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Infinite Horizon: Soul Reducer

Lieber spät als nie released
Wertung: 9/10
Genre: Power Prog Melodic Metal
Spielzeit: 47:3
Release: 03.10.2008
Label: Black Bards Entertainment

Die Siegerländer Infinite Horizon veröffentlichen nun das schon vor knapp vier Jahren aufgenommene Album „Soul Reducer“. Dass es derart Lange gedauert hat, hängt mit Rechtstreitigkeiten mit dem ehemaligen Labelboss der Band zusammen. Sei es drum, inzwischen ist man bei Black Bards unter Vertrag und es geht endlich weiter in der Karriere.

 

„Children Of Tomorrow“ startet zwar etwas keyboardlastig, entwickelt sich dann aber zu einem richtig tollem Stück Melodic Metal. Sänger Marc M. Lehmler hat eine fantastische Stimme, welche in genau richtiger Art und Weise rau klingt, ohne gleich dreckig oder räudig zu wirken. Das passt hier wunderbar und lässt ab und zu eine gewisse Nähe zu Savatage entstehen, auch wenn die Klangfarbe eine etwas anders geartete ist. Der Song ist ein richtiger Ohrwurm und setzt sich schon bei den ersten Durchläufen tief im Gedächtnis fest. Das Gitarrensolo ist ebenso sehr stark geraten.

 

„Burning Bridges“ kommt in einem deutlich progressiveren Gewand daher, ohne aber zu frickelig zu wirken. Dafür sorgen schon die eher leicht verdaulichen Vocals. Der Refrain besticht durch seinen Wiedererkennungswert. Hier klingt eigentlich nichts wirklich deutsch wie bei so vielen Bands aus Good Old Germany. Man könnte glatt meinen, dass hier Skandinavier oder Amerikaner am Werke sind. Stark, wie man es trotz der immer wieder variierten Melodie und Tempoänderungen schafft, das Ganze recht eingängig zu gestalten. Auch wenn ich mir etwas mehr Kraft in der Produktion gewünscht hätte, diese Band rockt gewaltig!

 

„The Thin Line“ kann da leider nur bedingt mithalten. Zwar hat man bei diesem deutlich balladeskeren Song wieder einmal einen mitreißenden Refrain erschaffen, aber insgesamt will der Song nicht so richtig ins Blut übergehen. Textlich befasst man sich mit der psychischen Belastung von Soldaten. Irgendwie logisch, dass man sich wohl auch deshalb den vom Titel her an einem Antikriegsfilm orientiert hat. „The Thin Red Line (Der schmale Grat)“ wird hier gelungen eingebunden.

 

Mit recht variablen Gesang wird „Facing Mr. Hyde“ dargeboten und genau das passt natürlich bei diesem Songtitel. Mal nachdenklich, dann wieder aggressiv wird der Song gezockt. Stark, wie Thomas Bäcker und Jens T. Hahn dies auch an ihren Gitarren umsetzen.

 

„Tears Over Jerusalem“ rechnet dann mit dem Thema Religion ab. Welcher Religion „gehört“ Jerusalem, und wie kann man die Worte des jeweiligen Gottes so verdrehen, dass man sein eigenes abscheuliches Tun rechtfertigen kann? Das Ganze im besten, nur leicht proggigen Power Metal Gewand. Starker Song, der eigentlich alles beinhaltet, was die Band anno 2008 oder sollte man besser sagen anno 2004/2005 ausmacht. Christian Schmidt sorgt mit seinem Bruder (?) Armin für das mehr als gelungene Grundgerüst per Schlagzeug und Bass.

 

Mit einem tollen, wenn auch hörbar generierten Piano startet dann „Under Bloodered Skies“. Wer jetzt an Judas Priest`s „Blood Red Skies“ denkt, ist auf dem Holzweg. Die Band hat genug starke Ideen, um ein Album allein mit Eigenkompositionen zu füllen. Die Halbballade dreht sich darum, dass wir Menschen uns quasi selbst hinrichten. Die Tatsache, dass sich durch die Luftverschmutzung der Sonnenuntergang immer weiter ins Rote verfärbt, wird hier textlich verarbeitet. Starker Song mit viel Aussage.

 

„Re-Evolution“ begeht dann wieder rauere Wege. Mit dem Wissen, dass die Menschheit, obgleich man sich ja für so intelligent hält, immer wieder die selben Fehler macht, rockt man hier recht kräftig durch die Lautsprechermembranen. Wahrlich kein Lückenfüller, wenngleich dieser Song mit dem restlichen Material nicht ganz mithalten kann.

 

„Into The Void“ gehört dann wieder zu den absoluten Highlights des Albums. Man rechnet mit der Welt und deren seltsamen Moden ab. Krank und selbst zerstörend, wie wir halt sind. Das Ganze kommt im rauen Gewand daher. Die Gesellschaft verkommt immer mehr und hier wird uns der Spiegel vorgehalten und dies auch noch grandios instrumentiert. Was will man mehr? Klar, ein Umdenken in der Menschheit, aber das wird wohl bis zur endgültigen Zerstörung der Erde nicht eintreten.

 

Den Abschluss bildet dann „The Dark Side Of The Sun”. Jawohl, wer die Band schon kennt, weiß, dass es ein altes Stück ist, welches vom „Beyond Infinity” Album abstammt. Aufgrund der guten Resonanzen bei Liveauftritten hat man sich dazu entschieden, diesen Song nochmals neu aufzunehmen. Und ganz klar, das war eine gute Entscheidung, auch wenn das neue Material hier teilweise schon eine positive Weiterentwicklung aufzeigt.

 

Fazit: Ein wahrlich starkes Stück Power Melodic Metal mit einem gewissen progressiven Charme. Sänger Marc M. Lemler brilliert auf ganzer Linie. Ihm sind die tiefsinnigen Lyrics und die tollen Refrains zu verdanken, die hier das Ganze aus einem lediglich positiven Werk in ein tolles Meisterwerk umwandelt.

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