet. Sicherlich gewohnte Kost, aber kompositorisch stark und als Opener und erste Vorab-Single nicht die schlechteste Wahl. Single-Kompatibilität besitzt zwar auch das knackige „The Offering“, das dennoch eher zum schwächeren Material zählt.

Interessanter sind da schon Songs wie „And Bells They Toll“ – ein Midtempo-Stampfer mit gegrowlter Strophe und hymnischem, clean gesungenem Refrain, der sich mit seinem chromatischen Abwärts-Riffing ebenfalls recht schnell ins Hirn fräst – und vor allem „Pale Morning Star“. Diese mit neun Minuten längste Nummer der Scheibe darf man ohne Umschweife als das Highlight auf „Heart Like A Grave“ bezeichnen: Ausgeklügelt arrangiert und strukturiert, bietet die erste Hälfte jede Menge Blastbeats und eine schwarzmetallisch angehauchte Atmosphäre, während sich die zweite durch wunderbare melodische und akustische Sequenzen auszeichnet – alles zusammengehalten von einem recht simplen Grundthema, das immer wieder bravourös variiert wird; ein spektakuläres und beeindruckendes Epos, das diese Bezeichnung auch tatsächlich verdient.

Mit düsterer, Black-Metal-mäßiger Schlagseite kommt zunächst auch das aufwühlende „Twilight Trails“ daher, das sich zur Mitte hin entspannt und Bitterkeit verströmt, während es beim Titeltrack erneut hymnisch wird; in seiner Machart zunächst Parallelen zu „The Promethean Song“ vom „Shadows Of The Dying Sun“-Album aufweisend, bewegt sich das Stück dann aber in eine ganz andere Richtung und wechselt von einem marschierenden Gassenhauer in einen mitreißenden Part von dicht verwobenen Gitarrenwänden.

Überhaupt haben Insomnium in puncto Gitarrenarbeit wie angedeutet durch Janis Mitwirken definitiv noch mal an zusätzlicher Qualität gewonnen, die Soli wirken filigraner und die dreifache Axtpower schimmert immer wieder deutlich durch. Tatsächlich ist das achte Studioalbum der Nordmänner etwas vielfältiger als „Winter’s Gate“, was allerdings vor allem damit zusammenhängt, dass es eben mehr als nur einen Song in der Tracklist gibt. Große Sprünge in ihrer Entwicklung machen Insomnium trotzdem auch diesmal nicht, verfeinern lediglich Nuancen – doch das war bei dem eigenständigen Signature-Sound nicht anders zu erwarten und macht auch gar nichts. Die Jungs sind einfach klasse Musiker und haben einmal mehr eine starke Scheibe eingespielt, die die finnische Seele erneut so trefflich einfängt wie es kaum eine andere Combo aus Suomi vermag. Unterstrichen wird dies besonders im wunderschönen, bewegenden Instrumental-Finale „Karelia“, eine farbenprächtige, sehnsuchtsvolle Hommage an die Heimat der Band. 

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