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In Viro: Gehorche! Fühle! Glaube!

Kraftvoller, aggressiver und dennoch gefühlvoller Auftakt
Wertung: 9.5/10
Genre: Neue Deutsche Härte
Spielzeit: 49:06
Release: 08.10.2010
Label: Echozone

In Viro, geplant 2006 als Soloprojekt von Dante Frost, bringen mit „Gehorche! Fühle! Glaube!“ ihr erstes Album heraus. Seit der Gründung vor vier Jahren ist Dante Frost immer wieder mit anderen Musikern zusammen getroffen und hat schlussendlich mit dem Schlagzeuger Joey Prix 2008 sein Pendant gefunden, und gemeinsam bringen sie sie nun ein lautes, kraftvolles Album heraus, welches viele schöne Melodien beinhaltet.

Mit nur zwei Musikern ein Album ins Leben zu rufen und dabei alles selbst zu machen, ist eine Herausforderung, die von Dante Frost und Joey Prix angenommen und gemeistert wurde. Ihre Songs fallen nicht nur durch starke Gitarrenriffs und elektronische Untermalung auf, sondern vor allem durch die dunkle, tiefe Stimme von Dante. Er scheint jeden Song während der Präsentation hautnah zu durchleben und ist in der Lage, von tiefen und dunklen Passagen in nachdenklich klingende Refrains zu wechseln. Dies lässt sich vor allem in dem Song „Firmament“ hören. Ist er in dem einem Moment noch aggressiv, ist er umso nachdenklicher im Folgemoment.

Das Album beginnt mit dem Titelsong „Gehorche! Fühle! Glaube!“ bedrohlich, düster und wird durch das einsetzende Schlagzeug zunehmend aggressiv. Diese Untermalung ist absolut passend zum Inhalt des Stücks, welches dann durch Dantes tiefe, verdrießliche Stimme vorgetragen wird: dem Kind wird durch den zornigen Vater Gehorsam eingetrichtert, immer mit dem Blick auf die sonst nicht ruhende Mutter. Der Song kommt mit nur wenig Text aus, verdeutlicht aber durch die elektronische Passage in der Mitte, dass der Zorn des Vaters die Seele des Kindes bricht. Eben das macht In Viro aus: Starke Texte, die perfekt von der Musik inszeniert werden.

Der zweite Song bringt die Erwartung hervor, dass es nun noch elektronischer wird - falsch gedacht! In Viro machen direkt deutlich, sie sind dem Genre „Neue Deutsche Härte“ zu zuordnen, sie rocken, lassen das Schlagzeug seine volle Power entfalten und auch die Gitarrenriffs zeigen auf, dass es sich hier um erfahrene Musiker handelt. Nichtsdestotrotz nutzen sie elektronische Facetten und machen ihre Musik somit rund. Die Kombination mit Synthesizern und der Stimme Dantes offenbaren, dass der einfache Vergleich: „Wieder eine Band wie Rammstein, Eisbrecher und Co.!“ nicht stimmt. „Geiles Stück“ beginnt rockig und vermutet man sexistische Anspielungen, geht es hier um den geplanten Neubeginn und die Begegnung mit dem Teufel, aufgrund der begangenen Sünden. Das geile Stück ist der Teufel, der verführt und sich hinterher dafür bezahlen lässt.

„Vaterland, Oh Vaterland“ startet ruhig und die erste Minute komplett instrumental, nach und nach werden weitere Instrumente hinzu geschaltet, bis Dantes Stimme ertönt. Jene scheint zerrissen, zerrissen zwischen Verständnis und Zorn. Woran der alte Mann, der im Sterben liegt, sich unter Tränen zurück erinnert, wird nicht genau genannt. Jedoch die Erwähnung, dass die Menschlichkeit im Vaterland zu Eis erfroren scheint, lässt die Auslegung zu, dass hier Erlebtes aus dem Dritten Reich bedauert wird.

„Ich Bin...“ ein eingespielter Kinderreim, zerreißt ebenso wie der erste Song, das Kindchen-Schema, dass bei Kindern noch alles gut ist. Im Gegenteil, es geht zu vieles schief und dafür werden deutliche Worte genutzt: „Das Leben f... mich schon genug.“ Und auch der genutzte Abzählreim macht diese Kontroverse deutlich; ist es auf einer Seite ein Kinderreim, basiert der Inhalt aber auf Ausweglosigkeit, der Protagonist ist aufs Meer getrieben und dem Tode ausgeliefert.

In Viro zeigen mit „Gehorche! Fühle! Gehorche!“ ein kraftvolles Album, welches sich nicht verstecken muss, ganz im Gegenteil, entdeckt und gespielt werden muss. Dantes Stimme macht In Viro einzigartig, aber auch die Erfahrung von Joey Prix im Programming, sagt: "Achtet! Haltet Wacht! Wir sind da!" Es gibt eine Band mehr im Kreise der „Neuen Deutschen Härte“ und das ist gut so. Kraftvoll und laut machen In Viro auf sich aufmerksam und liefern mit zwölf Songs ein richtig gutes Debütalbum.

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