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Insane: Doppelfickerspiegelpanzer

Die morbideste Spaßband Bayerns
Wertung: 9/10
Genre: Industrial, Death Metal, Metal
Spielzeit: 68:12
Release: 11.04.2009
Label: Eigenproduktion

Dass diese Truppe sich nicht allzu ernst nimmt, dürfte bereits beim Titel des neuen Albums klar werden. Dass die vier Bayern sich damit aber selbst unrecht tun, stellt sich schon beim ersten Hören kristallklar heraus. Etwas abgeschreckt von humorig anmutenden Songtiteln wie „Monique“ oder dem jetzt schon legendären „Doppelfickerspiegelpanzer“ wird einem, metaphorisch gesehen, schnell mit allerlei Gedärmen und Obszönitäten das Maul gestopft. Bekommt man beim Intro „Los Insanos“ noch das Bild einer Spaßcombo á la Heiter Bis Wolkig vorgegaukelt, werden einem schon beim Titeltrack die Ohren weggeblasen. Fantastisch! Sänger Bass-T klingt wie ein besser verständlicher Eisregen-Sänger und auch die teilweise doch recht kranken Texte könnten ohne Weiteres aus der Feder des früheren Index-Dauergastes stammen.

Bei einem solchen Auftakt ist es kaum zu glauben, dass Insane in inzwischen 17 Jahren Bandgeschichte so unbekannt geblieben sind. Vermutlich ist das vor allem darauf zurückzuführen, dass sich die Vier erst jahrelang nicht auf die zu spielenden Instrumente und die Verteilung derselben innerhalb der Band einigen konnte. Daraus resultierend entstand ein Sängerproblem. Soll heißen, ein selbiger fehlte, woraufhin Insane in ihrer kreativen Schöpfungsphase wieder um Monate zurückgeworfen wurden. So gingen also die Jahre ins Land, nur unterbrochen von der Produktion zweier CDs in Eigenregie. Erst Ende 2005 (!) konnte schließlich das erste richtige Album mit dem Titel „20.05“ vorgelegt werden, woraufhin weitere Touren und noch mehr Touren folgten.

Mit ihrem dritten Studioalbum „Doppelfickerspiegelpanzer“ sollte nun der Sprung recht schnell gelingen, strotzt der Silberling doch nur so vor intelligenten Melodien, griffigen, aber trotzdem nicht nervigen Gitarrenriffs und spaßig-morbiden Texten. Für letztere sind vor allem Sänger Bass-T und Schlagzeuger Ronn-Z a.k.a. Ronald Bischof zuständig, die ihre merkwürdigen geistigen Ergüsse immer mit einer gehörigen Prise Humor würzen. Bedenklich häufig wird auf dem Album das weibliche Geschlecht in allen Farben und Formen thematisiert: Sei es im Ohrwurm „Sport“, dem synthesizer-lastigen „Monique“ oder dem fast schon kitschigen, im frühen Neunziger Jahre-Stil startenden „Unschuld“ mit der denkwürdigen Beschreibung des Lebensstils einer Nymphomanin (oder wahlweise auch einer Pornodarstellerin).

Doch bei all dem Spaß gibt es durchaus Momente auf der Platte, in denen man geneigt ist, an eine leicht autobiografische Gestaltung seitens des Sängers zu denken. Das kritische „Hängen“, dessen Text im Booklet wunderbar zynisch mit einer Kinderschaukel abgebildet ist, geht hart mit jenen ins Gericht, die sich der breiten Masse anpassen und versuchen, ein Individuum in ihre Form zu pressen. In bester Death Metal-Manier brüllt Bass-T bald darauf den Stampfer „Ich Hasse Alles“ hinaus, nur um das Album mit dem balladesken „Halt Mich Fester“ zu beschließen. Dabei ist es kaum zu glauben, dass derselbe Kerl eben noch seinen Hass auf die ganze Welt hinaus geschrien hat, so nahtlos wechselt er von Growls zu  klarem Gesang.

Fast jedes dieser 14 Meisterwerke ist es wert, bis zum Erbrechen gehört zu werden. Die Mischung aus verschiedenen Metal-Stilen, gepaart mit den zynischen Texten ergibt eine spannende Mischung. Die kurzen Einspieler verschiedener Film-Dialoge zwischen den Songs runden die Platte perfekt ab, statt nur die einzelnen Lieder miteinander zu verbinden.

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