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Incubus: Light Grenades

Das bisher ambitionierteste Album
Wertung: 9/10
Genre: Alternative Rock
Spielzeit: 47:46
Release: 24.11.2006
Label: Sony BMG

Knapp zwei Jahre nach ihrem Erfolgsalbum "A Crow Left Of The Murder" kehren Brandon Boyd, Mark Einziger, Jose Pasillas, Ben Kenny und DJ Kilmore nun mit "Light Grenades" zurück auf die Alternative - Bildfläche. Nachdem es doch etwas stiller um die äußerst sympathischen Jungs aus Kalifornien wurde, war die Vorfreude auf das aktuelle Album riesig und man war enorm gespannt, was uns die Band als nächstes präsentieren würde. Zum Verständnis blicken wir kurz auf die Entwicklung der Band in den letzten Jahren zurück.

Mit dem Werk "Morning View" aus dem Jahre 2001 wagte die Band bereits ansatzweise den Weg aus dem Mainstream, den man beim Vorgänger "Make Yourself" vor allem durch die Hitsingles "Pardon Me" und "Drive" noch gewohnt war. Zwar befanden sich auch auf "Morning View" mit "Nice To Know You" und "Wish You Were Here" zwei echte Ohrwürmer, allerdings wurde die Musik hörbar experimenteller und kunstvoller, was zum Beispiel ein Song wie "Just A Phase" bewies. Dieser Prozess setzte sich auf "A Crow Left Of The Murder" noch extremer fort, bei dem die Band endgültig in neue Sphären aufbrach. Progressivität, Abwechslung und der Einzug völlig neuer, von der Band bis dato gänzlich unbekannter Einflüsse waren charakteristisch für dieses Album, welches allerdings nicht jedem Fan der Band ausnahmslos gefiel. Viele bemängelten das nahezu gänzliche Fehlen von Hits - sieht man von den Überkrachern "Megalomaniac" und "Talk Shows On Mute" ab - und konnten sich mit der neuen Bandphilosophie nicht wirklich anfreunden.

Es lag nun denkbar am nächsten mit "Light Grenades", genau da weiter zu machen, wo man beim Vorgänger aufhörte. Doch dies ist nur teilweise der Fall. Incubus finden (in meinen Augen glücklicherweise) nicht zurück zum Mainstream, doch im Vergleich zu "A Crow Left Of The Murder" bemüht sich die Band wieder mehr um eingängigere Momente und prägnantere Refrains. Dennoch bleiben die Songs insgesamt sehr kunstvoll arrangiert und man benötigt bei einigen Songs viel Zeit, um ihre Genialität und Komplexität erfassen und bündeln zu können. Man kann also durchaus sagen, dass Incubus erneut in neue Sphären aufbrechen und es erneut schaffen, ein Album zu veröffentlichen, dass sich fernab von kommerziellen Gefilden und gängigen Alternative - Konventionen abspielt.

So verbindet die Band bei "A Kiss To Send Us Off" härtere Gitarren, die deutlich an die Anfangszeit der Band erinnern, mit klaren R'n'B - Elementen und dass so eine ungewohnte Mixtur tatsächlich funktionieren kann, demonstrieren sie hier ebenfalls. Vielleicht ist es wirtschaftlich nicht clever, ein Album mit solch einem extravaganten, außergewöhnlichen Song einzuläuten, doch dies ist der Band, mit gutem Recht, völlig egal. Mit "Dig", "Anna Molly" und "Love Hurts" folgen gleich die drei besten und vielleicht hitverdächtigsten Songs auf "Light Grenades". "Dig" pendelt sich irgendwo zwischen Experimentierfreude und Ohrwurmpotential ein, "Anna Molly" stellt meiner Meinung nach eine perfekte Symbiose aus allen bis dato bekannten Incubus - Trademarks dar und mit dem süßlichen "Love Hurts" hat man endlich den "Drive" Nachfolger erschaffen, auf den der Fan seit sieben Jahren geduldig warten musste.

Mit dem wilden Titelsong zerstört die Band daraufhin bewusst die idyllische Atmosphäre von "Love Hurts" und knüpft nun erstmals direkt an "A Crow Left Of The Murder" an, was bei "Rogues" ein weiteres Mal der Fall ist. Ein krasser Kontrast dazu ist der wunderschöne erste Teil von "Earth To Bella", dessen zweiter Teil den perfekten Abschluss eines großartigen Albums bildet.

Fazit: "Light Grenades" stellt für mich das bisher ambitionierteste Album aus mittlerweile 15 Jahren Incubus dar. Es weist Einflüsse aus bisher allen Schaffensperioden der Band auf und wirkt doch ungewohnt, neu und frisch. Wer Incubus bis heute mochte, der wird auch mit dem Kauf von "Light Grenades" nichts, aber auch rein gar nichts falsch machen. Super!

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