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In the Silence: A Fair Dream Gone Mad

Die beste Prog-Metal-Scheibe seit einer halben Ewigkeit
Wertung: 9,5/10
Genre: Progressive Metal
Spielzeit: 47:06
Release: 28.06.2013
Label: Sensory Records

Genau diese Momente sind es, die das Leben als Musikliebhaber erst so erstrebenswert, ja regelrecht fantastisch gestalten. Momente wie den ersten Durchlauf des neuen In The Silence-Albums "A Fair Dream Gone Mad" und dessen Schritt-für-Schritt-Intensivierung in der Folge wird man nämlich so schnell nicht vergessen, geschweige denn in Hülle und Fülle wieder erleben. Die erhaben zelebrierte Melancholie, dieses Verlangen nach musikalischer Finsternis in Kombination mit progressiven Arrangements und nicht zuletzt dieses jederzeit mitreißende Gespür für anspruchsvoll eingeflochtene Melodien sind Argumente, mit denen sich diese 2007 ins Leben gerufene amerikanische Band über die Gesamtdistanz ihrer neuen Scheibe schmücken und rühmen dürfen. Und selbst das ist in mancherlei Hinsicht sogar noch eine galante Untertreibung.

Will man diese Ergriffenheit, die In The Silence hier kreieren und in jeder Note leben, konkreter beschreiben, muss man zwangsläufig die ganz großen Acts dieser Sparte in Erinnerung rufen. Es sind Anathema mit ihren harmonischen Gesängen, Katatonia mit ihren düsteren Elementen, Riverside mit ihrer majestätischen Atmosphäre und Porcupine Tree mit ihrer dezent alternativen Schlagseite, die in ihrer Summe einen großen Einfluss hinterlegt haben, den man auf "A Fair Dream Gone Mad" gesammelt, dann aber doch wieder so anders nachempfinden kann. Irgendwie hat das Sensory-Debüt der Herrschaften um Zaubergitarrist Josh Burke einfach noch etwas mehr von allem, vor allem was die Intensität der gerade einmal acht Kompositionen angeht. Die Emotionen kochen schon in den ersten Sekunden über, die Melancholie verschafft sich souverän, aber eben nicht abgeklärt ihren Weg, und obendrein punkten In The Silence mit bahnbrechend atmosphärisch umgesetzten Arrangements, die speziell in "Beneath These Falling Leaves" und "All The Pieces" eine Gänsehaut-Garantie versprechen. Letztgenannte ist aber zweifelsohne ein erhabenes Gut, das "A Fair Dream Gone Mad" fast ununterbrochen charakterisiert und auch auszeichnet. Hat man die einzigartige Stimmung erst einmal aufgesogen, kann man sich kaum mehr von den tollen Melodien, dem ergreifenden Zusammenspiel von Gesang und teils doch recht introvertierter Instrumentierung sowie den herausragenden Kontrasten entziehen. Die Symbiose ist gewaltig, das Stimmungsbild ebenfalls, und wenn es am Ende überhaupt irgendetwas zu kritisieren gibt, dann einzig und alleine, dass sich noch kein Booker damit befasst hat, diese Band nach Europa zu holen. Derzeit gibt es vielleicht keine Band im ganzen Prog-Universum, die mehr Emotionen auszulösen imstande ist als In The Silence - und das will bei all den genialen Releases, die derzeit von einem gewissen Steven Wilson herausgegeben werden, schon so einiges heißen - Wahnsinn.

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