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In This Temple: Deadlight

In This Temple lassen sich nicht festlegen - und das ist auch gut so
Wertung: 9,5/10
Genre: Metalcore, Progressive Metal, Post-Hardcore
Spielzeit: 35:17
Release: 14.01.2016
Label: Eigenproduktion

Vor beinah genau drei Jahren brach die Erstlings-EP „Display“ der Grazer Metalcore-Fraktion In This Temple durch die Redaktionstür, konnte sich aus dem Stand mit einem beherzten Sprung neun von zehn Punkten sichern und machte definitiv Lust auf mehr. Um die Formation wurde es relativ schnell wieder ruhig, man wähnte schon ein „One-Hit-Wonder“ geboren, das kürzlich veröffentlichte Debüt-Full-Length „Deadlight“ straft diesen Gedanken allerdings Lügen.

In This Temple bleiben dem Metalcore soweit treu wie sie das für nötig halten, begeben sich allerdings auch gerne mal auf progressive Pfade, die die Band sogar teilweise in den schier undurchdringlichen Dschungel des Post-Hardcore führen. Das alles beherrschen die fünf Österreicher mit einer scheinbaren Leichtigkeit, sodass man sich beim Hören der neuen Songs einfach mit geschlossenen Augen zurücklehnen und das Schauspiel genießen kann, das Sänger Jan mit Textzeilen wie „Am I still digging for water or am I already standing in my own grave?“ heraufbeschwört – mal in vollem Tempo brüllend, mal heiser rufend, mal mit Klargesang. Wie nebenbei zaubern die beiden Gitarristen Paul und Jürgen einen vollen, saftigen Klangteppich, der zugleich weich und steril daherkommt, vorangetrieben von Philips Bass und Joachims mal galoppierenden, mal schleppenden Drums.

Mit dem Einsteiger-Doppel „Waters“ und „in/dependency“ legen In This Temple gleich mal alle Karten auf den Tisch, zerhacken alles und bauen ein wuchtiges Kartenhaus aus fragilen Melodien. Klingt paradox, klappt aber ausnehmend gut und sichert den Grazern gleich mal zwei Anspieltipps auf einmal. Vor allem „in/dependancy“ lässt einen nicht stillstehen, Kopf und Füße bewegen sich automatisch.

Ähnliches gilt für das ebenfalls sehr starke Doppelpack aus „A Boat Beneath A Sunny Sky“ und „For Dear Life“ – ersteres mit einem fast beschwingten klaren Refrain, der aber irgendwie einen gruselig-morbiden Unterton mit sich bringt, der zweite Track mit weiten, offenen Melodiebögen und brachialem Geschrei. Ein Kontrast, der immer Gänsehaut produziert, wenn er gut gemacht ist – und hier ist er verdammt gut gemacht!

„Poles Apart“ bietet eine kurze instrumentale Verschnaufpause, die nahtlos in „The Bigger Strength“ übergeht, bei dem Jan sich in seiner Rolle als Schreihals nochmals voll austoben kann. Den Titeltrack haben sich die Jungs dann sinnigerweise bis zum Schluss aufgehoben; ein rasantes Stück Gitarrenarbeit wird vorgelegt, bevor man ein wenig vom Gas geht und sich in eher verfrickelten Arrangements verknäult, um so den wahrscheinlich progressivsten Track der Platte mit einem wunderbar einprägsamen Refrain-Lead zu fabrizieren.

Im Vergleich zum „Display“-EPchen haben In This Temple noch mal ein Schippchen mehr Können und Atmosphäre auf die Waage gelegt. Durch kleine Längen in manchen Songs (beispielsweise dem etwas monotonen „Egologue“) sträubt man sich ein bisschen, die volle Punktzahl zu geben – 9,5 Punkte müssen es aber am Ende für ein so mitreißendes Stück Musik doch werden.  

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