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Insanity: Ready To Row

Klassisch und trotzdem Crossover
Wertung: 7/10
Genre: Hardcore
Spielzeit: 22:33
Release: 21.11.2014
Label: Eigenproduktion

Über Facebook-Bekanntschaften mit Musikern landen doch immer wieder gute (und auch weniger gute) Alben in den Händen der musikhungrigen Schreiberlinge. Sly Old Dog-Sänger Kubo drückte mir seine Schweizer Kumpels Insanity auf’s Auge; bereits im November letzten Jahres landete das gute Stück in den Regalen, erst wesentlich später auf meinem Schreibtisch und jetzt endlich auch im Laufwerk.

Ihre fast zehnjährige Karriere hat die Schweizer mittlerweile sogar auf Tour nach Kuba geführt, Konzerte mit Agnostic Front, Madball oder Hatebreed haben die Truppe weit über die Schweizer Grenzen bekannt gemacht, dabei hat der klassisch aufgestellte Fünfer mit dem Fünf-Tracker „Ready To Row“ gerade mal die zweite Scheibe veröffentlicht.

Wie erwähnt entpuppt sich die Musik als recht klassisch: ein Bass, ein Schlagzeug, zwei Gitarren, ein Fronter – so weit, so gut. Selbiger Fronter, Tobias mit Namen, weist dann aber einige Stimmnuancen auf, die sich beispielsweise von Brüllwürfeln à la Jamey Jasta unterscheiden, eher tendiert der gute Mann ein bisschen in Richtung Freddy Crucien, nur nicht ganz so fies. Gangshouts dürfen da natürlich bei solchen Vorbildern auch nicht fehlen, entsprechend sorgt der Titeltrack und Opener schon für einiges an Tanzmotivation.

„Never Gonna Quit“ ist ein ebensolcher Kracher mit einer sehr simplen, aber coolen Leadgitarre, die überraschend metallisch daherkommt. Gut und gerne hätte man große Teile der Instrumentalfraktion hier auch in einer Melo-Death-Band ansiedeln können – trotzdem findet man hier einen recht klassischen Hardcore-Track.

Ähnlich geht es weiter: Hardcore-Attitüde und entsprechende Texte treffen auf Metal-lastige Gitarren und ein tightes Schlagzeug – da gibt’s kaum was zu meckern. Nur Abwechslung wird auf Dauer eher klein geschrieben, was ziemlich schade ist, wenn man die technischen Fähigkeiten der Bandmitglieder bedenkt.

Allerdings bringen die Schweizer auch einen Crossover-Track mit ins Spiel, der mal wieder die Brücke zwischen Rap und Hardcore schlägt, die bereits in den Achtzigern und seitdem immer mal wieder überquert wurde. Mit Static Fanatic, PB, Luzi, Phumaso und Hak haben sich Insanity gleich eine ganze Handvoll Rapper ins Bott geholt, um bei „Hands Up“ das Aggressionslevel noch eine Spur höher zu drehen. Doppelt mutig: Zum Teil wird hier mundartlich gerappt. Nicht-Schweizer hören hier vor allem an den „ch“-Lauten, dass es sich weder um Hochdeutsch noch um Englisch handelt, ansonsten wird die Verständigung ein wenig schwierig. Nichtsdestoweniger ein cooler Track!

Insanity geben sich gutem, altem Hardcore hin, weben hier und da ein paar Metal-Einflüsse ein und hauen mit „Hands Up“ einen wirklich interessanten und gut abgestimmten Crossover-Track raus. Ein bisschen mehr Abwechslung fehlt in einigen Songs („Face Your Chance“, beispielsweise) noch, „Ready To Row“ kann sich aber insgesamt wirklich sehen und hören lassen.

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