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In This Temple: Display

Kurz und knackig, von vorne bis hinten gut
Wertung: 9/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 10:28
Release: 31.03.2013
Label: FinestNoise

Metalcore ist mittlerweile ein Etikett, das dem gemeinen Core-Hörer nur noch ein müdes Gähnen entlockt, da ihm nicht unzählige, aus der Luft gegriffene Adjektive vorangestellt sind und sich somit wenig bis gar nichts über den Stil aussagen lässt.

Mit Platten unter einer halben Stunde Spielzeit beschäftigen sich viele Menschen schon gar nicht mehr, weil es ihnen eher um Quantität denn um Qualität geht und sie für ihr Geld schließlich auch was bekommen wollen.

Zwei recht schlagkräftige Argumente, mit denen im Hinterkopf man sich die In This Temple-Scheiblette „Display“ zu Gemüte führt. Metalcore, grade mal drei Songs und etwas über zehn Minuten Spielzeit – immerhin keine Eigenproduktion, das wäre ja der Sargnagel schlechthin gewesen. Besonders lang gibt es den Fünfer nun auch noch nicht, seit Anfang letzten Jahres treiben sich die Österreicher im Metalbereich herum, dafür haben sie aber recht flott ihre EP aufgelegt. Nachdem nun also alle Negativcharakteristika auf den Tisch gepackt wurden, beschäftigen wir uns zur Abwechslung mal mit der Musik auf „Display“.

Gestartet wird mit dem Titeltrack, der zuerst ein instrumentales Intro bereithält, das sich aber recht spannend gestaltet; plötzlich setzen unheilvoll die Drums ein, die Gitarren werden fordernder, flirren mit ordentlichen Electro-Einflüssen dem Hörer um die Ohren, und letztlich setzt Sänger Jan mit einer sehr angenehmen Tonlage zum Schreien an. Nicht nur derbes Gebrüll beherrscht der Mann, auch aggressiven, aber nicht so extremen Gesang und – man möchte ihn knutschen dafür – auch für klare Vocals scheint der Kerl gemacht zu sein. Das kann man beim besten Willen nicht von jedem Metalcore-Sänger behaupten – wie oft schon hat man wahnsinnig gutes Geschrei gehört, nur um beim Klargesang dann vor lauter Scham die Musik abzudrehen?

Hier passt zumindest im ersten Track alles, es wird ordentlich Spannung aufgebaut, abwechslungsreich das Tempo variiert (hier sei nochmals Drummer Marcell hervorgehoben), die einzelnen Parts harmonieren sehr schön und trotz der teils recht gängigen Zutaten kreiern die Grazer hier doch einen Sound mit recht hohem Wiedererkennungswert.

„Hard Numbers“ gestaltet sich eine Spur düsterer, was vor allem an der sehr einprägsamen Leadgitarre liegen mag; in jedem Fall klingt die Truppe hier keineswegs wie eine noch junge Band, sondern sehr ausgereift und bestimmt.

Richtig kuschlig wird es dann nochmal beim finalen „Giving Lives“, das ein bisschen Hardcore-Mentalität atmet und gleichzeitig ganz entfernt an die Crossoverbands der guten alten Neunziger erinnert – da passt sogar der eingestreute Sprechgesang, den Jan ebenso problemlos meistert wie den Rest seiner Arbeit. Auf den ersten Blick wirken die Instrumentals hier zwar nicht wirklich ausgefallen, stellt man die Platte aber auf eine gewisse Lautstärke (was hier sowieso zu empfehlen wäre) und hört genauer hin, erkennt man schon allein in den Gitarren viele kleine Spielereien.

Auch, wenn das jetzt wie das Klischee-Fazit schlechthin klingt, aber die Jungs sollte man im Auge behalten. Ob das Talent für die ganze Albumlänge reicht, bleibt erstmal abzuwarten, auf EP überzeugt der Fünfer aber gnadenlos und überraschend.

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