Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Incremate: Prospect Of Death

Eine solide Hommage an den Old School Death Metal
Wertung: 6,5/10
Genre: Old School Death Metal
Spielzeit: 32:57
Release: 16.06.2016
Label: Godeater Records

Die Sachsen Incremate dürften bislang noch keinen allzu großen Bekanntheitsgrad entwickelt haben; kein Wunder, brachte das dynamische Trio doch gerade erst im Sommer letzten Jahres ihr Erstlingswerk heraus. „Prospect Of Death“ birgt dann schon im Titel eine Beschreibung des Stils: Death Metal soll es hier geben, und zwar nicht etwa solch neumodisches, womöglich noch melodisches Geklüngel, sondern angelehnt an den US-amerikanischen tiefgestimmten Todesstahl der Neunziger. Tatsächlich setzen die drei Dresdner das auch ziemlich konsequent um: Hier wird knietief hauptsächlich im Midtempo vor sich hin gezockt, Gitarrero Ronald gibt sich den klassisch gegrunzten Vocals hin, Bassist Danny sorgt für die tiefenentspannten Rhythmen und Drummer Teo füllt im Hintergrund alles fleißig mit Doublebass auf – eigentlich kann man nicht meckern.

Ein bisschen dröge wird die Platte auf Dauerrotation dann schon, nach gerade mal 33 Minuten und neun Songs ist Schluss und wahnsinnig viel Abwechslung bietet die Platte nun nicht – dafür aber sehr soliden Death Metal der alten Schule. „Respect the Old School“ steht eben drum auch direkt im Booklet verewigt – wohl wahr, gäbe es doch ohne die alten Haudegen wie Death oder Morbid Angel vermutlich keine der heutigen modernen Bands beziehungsweise überhaupt hätten sich sämtliche Unterströmungen nicht entwickeln können.

Insofern sind Songs wie das schwungvolle „Anger Forms Humility“ sicherlich als direkte Hommage an die Todes-Vorreiter zu sehen, auch titelmäßig geben sich die Herren keine Blöße und erinnern mit „Split The Skull“ oder „Deformed Bones“ zumindest textlich schon mal gerne an Kollegen wie Cannibal Corpse.

Direkt der Opener „Slay Your Woman, Stab Your Child“ weiß dann schon ein leichtes Schmunzeln auf die Lippen der Schreiberin zu zaubern, wird hier doch gleich mit roher Energie nach vorne geprescht, auch um möglichst transparenter Sound wurde sich nicht gekümmert; wobei die Produktion keinesfalls schlecht ausgefallen ist, vielmehr passt die leichte Räudigkeit super zum Stil der Band.

„Corpse Collector“ legt dann noch einen Zahn zu, auch hier werden Doublebass hauptsächlich im Refrain benutzt, der restliche Song kommt um einiges gemütlicher daher. Auch „Split The Skull“ lädt entgegen seinem Titel eher zum entspannten Headbangen ein als dazu, sich gegenseitig die Köppe einzuschlagen – ohne größere Ausraster, dafür aber mit flirrenden Gitarren und ordentlich Dampf dahinter.

Überhaupt ist „Prospect Of Death“ eher eine gemütliche Platte, über die man jetzt nicht stundenlang philosophieren kann, zu der man aber sicherlich bei dem ein oder anderen Bier den Versuch wagen kann, sich den Schädel von den Halswirbeln abzuschrauben. In Gedenken an die großen der Szene bewegen sich die Dresdner damit im soliden Mittelfeld – ein bisschen mehr aus sich rausgehen dürfen sie aber schon noch bei der nächsten Platte.

comments powered by Disqus

„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“